"Ich bin fest davon überzeugt, Wilhelmshaven wird der LNG-Standort sein"

Althusmann hielt Festrede beim Jubiläum des Wirtschaftsförderkreis Harlingerland

Von Inge Meyer

Wittmund. Zum 30-jährigen Jubiläum des Wirtschaftsförderkreis Harlingerland hielt Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, die Festrede vor rund 120 geladenen Gästen. „Rund 30 Unternehmer aus der Region hatten im Jahr 1989 die Idee, diese strukturschwache Region nach vorne zu bringen, und gründeten trotz anfänglicher Schwierigkeiten den Wirtschaftsförderkreis Harlingerland“, sagte Dr. Bernd Althusmann in seiner Ansprache. Rund 250 Mitglieder gehörten zum Wirtschaftsförderkreis.

„Dabei gilt Eigenverantwortung und Ideenreichtum als Markenzeichen unserer Unternehmen“, so der Wirtschaftsminister, der zuvor in der Seehafenstadt Emden verschiedene Automobilzulieferer besuchte, denn zukünftig sollen im Emder Volkswagenwerk Elektroautos gebaut werden. An dieser Stelle bedankte sich der Wirtschaftsminister bei der „Vereinsgründerin der ersten Stunde“, Elisabeth Allmers, die trotz ihres hohen Alters und gesundheitlicher Einschränkungen an dem fast dreistündigen Festvortrag teilnahm. „Es war ihnen eine Herzensangelegenheit, von der Gründung des Wirtschaftsförderkreis Harlingerland bei einem Kamingespräch zu überzeugen“, so der Minister weiter.

30 Jahre später steht Niedersachen – in Europa an 12. Stelle – mit rund 3 Millionen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen gut dar. „Auch wenn das Wachstum nur noch ein halbes Prozent entspricht und der Schuh rund um das Emder Volkswagenwerk drückt, bestätigen die kleinen und mittleren Firmen überwiegend eine gute Auftragslage“, betonte Althusmann. Er bedauerte, dass die Entscheidung für den Bau einer Batteriefabrik nicht für Emden ausfiel, sondern für Salzgitter. „Wenn Volkswagen sein Ziel bis 2030 erreichen will, wird es nicht bei einem einzigen Batteriezellenfertigungswerk bleiben. Gerade in dieser Küstenregion im Hinblick auf die Windenergie, wird es zum Bau weiterer Werke kommen.“

Umso besser stehen die Chancen für den LNG-Terminal in Wilhelmshaven: „In Wilhelmshaven finden wir am Tiefwasserhafen die besten Voraussetzungen vor, um einen LNG-Standort mit einer Fördersumme in Höhe von rund einer Milliarde Euro zu bauen“, hob der Minister hervor und bekam viel Applaus. „Ich bin fest überzeugt, dass Wilhelmshaven der LNG-Standort sein wird.“

Sehr ernst sei es bereits um den viertwichtigsten Handelspartner Niedersachsens, Großbritannien, wenn die Briten im Herbst aus der EU austreten. „Wir machen rund 9,9 Milliarden Umsatzvolumen mit Großbritannien und dann muss sich im Herbst zeigen, wie es weitergeht“, sprach Althusmann dieses Thema an. Genauso wie mit dem Dauerproblem des Fachkräftemangels auf der einen Seite und den vielen Schulabgängern ohne Schulabschluss auf der anderen Seite. „Wir haben 2,1 Millionen Menschen ohne Schulabschluss, das ist zu viel“, brachte es Althusmann auf den Punkt.

Wirtschaftsecho - Inge Meyer e.K. - Quade-Foelke-Straße 6 - 26802 Moormerland
Tel.: 04954 - 8936-0 Fax: 04954 - 8936-29