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Ingenieurbüro vor 20 Jahren eröffnetIngenieurbüro vor 20 Jahren eröffnet

Zehn Prozent Umsatzzuwachs bei der ZECH Ingenieurgesellschaft mbH

Von Inge Meyer

Lingen. Die Elektromobilität und die Digitalisierung scheinen die beiden Herausforderungen der Zukunft zu sein. Dabei ist viel Ingenieurswissen in allen Branchen von zum Beispiel A wie Abfallwirtschaft, Bauwirtschaft, Energie- und Ernährungswirtschaft bis Z wie Zulieferer gefragt. Die ZECH Ingenieurgesellschaft in Lingen wurde von Siegfried Zech vor 20 Jahren sozusagen als „Keller-Startup-Firma“ gegründet und ist heute bundesweit tätig.
In dem folgenden Interview gibt der Diplom-Ingenieur Siegfried Zech einen Einblick, welche Veränderungen in punkto Immissionsschutz und Bauphysik kommen.

1) Herr Zech, Sie haben sich auf Immissionen in punkto Geräusche, Gerüche und Luftinhaltsstoffe spezialisiert. Spielen Elektromobilität und Digitalisierung bei Ihnen eine Rolle?

Ja, denn hinsichtlich der Elektromobilität gehen wir mit der Zeit. Unser Neubau, den wir im letzten Jahr eingeweiht haben, soll mit einer E-Tankstelle ausgestattet werden. Geplant ist, noch in diesem Jahr ein Elektrofahrzeug anzuschaffen. Einerseits haben wir viele Termine, die über 200 km entfernt liegen, da klappt das dann noch nicht mit der Reichweite. Andererseits ist es beabsichtigt, dass wir im ersten Schritt ein Elektrofahrzeug für Dienst- und Besorgungsfahrten im Stadtgebiet einsetzen werden.

Die Digitalisierung ist ein ganz großes Thema, zumal wir viele Arbeitsprozesse für die Bereiche Lärm, Erschütterung, Gerüche, Staub oder Bauphysik haben. Bedingt durch unsere Akkreditierung und Qualitätssicherung sind hier noch Prozesse manuell und zum Teil in Papierform, was wir aber komplett umstellen wollen und werden. Dazu haben wir bereits im letzten Jahr eine Arbeitsgruppe, bestehend aus vier Mitarbeitern der EDV und unserem Qualitätsmanagement-Beauftragten, gegründet. Ziel ist es, alle Betriebsvorgänge bis zum Jahr 2020 zu digitalisieren.

2) Ob nun der JadeWeserPort in der Planungsphase, die Rügenwalder Mühle oder Bahngleissanierungen für Autozüge als Beispiel – Sie kommen immer bei gewerblichen Großbauten ins Spiel und nicht beim Einfamilienhausbau.

Welche Möglichkeiten haben Sie in den hauseigenen Labors und wie machen Sie das Vorort?

In allen Themenbereichen, die wir bearbeiten, gibt es Kenndaten, Richt- oder Grenzwerte. Ob nun zum Beispiel Schalldruckpegel, Schalldämm-Maße in der Bauphysik oder Geruchshäufigkeiten – alles was wir vorher berechnen können, kann messtechnisch auch von uns überprüft werden. Wir verfügen hier über einen akustischen Prüfstand, um Schallabsorptionsgerade und Schallleistungspedel zu messen, ein Olfaktrometrie-Labor für Geruchsuntersuchungen und ein chemisch-physikalisches Labor, um beispielsweise Stäube oder Luftschadstoffe zu messen. Für Messungen von Luftschadstoffen und Staub am Ort des Geschehens haben wir drei komplett eingerichtete Messbusse, die für jegliche Messungen oder Probenahme ausgestattet sind.

Frage: Nun sagte mir neulich ein Deponie-Leiter, dass die abgebrannte Halle nicht so ratzfatz wieder aufgebaut werden kann. Ist es richtig, dass sich das Immissionsschutzgesetz weiter verschärft?

Ohne Detailkenntnisse ist es schwierig, die Aussage des Deponie-Leiters zu bewerten. Grundsätzlich ist es aber richtig, dass sich die gesetzlichen Anforderungen in den letzten Jahren und Jahrzehnten verschärft haben. Gerade im Bereich des Immissionsschutzes gab es eine Vielzahl von gesetzlichen Änderungen, durch die die Anforderungen an technische Anlagen erhöht wurden. Dieser Trend wird sich durch die Novellierung der TA (Technische Anleitung)-Luft sowie die Überführung der BVT (Best verfügbaren Techniken)-Schlussfolgerungen in die deutsche Gesetzgebung weiter fortsetzen. Das Ziel dieser Verschärfungen ist dabei der Schutz des Menschen und der Umwelt.

Frage: Außer Neubauten, Umbau und Rückbau beraten Sie auch Kunden aus den Branchen Ernährung und Landwirtschaft. Warum ist es im Einklang mit der Öffentlichkeit so schwierig, große Produktionsbetriebe, beispielsweise Schlachthöfe oder Hühnerställe, gemäß Gesetz durchzuplanen?

Durch die Umsetzung der europäischen Vorgaben im BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) und den dazugehörigen Verordnungen wurden eindeutige Vorgaben für die Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen von Genehmigungsverfahren gemacht. Zu diesen Vorgaben zählt die öffentliche Auslegung der Antragsunterlagen, die es den Bürgern ermöglicht, sich intensiv mit den geplanten Vorhaben zu beschäftigen. Dies führt dazu, dass Bedenken nicht immer nur sachlich diskutiert werden. Denn gerade die Aspekte Gerüche, Lärm oder Staub sind Faktoren, die unmittelbar von den Betroffenen wahrgenommen werden. Die angesprochenen Branchen und Produktionsbetriebe bilden im unseren Beratungsgeschäft einen Schwerpunkt. Je nach Vorhaben sind in diesen Betrieben die Auswirkungen durch Lärm, Gerüche, Staub und Luftschadstoffe im Rahmen von Genehmigungsverfahren zu bewerten. Durch unsere Sachverständigen, die sich schwerpunktmäßig spezialisiert haben, lassen sich diese Themen gut kombinieren. Durch diese Kombinationen sind wir in der Lage, unseren Kunden bestmögliche Lösungen vorzulegen.

Eine letzte Frage: Sie haben das Zech Ingenieurbüro 1998 gegründet. Wer ist heute noch da?

Am 1. April 1998 habe ich mich selbstständig gemacht und bereits drei Monate später Anke Hessler, Sabine Lehmköster, Christoph Blasius und Lars Schlüter als Ingenieure eingestellt. Als Duo stellen Anke Hessler und Christoph Blasius schon viele Jahre die Technische Geschäftsführung. Auch Sabine Lehmköster und Lars Schlüter bilden ein Duo als Prokuristen und unterstützen die Technischen Geschäftsführer.

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