Interview

„Er war der deutsche Schauspieler, der es nach Hollywood gebracht hat“

Lesung mit Hardy Krüger junior in der Spielbank Bad Zwischenahn

Von Inge Meyer

Bad Zwischenahn. Der Schauspieler Hardy Krüger junior betreibt seit zwei Jahren einen Blog im Internet und hat damit so viel Erfolg, dass der Giger Verlag anfragte, ob er ein Buch schreiben möchte. Nach einem Jahr intensiver Arbeit kam das Buch „Der leise Ruf des Schmetterlings“ nun Mitte April in den Handel und die erste Auflage mit 5.000 Exemplaren war binnen weniger Wochen ausverkauft.
Der Sohn des weltberühmten Hardy Krüger besuchte nun die Spielbank in Bad Zwischenahn und las vor rund 70 Zuhörern – überwiegend Frauen – aus seinem Buch vor.

Sind Sie das erste Mal im Ammerland?
Nein, erst kürzlich waren wir mit dem Theater in Delmenhorst unterwegs und haben dort die Komödie `Arthur und Claire` gespielt. Der Kontakt zur Spielbank Bad Zwischenahn kam jedoch über die Thalia Buchhandlungen, die mein neues Buch auch vermarkten.

Worum geht es in der Lesung?
Das Buch ist aufgrund meines Blogs entstanden, der mittlerweile von 320.000 Nutzern angeklickt wird. In der Buchlesung geht es um die Liebe, das Glück, die Vergänglichkeit und den Sinn des Lebens. Das ganze spielt in Rom, genau dort, wo ich selber schon einmal gespielt habe.

Mögen Sie die Arbeit als Buchautor genauso gerne wie die als Schauspieler?

Sowohl die Schauspielerei ist Kunst als auch die Schriftstellerei und die Malerei und natürlich die Musik. Die Schauspielerei mache ich nur am längsten. Anfangs habe ich den Blog im Internet nur für mich selbst und ohne Publikum geschrieben. Dass das Buch so erfolgreich wird und nun in der zweiter Auflage erscheint, ist sensationell. Meine Frau Alice und ich sind jetzt seit einer Woche auf Tournee unterwegs und alle folgenden Lesungen, zum Beispiel in Berlin, Halle, Leipzig und Dresden, sind ausgebucht. Übrigens, die Hörbuchversion erscheint auch bald.

Mit der Rolle als Förster in „Forsthaus Falkenau“ sind Sie sehr bekannt geworden.
Welche Rolle würden Sie gerne noch einmal spielen?
Die Filme mit den französischen Schauspielerinnen Juliette Binoche und Isabelle Carré, das war die Produktion `Le cocu – magnifique` waren sehr schön. Aber auch die Rolle als Adjutant des Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der deutsch-österreichischen Verfilmung `Stauffenberg` aus dem Jahr 2004 war sehr anspruchsvoll. Am Hamburger Theater hat die Rolle als Edelmann im Rollstuhl in `Ziemlich beste Freunde` sehr viel Spaß gemacht. Nun ist es aber so, dass viele gute Schauspieler eher zum Theater gehen, da das Filmgeschäft immer stressiger wird. Bei der Serie Forsthaus Falkenau haben wir sechs Tage in Folge und bis zu zehn Wochen nacheinander gedreht. Und wenn Feierabend ist mit Drehen, müssen die Texte für den nächsten Tag einstudiert werden.

Ihr Vater Hardy Krüger wurde nun 90 Jahre alt. Mittlerweile tritt er seltener öffentlich auf. Haben Sie immer noch Kontakt zu ihm und was schätzen Sie an Ihrem Vater als großer Schauspieler der Nachkriegszeit?
Mein Vater hat letztes Jahr noch ein neues Buch rausgebracht und war damit auch gerade in Deutschland auf Tournee, in Talkshows und im Ritterhuder Fährhaus. Er war der einzige deutsche Schauspieler 1961 (Marta Hari mit Greta Garbo/ Der Flug des Phoenix mit James Stewart), der es in der Nachkriegszeit nach Hollywood geschafft hat. Da hat man schon Respekt vor der Leistung und den Weg, den er gemacht hat. Sicherlich hat das bei mir dazu beigetragen, auch Schauspieler zu werden. Zu der Zeit war er eine Filmikone, ein Held, wie John Wayne und James Stewart, die von den Zuschauern verehrt wurden. Heute ist das eine ganz andere Generation, die sich nicht vergleichen lässt.

Eine letzte Frage: Ist es richtig, dass Sie gelernter Koch sind, und was planen Sie an Ihrem 50-igsten Geburtstag?
Ja, ich habe einen handfesten Beruf im Schlosshotel Grunewald in Berlin gelernt und zwar Koch. Da ich sieben Kinder habe und am 26. März das dritte Mal geheiratet habe, bekoche ich die Familie auch ganz gerne, wenn ich denn da bin. Meine Kinder haben auch meinen Geburtstag ausgerichtet. Große Pläne habe ich nicht, da meistens doch alles ganz anders kommt.

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