"3D-Papst" Terry Wohlers in Varel"3D-Papst" Terry Wohlers in Varel

Premium AEROTEC, EOS und Daimler gehen gemeinsam an den Start

Von Inge Meyer
Varel.
Die additive Fertigung (AM) im industriellen Umfeld gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nun starteten der Luftfahrtzulieferer Premium AEROTEC, der AM-Technologieanbieter EOS und der Automobilhersteller Daimler die nächste Generation des industriellen 3D-Drucks im Projekt NextGenAM Mitte Mai in Varel, die gemeinsam forciert werden soll.

„Mit Daimler und EOS haben sie zwei ganz wichtige Partner gewonnen, mit denen sie den Erfolg auch schaffen“, sagte Ingelore Hering, Abteilungsleiterin für Industrie und maritime Wirtschaft im Niedersächsischen Wirtschaftministerium. Obwohl ein höherer Preis für die Teilefertigung bezahlt werden müsse, denn bislang wurden nur Massenprodukte verwendet, sei laut Hering die additive Fertigung, gekoppelt mit Industrie 4.0 und der zunehmenden Digitalisierung absolut zukunftsweisend.

“Nur wer fortschrittlich und mutig ein Produkt angeht, kann mit einer Strahlkraft rechnen”, hob Ingelore Hering hervor. „So ist die Ansiedlung von ThyssenKrupp hier auf dem Varel Gelände vor acht Jahren, da standen hier noch Bäume, und das Technologiezentrum Machining Innovations die absolut richtige Entscheidung gewesen“, hob Hering hervor. „Dieses Projekt der gemeinsamen industriellen 3D-Fertigung zeigt auch den Wandel der Zeit und dass sich die Anforderungen im Produktionsstandort Deutschland zunehmend verändern werden.“

Mit Spannung wurde der Vortrag von dem „3D-Papst“, Terry Wohlers von der Wohlers Associates aus Texas in Varel erwartet. „Ob nun Airbus, BASF, BMW, DB oder Siemens – alle diese Hersteller setzen auf den 3D-Druck und dies ist die Zukunft“, sagte Terry Wohlers vor den rund 300 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Politik. So sei es dem Konzern GE Aviation mit der Helicopter-Produktion gelungen, mittels AM die Komponentenzahl von 900 auf 16 runterzudrosseln. Dabei spielt das Gewicht, das sich um einiges reduziert, eine erhebliche Rolle – verbunden mit weniger CO2-Ausstoß und vieles mehr.

Ziel ist es, den AM-Produktionsprozess in eine automatisierte Fertigungslinie zu integrieren. Damit schaffen die Unternehmen die Grundlage für den Einsatz der Technologie in der Großserienfertigung. Im Technologiezentrum Varel entsteht dazu eine entsprechende Entwicklungs- und Testumgebung in den nächsten Monaten. Dann geht das Projekt mit der ersten Testphase offiziell an den Start.

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