Hannover Messe

Partnerland ist das Königreich im Norden

Schweden gilt als bedeutender Handelspartner für deutsche Unternehmen

Hannover. Ein Land steht jedes Jahr im Fokus der Weltleitmesse der Industrie. Das Partnerland der HANNOVER MESSE 2019 in der Zeit vom 1.-5.April ist in diesem Jahr Schweden. Zusammenarbeit, Innovation und die digitale Transformation der Industrie stehen im Zentrum des schwedischen Auftritts. Ziel der Schweden ist es, Networking, Handel und Investments mit Partnern aus aller Welt anzuschieben.

Die Elektroindustrie und auch die Maschinenbaubranche profitieren vom hohen Anspruch schwedischer Kunden, schreibt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Wirtschaftlich attraktiv sei das Land unter anderem aufgrund seiner hohen Affinität für Industrie 4.0-Anwendungen und Automatisierungslösungen sowie seiner hohen Forschungsquote. Schweden liegt derzeit auf Platz 14 der wichtigsten Absatzmärkte des deutschen Maschinenbaus: Von Januar bis November 2018 betrug das Ausfuhrvolumen 3,2 Mrd. Euro.

Auch der Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) findet viele positive Worte für das Königreich. Die Schweden stünden dem technischen Fortschritt sehr positiv gegenüber. So erfolge der Einsatz von KI und Robotern dort wesentlich selbstverständlicher als in vielen anderen EU-Ländern. Nicht selten nutzt das Land dafür Produkte der deutschen Elektroindustrie: Deren Exporte in die größte Volkswirtschaft Nordeuropas summierten sich von Januar bis November 2018 auf 4,6 Mrd. Euro – das bedeutet Platz 11 im europäischen und Platz 13 im globalen Abnehmerranking.

MADE IN GERMANY

„Made in Germany“ steht bei den Schweden hoch im Kurs. Das gehört zu den Ergebnissen der Studie von GTAI und VDMA. Dabei spielen eine durchdachte Vertriebsstrategie und verlässliche Partnerschaften eine ebenso große Rolle wie hohe technologische Standards, Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit.

Auf schwedischer Seite gilt weiterhin der Anspruch, technologisch ganz vorn dabei zu sein. Spitzenplätze erreichen die Skandinavier bei digitalen Kompetenzen und Automatisierung. Ein Erfolgsfaktor in diesem Zusammenhang sind die traditionell hohen Investitionen für Forschung und Entwicklung.

Die zentrale Botschaft der Studie an den Maschinen- und Anlagenbau lautet: Auch wenn die Konjunkturdaten leicht zurückgehen, bleibt der Bedarf innerhalb der schwedischen Industrie an effizienzsteigernder Hightech-Ausrüstung für eine nachhaltige Produktion bestehen.

Die Prognosen sagen für 2019 ein vorübergehend verlangsamtes Wirtschaftswachstum voraus – 1,3 Prozent Zunahme lautet demnach die Aussicht für das laufende Jahr. Als Grund dafür werden rückläufige Bauinvestitionen, eine Stagnation der Reallöhne sowie Exportrückgänge aufgrund der amerikanischen Handelspolitik und eines möglichen Brexits genannt.

Der Report liefert überdies weitere Argumente, warum Schweden als Partnerland der HANNOVER MESSE besonders geeignet ist. In Sachen Robotik, Automatisierung und Digitalisierung nämlich sind die Schweden den meisten Ländern der Welt weit voraus. Für schwedische Unternehmen wiederum ist der Einsatz derartiger Technologien der entscheidende Vorteil im globalen Wettbewerb.

Was den Einsatz von Robotern in der Industrie betrifft, hat Schweden in den letzten Jahren zu Deutschland aufgeschlossen. Automatisierungstechnik ist in zahlreichen Branchen Schwedens etabliert. Wenn es darum geht, Künstliche Intelligenz und Machine Learning einzusetzen, liegt Schweden europaweit sogar an der Spitze.

Gute Geschäftschancen bestehen auch für Technologieanbieter in der schwedischen Automobilindustrie. Diese investiert nämlich kräftig – besonders in den Bereichen Leichtbau, Automatisierungslösungen und Elektromobilität.

Ein wichtiges Thema Schwedens bleibt schließlich die fossilfreie Energiegewinnung. Wind¬ und Solarenergie befinden sich – auch dank staatlicher Förderung – weiterhin auf dem Vormarsch. Die energiepolitische Agenda Schwedens sieht vor, die Energieeffizienz bis ins Jahr 2030 um 50 Prozent zu steigern sowie ab 2040 ausschließlich erneuerbare Energien zu nutzen.

Mensch im Mittelpunkt der digitalisierten Arbeitswelt

Weltgrößte Industriemesse beschäftigt sich mit Industrie 4.0

Hannover.

Die HANNOVER MESSE steht in diesem Jahr unter dem Leitthema „Industrial Intelligence“ und meint damit insbesondere auch die digitale Vernetzung von Menschen und Maschinen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Am Messemittwoch, 3. April, kommen daher auf der neuen Konferenz “Future of Work in Industry” rund 300 Experten, Vordenker und Führungskräfte der Industrie zusammen, um über die Auswirkungen der Digitalisierung auf Qualifikation und Organisation der Arbeit zu diskutieren.

Durch die fortschreitende Digitalisierung und die damit einhergehenden Auswirkungen auf Qualifikation und Organisation der Arbeit ergeben sich täglich neue Herausforderungen. Industrie 4.0 hebt die Produktion durch den intelligenten Einsatz von IT-Systemen und Kommunikationsnetzwerken auf ein völlig neues Produktivitäts- und Flexibilitätslevel. In der Vergangenheit standen dabei meistens die Anlagen und Maschinen sowie deren Vernetzung im Fokus, während die Mitarbeiter nur eine Randposition einnahmen. Jetzt ist es an der Zeit, dass der Mensch im Rahmen dieser Entwicklung immer stärker in den Mittelpunkt rückt. Hier setzt die Konferenz “Future of Work in Industry” an.

Richard David Precht hält Eröffnungs-Keynote

Zum Auftakt der Veranstaltung hält der Philosoph und Publizist Richard David Precht eine Keynote zum Thema “Die Digitale Revolution: Wir dekorieren auf der Titanic die Liegestühle um”. Er beleuchtet, ob das mit der Digitalisierung einhergehende Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kennen, überhaupt ein Verlust ist. Für ihn bedeutet die Digitalisierung vor allem die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Zugleich mahnt er, dass dafür jetzt die Weichen gestellt und unser Gesellschaftssystem konsequent verändert werden müssen.

Diese Gedanken greift die Konferenz mit den drei Themensträngen Leadership, Skills und Tools auf. In Keynotes, Deep Dive Panels, Podiumsdiskussionen und Best-Case-Präsentationen vermitteln namhafte Sprecher wie Janina Kugel, Arbeitsdirektorin und Vorstandsmitglied Siemens, Kai Anderson, Partner bei Promerit, und Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall, welche Kompetenzen und Fähigkeiten Unternehmen sowie Belegschaft zukunftssicher aufstellen.

Den Wandel gestalten: Zukunftspakt Volkswagen

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Change-Prozesse oft mit Unsicherheiten und Ängsten verbunden. Umso wichtiger ist es, sie auf dem Weg des Wandels mitzunehmen und zu beteiligen. Bernd Osterloh, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats und Mitglied des Präsidiums des Aufsichtsrates der Volkswagen AG, erläutert, wie dies aus Sicht der Sozialpartner gelingen kann.

Rövekamp von der EWE

Frauen sind in den Führungskreisen der Industrien noch immer unterrepräsentiert. Deshalb stehen sie während der WomenPower am 4. und 5. April im Mittelpunkt auf der weltgrößten Industriemesse. Unter dem Motto “Let´s get loud – Women in Industry! Empower. Create. Succeed” kommen rund 1 400 Frauen auf dem führenden Karrierekongress zusammen, um gemeinsam in mehr als 40 praxisnahen Workshops und Best Cases aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitswelt in ihrem Sinne mitzugestalten. Zu den Top-Referentinnen gehören unter anderem Marion Rövekamp, Vorständin Personal & Recht bei der EWE, Hanna Hennig, CIO von Osram, und Maria Ferraro, CFO der Digital Factory von Siemens.

Auf der kongressbegleitenden Ausstellung präsentieren sich mehr als 50 Unternehmen, Hochschulen, Verbände, Institutionen und Netzwerke. Die Aussteller informieren über Berufsperspektiven, Karrierestrategien, Netzwerkmöglichkeiten und Förderprogramme sowie weitere arbeitspolitische Themen und Trends.

Fokus auf MINT-Bereich: Women Tec Day und Preisverleihung

Im Rahmen der WomenPower findet am Donnerstag, 4. April 2019, der “Women Tec Day” statt. Diskutiert werden dabei die Themen Arbeitswelt im Wandel, Female Leadership, Digitalisierung sowie Kompetenzen im Bereich Leadership und New Work. Der “Women Tec Day” richtet sich an Führungskräfte, High Potentials und Senior Professionals.

Für Nachwuchsführungskräfte, Young Professionals und Studierende bietet der “Women Career Day” am Freitag, 5. April 2019, vertiefende Informationen und Live-Trainings rund um die Karriereplanung. Viele Frauen setzen sich stark für den MINT-Bereich ein. Um dieses außergewöhnliche Engagement sichtbar zu würdigen, wird am Donnerstag, 4. April 2019, ab 18.30 Uhr, im Rahmen der Networking Night der “Engineer Powerwoman Award” verliehen.

Wirtschaftsecho - Inge Meyer e.K. - Quade-Foelke-Straße 6 - 26802 Moormerland
Tel.: 04954 - 8936-0 Fax: 04954 - 8936-29