Gesunde Mitarbeiter für ein gesundes TeamGesunde Mitarbeiter für ein gesundes Team

Unternehmerfrauen informieren sich bei der Bäckerei Hoppmann in Remels

Von Ute Müller
Warum lohnt es sich in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren? Diese Frage stellte Karina Kleen, betriebswirtschaftliche Beraterin der Handwerkskammer Aurich, den Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH) beim Frauenfrühstück in der Bäckerei Hoppmann in Uplengen.

15 Frauen waren der Einladung zum Vortrag gefolgt und diskutierten über die Gesundheitsförderung im eigenen Betrieb oder Maßnahmen von der Krankenkasse, die zur Stärkung des Gemeinwohls beitragen. Einig war man sich, dass Handwerksbetriebe oft noch Traditionen pflegen, so sei beispielsweise die Atmosphäre meist viel familiärer, als es vielleicht in großen Unternehmen der Fall ist.

Die Bäckerei Hoppmann beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und davon sind rund 100 Beschäftigte in der Produktion in Uplengen tätig. Rund 27 Filialen in ganz Ost-Friesland werden von dem Handwerksbetrieb, der 1947 gegründet wurde, täglich beliefert. Dabei setzt das Familienunternehmen schon lange auf betriebliche Gesundheitsförderung, dies wurde auch beim Rundgang durch die Produktion deutlich.

„Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter bilden die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes. Gesundheit kostet Geld, Krankheit ein Vermögen”, sagte Karina Kleen. „Fällt ein Mitarbeiter im Unternehmen aus, kostet dies den Betrieb pro Krankheitstag im Durchschnitt 192 €.” Dies zeige, wie problematisch nicht nur für den Mitarbeiter, sondern auch für das Unternehmen der Ausfall der Mitarbeiter und wie wichtig die Gesundheit der Mitarbeiter sei. Unterstützen könne die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Das betriebliche Gesundheitsmanagement ist eine moderne Unternehmensstrategie, die darauf ausgerichtet ist, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen, das Wohlbefinden zu verbessern und die persönliche und berufliche Entwicklung zu fördern. Zu den drei Säulen des BGM zählen Arbeitsschutz, Eingliederungsmanagement und betriebliche Gesundheitsförderung. Wer in sein Unternehmen ein BGM einführen möchte, schafft dies über einen 5-Stufen-Prozess. Neben der Bedarfsbestimmung und der Festlegung der Maßnahmen, folgt eine Analyse der Gesundheitssituation im Betrieb, danach folgen Planung, Umsetzung und Kontrolle.

Zu den Umsetzungsmöglichkeiten und Maßnahmen wurden u.a. Kindernotfallbetreuung in den Betrieben, das Anbieten von Kochkursen, Ernährungsseminaren, Gesundheitschecks, Fahrrad – oder Nordic-Walking-Gruppen aufgeführt. Dies seien jedoch nur Vorschläge. Welche Möglichkeiten zu dem jeweiligen Unternehmen passen, hänge jeweils mit der Betriebsstruktur zusammen. Wenn ein Unternehmen ein betriebliches Gesundheitsmanagement einführt, kann dies z.B. durch Krankenkassen gefördert werden. Außerdem sind für fördernde Maßnahmen 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter steuerfrei.

Im Anschluss an den Vortrag erfolgte eine Betriebsbesichtigung mit den Inhabern Jeannine Hoppmann und ihr Lebenspartner Jan Fritz.

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