Marketing-Tipp

„Ik heb een gooden Tipp för di“

Designstuuv aus Aurich präsentierte sich beim Unternehmertreffen in der Sparkasse

Von Ute Müller.

Leer. Zum 136. Unternehmertreffen Nordwest trafen sich rund 90 Teilnehmer in der Sparkasse Leer Wittmund. Bereits seit zwei Jahren ist die Sparkasse der Ort der Veranstaltung von Organisator Jürgen Brüna. Das Thema des Abends lautete „Best of Marketing“ und wurde von den Referentinnen Katrin de Buhr und Julia Ortgies aus der Auricher Agentur „Designstuuv“ präsentiert.

Die „Designstuuv“ wurde vor 10 Jahren von Katrin de Buhr gegründet. Damals startete sie ihre Selbstständigkeit als Einzelkämpferin und wählte diesen Weg, um als Mutter ihrer beruflichen Tätigkeit weiterhin nachgehen zu können. Als sie dann 2016 den Preis der Kreativpioniere vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium erhielt, kam eine Kehrtwende, sie entschied sich nach einer Beratung, weitere Mitarbeiter einzustellen und Arbeit abzugeben. Heute beschäftigt die „Designstuuv“ 17 Mitarbeiter, davon überwiegend Mütter, die auch stundenweise oder auf Teilzeitbasis im Team mitarbeiten.

Gute Werbung aus Ostfriesland

„Gerne wirken wir dem Vorurteil entgegen, dass gute Werbung nur aus der Großstadt kommen kann und nicht in Ostfriesland möglich ist“, sagt die Inhaberin, die selbst aus Ostfriesland stammt und deren berufliche Laufbahn durch große Werbeagenturen in Oldenburg und Konstanz führte. „Hier oben im Norden ist noch ganz viel Potential“, sagt de Buhr und spricht dabei auch ihrer Mitstreiterin aus der Seele. Die Kommunikationswissenschaftlerin und Mitarbeiterin Julia Ortgies, deren beruflicher Weg von Ostfriesland über Lüneburg und Bremen zurück nach Ostfriesland führte.

Dass Marketing wichtig ist, konnten die beiden Expertinnen in ihrem kurzweiligen Vortrag vermitteln. Auch wenn in Ostfriesland immer noch vieles anders sei, sei auch hier eine Marketingstrategie wichtig. „In Ostfriesland haben sich die Menschen schon immer untereinander `vernetzt` und haben auf diese Weise eine Art Empfehlungsmarketing betrieben“, betonten die beiden Ostfriesinnen. „Doch wir befinden uns in einem allgemeinen Paradigmenwechsel.“ Das Nutzerverhalten der Menschen habe sich komplett verändert. Während im Jahr 2009 die Welt noch analoger gewesen sei, sei im Jahr 2019 jeder mit einem Smartphone vernetzt und könne sich zu jeder Zeit an jedem Ort Informationen beschaffen, Preisvergleiche oder Produktrecherchen durchführen oder online aktiv werden.
„Der Kunde ist auf diese Weise mündig geworden“, sagt Julia Ortgies. Deshalb sei es wichtig aktiv zu sein, auch wenn es immer noch Betriebe gibt, die am liebsten ohne Internet auskommen möchten. „Kombinieren sie online und offline, denken sie crossmedial“, so die Empfehlung der Wissenschaftlerin. Wer nicht schnell genug im Internet sei, könne dort ohne eigenes Zutun böse Überraschungen erleben, z.B. dadurch, dass ein anderer eine Bewertung in einem Portal hinterlassen habe. „Seien sie selbst präsent, nur so können sie gegensteuern“, denn „früher jagte man den Kunden – heute jagt der Kunde uns“.

Wichtig sei es, Unternehmensziele und Marketingkanäle klar zu definieren. „Wer gesehen werden möchte, sollte sich einen roten Faden und ein Image erarbeiten. Marketing ist nicht nur eine Strategie, sondern eine unternehmerische Denkhaltung.“ Denn im Mittelpunkt stehe immer der Mensch, der Kunde. „Gehen sie nicht vom Profit aus, sondern liefern sie die beste Lösung. Werden sie zum Freund ihres Kunden. Seien sie überall dort, wo auch ihre Kunden sind. Wer Fans gewinnt, kann auf eine hohe Loyalität hoffen“, so die Empfehlung der Expertinnen und der Hinweis auf ein neues Marketingprinzip: Das „S.A.V.E-Marketing“ .

SAVE steht in diesem Fall für Solution – Access – Value – Education. Und was es damit auf sich hat, klingt in der Sprache der Designstuuv wie folgt: „Solution: „Du hest een Problem, ik hebb de Lösung! – Access – „Du willst mit mi proten oder wat weten? Sök di een Kanaal ut!“ – Value – „Mien Produkt köst dat, weil…“ und Education: „Ik hebb een gooden Tipp för di.“

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