Die deutsche Antwort auf Mobilität liegt in Emden

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies zu Gast beim Nautischen Essen

Von llka Himstedt

Emden. Drei Mal ist Ostfriesen-Recht – und zum dritten Mal war der Friese Olaf Lies Gastredner beim Nautischen Essen des Nautischen Vereins (NV) zu Emden im „Klub zum guten Endzweck“. Denn der stellvertretende SPD- Landesvorsitzende aus Sande ist nicht nur langjähriges Mitglied des Vereins, sondern hat sich in seiner früheren Funktion als Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auch immer stark für die maritime Wirtschaft und für Emden gemacht.

Seit 2017 ist Olaf Lies Umweltminister, daher war die Spannung bei den 280 hochrangigen Gästen rund um die Hafenwirtschaft groß: Wie steht der Politiker nun zu den ihnen auf den Nägel brennenden Themen, wie etwa der Verbesserung der Außenems?

Die Antwort war zweischneidig, aber trotzdem eindeutig. Denn zwischen dem traditionellen Matjes als Vorspeise und Curry-Huhn als Hauptgang erklärte der Minister weiter seine Unterstützung für das seit 2002 anberaumte Projekt Außenems, bei dem durch die lange vergangene Zeit nun erneut wissenschaftliche Gutachten erstellt werden sollen: „Ich habe meine Zuneigung zur Hafenwirtschaft nicht verloren. Sowohl das Wirtschaftsministerium als auch das Umweltministerium stehen hinter diesem Projekt, und wir müssen beide unsere Interessen verbinden.“ Doch diese Interessen sind auf den ersten Blick nicht unbedingt deckungsgleich. Deshalb gab es auch ein großes „Aber“ in der Rede des Ministers.

Stichwort Klimaschutz: „Aber man darf nicht nur daran denken, was muss ich alles dafür aufgeben, sondern muss scheinbare Nachteile akzeptieren und die Vorteile sehen.“ Denn ein großer Vorteil für die Wirtschaft in Emden, sei der Standort, so Lies und spielte auf die großen Mengen Strom an, die aus Off- und On-Shore-Anlagen in Emden landen. Die Erweiterung der erneuerbaren Energien in Verbindung mit der angedachten Batteriefertigung, der aktuellen Entscheidung des VW-Werks auf die Produktion von Elektroautos umzusteigen und hoffentlich daraus entstehenden Möglichkeit zur Batteriemontage vor Ort, gäbe es die zukunftsträchtige Chance für eine Co²-frei Produktion. Und: „Die deutsche Antwort auf Mobilität liegt in Emden.“

Darüber hinaus versprach der Minister bei den Verantwortlichen im Thema „Neubau der Friesenbrücke in Weener“ regelmäßig einen Finger in die Wunde zu legen, damit sich der angepeilte Fertigstellungstermin im Jahr 2024 nicht noch weiter verzögere. Höflicher Applaus für diese etwas schwere Kost und der Appell sowohl des NV-Vorsitzenden Frank Wessels als auch von Oberbürgermeister Bernd Bornemann, die Verbesserung der Außenamts nun wirklich noch in dieser Legislaturperiode umzusetzen und nicht noch mehrere Jahre verstreichen zu lassen.
Nach Roter Grütze war dann Netzwerken angesagt, doch zuvor gab Frank Wessels noch das Ergebnis der diesjährigen Spendensammlung bekannt. Für den „Förderkreis Rettungskreuzer Georg Breusig e. V.“ kamen insgesamt 7.960 Euro zusammen… darunter auch wieder 23 ausländische Währungen, wie etwa norwegische Kronen, Kroatische Kunar, Chilenische Peso und sogar ein Sanifair-Gutschein.

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