Digitalisierung der Baubranche

Bau-Stammtisch bei Emsländer Baustoffwerke in Surwold eingeladen

Von Diplom-Kommunikationswirt Joachim Teubner
Surwold. Die durchgängige Digitalisierung der Baubranche ist für alle daran Beteiligten vom ersten Entwurf über Planung und Umsetzung bis zur nachhaltigen, digitalen Bewirtschaftung von entscheidender Bedeutung. Die Wachstumsregion Ems-Achse lud kürzlich zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch die Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen der Baubranche ein. Der Bau-Stammtisch wurde von Diplom-Ingenieurin Elke Heine von HEINE.PODCHUL.INGENIEURE aus Leer eröffnet, die nach der Begrüßung der Teilnehmer zu Bernhard Göcking, Geschäftsführer der Emsländer Baustoffwerke, überleitete.

Die Emsländer Baustoffwerke sind ein Traditionsunternehmen, das 1899 von den Kaufleuten Hermann Rüschen und Hermann Wessels als „Emsländische Hartsteinfabrik“ in Haren gegründet wurde. Die Produktion begann mit 14 Mitarbeitern und einer Jahresbilanz von einer Millionen Steine. Ein weiteres Werk wurde 1921 in Lathen gebaut und 1936 kam ein weiteres in Surwold dazu. Nach Kriegsende wurde ein neuer Produktionsbereich „Porenbeton“ aufgebaut und es kamen die hochwertigen Quarzverblender hinzu. „Der weiße Emsländer“ entwickelte sich zum führenden Verblender für weiße Fassaden. Die anschließenden neuen Entwicklungen sind die Kalksandsteinbausysteme „KS-Quadro“ und „KS-Plus“. „Heute sind wir in der Lage, bestens auf neue Entwicklungen in der Baubranche zu reagieren“, betonte Geschäftsführer Bernhard Göcking.

Von der Kalksandstein-Beratung Nord-West GmbH referierte anschließend Diplom-Ingenieur André Hobbie über das Digitalisierungsverfahren BIM (Building, Information, Modeling). Über Planung, Konstruktion, Installation, Ausführung und Nutzung findet das Verfahren einen immer stärkeren Eingang für alle an Bauvorhaben beteiligten Leistungserbringer, aber auch bei der Bewirtschaftung bestehender Objekte und Liegenschaften. Mit BIM erhöht sich die Planungsgenauigkeit. Es erfolgt eine Transparenzsteigerung für Kosten, möglichen Kollisionen und der angestrebten Nutzung, Verbesserte Zusammenarbeit und eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten.

Auf diesem Wege kommt der Kalksandstein in das BIM Modell: Die Baustoffdaten im Bauprozess werden als Generische Daten eingegeben für Projektvorbereitung, Vor- Entwurfs- und Genehmigungsplanung, Ausführungsplanung und Vergabe. Die „Produktscharfen“ Daten (Leistungserklärung) sind in der Ausführung und dem Projektabschluss.

Nun folgt ein planXchange für den Kalksandstein „KS*- PLUS“ mit Aufbau eines Web-Portals zur digitalen Unterstützung der Planungs- und Prüfungsprozesse im „KS*-PLUS“ Bausystem. Gemeinsame Projekte werden von den Beteiligten komplett online abgewickelt. Alle anfallenden Aufgaben und wichtige Informationen werden zeitnah kommuniziert und chronologisch aufgelistet. Verantwortlichkeiten sind dabei eindeutig aufgelistet. Bei der Durchführung notwendiger Tätigkeiten werden nützliche Hinweise und Hilfestellung gegeben. Währen Planung und Kontrolle noch in 2D-Abstimmung erfolgen, wird die 2-D Information in der Bauausführung in ein 3D-Bauwerk umgewandelt.

Bauingenieurin Elke Heine trug vor, dass der Gesetzgeber das Ziel der nachhaltigen Digitalisierung in der Baubranche verfolgt und dazu in Zusammenarbeit mit Leistungsträgern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden bereits entsprechende Maßnahmen eingeleitet hat. So sind auf Seiten der Europäischen Union (EU), den Bundesministerien BMVI (digitale Infrastruktur und BMWI (digitale Agenda) in den letzten Jahren in Deutschland eine Fülle von Regelungen und Richtlinien, aber auch verbindliche Vorgaben entstanden, die zum Teil jetzt schon verbindlich sind, aber bei vielen Leistungserbringern der Baubranche überhaupt noch nicht angekommen sind. Daher befinden sich im Portfolio der beratenden Ingenieure eine große Anzahl von Leistungen für Bauträger, Wohnungsbaugesellschaften, Immobilienverwalter und privaten Investoren, die sich in Zukunft mit 3D-Modellierung/BIM, nachhaltiger Planung, Umsetzung und Objektbewirtschaftung befassen müssen. Auch Architekten und Ingenieure, deren Ziel die dringend notwendige Umstellung von Methoden und Werkzeugen in der Baubranche ist, werden bei Einführung, Umsetzung, Modellierung und Steuerung zukunftsfähig beraten und unterstützt.

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