KommentarKommentar

Nachfolge regeln!

Von Thomas Klaus

Es sind alarmierende Zahlen: Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) – der Dachverband der Kammern in unserem Bundesland – hat nur knapp jeder fünfte Seniorunternehmer die Nachfolge für sich und sein Unternehmen verbindlich geregelt. Mehr als die Hälfte der von der IHKN befragten Unternehmer im Seniorenalter benennen die Nachfolgersuche als die zentrale Herausforderung. Diese Chefs, die die Problematik erkannt haben und darauf reagieren wollen – sie sind vielen anderen Betriebsverantwortlichen voraus.

Nicht nur nach den Erfahrungen der Kammern, sondern auch nach denen diverser anderer Praktiker und Experten schließt ein zu großer Teil der Seniorunternehmer noch immer die Augen vor der Tatsache, dass ein nahtloser Übergang in die Hände der eigenen Kinder heutzutage alles andere als eine sichere Option mehr ist. Und: Eine schwere Krankheit oder der plötzliche Tod können die Nachfolge-Problematik sehr rasch mit aller Macht und Dringlichkeit zuschlagen lassen.

Die Folgen einer gar nicht erst begonnenen oder aber wenig erfolgreichen Nachfolger-Suche lassen sich bereits heute oft beobachten: Immer mehr wirtschaftlich gesunde Unternehmen verabschieden sich ihretwegen vom Markt. Nicht selten verschwindet mit ihnen eine lange Geschichte, die über mehrere Generationen hinweg reicht. Das ist tragisch genug. Doch erheblich einschneidender schlägt der Verlust von Arbeitsplätzen zu Buche.

Es ist vor diesem Hintergrund uneingeschränkt positiv zu sehen, dass das Thema der Unternehmensnachfolge bei Veranstaltungen und Schulungsangeboten heute häufiger aufgegriffen wird als noch vor kurzem. Die Sensibilität wächst erkennbar – auch für die Tatsache, dass eine Unternehmensnachfolge eine weitaus weniger aufwändige Alternative zu einer Neugründung sein kann – oder dafür, dass die Übergabe an Mitarbeiter gerade in Zeiten des Fachkräftemangels eine Möglichkeit ist, um qualifizierte Beschäftigte langfristig an das Unternehmen zu binden.

Diese Sensibilität muss weiter zunehmen – solange, bis jeder Seniorunternehmer seine Nachfolgersuche tatsächlich angestoßen hat und dadurch seiner Verantwortung als Arbeitgeber gerecht geworden ist. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 7.

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