„Bonpflicht“ seit dem 1. Januar

Rund 50 Mitglieder hörten sich den Vortrag „Steueränderungen 2020“ an

Von Inge Meyer
Wittmund. Rund 50 Mitglieder begrüßte der Geschäftsführer des Wirtschaftsförderkreis Harlingerland, Frank Happe, zum jährlich stattfindenden Vortragsabend Steueränderungen im Hotel Residenz in Wittmund. Gleich zu Beginn präsentierte Steuerberater Michael Arndt die aktuelle „Nachzahlung der Wittmunder Regenwasser-Gebühren“, von der der Referent selber, aber auch andere Zuhörer beim Vortragsabend betroffen waren.

„Es ist rechtens, dass die Stadt Wittmund die Regengebühren für die letzten fünf Jahre einfordern kann“, sagte Michael Arndt von der Steuerkanzlei Arndt Bartsch Partner. Einige Grundstückseigentümer wurden aufgefordert, bis zu 1.000 Euro nachzuzahlen.

„Das 3. Bürokratieentlastungsgesetz wirkt langsam und fast jedes Unternehmen stellt sich auf die Digitalisierung ein“, sprach Michael Arndt ein weiteres Thema an. „Auch wir haben unsere Lose-Blatt-Sammlung von 141.000 Blätter auf 80.000 Blatt reduzieren können und sparen rund 18,2 km Papierweg pro Jahr ein“, veranschaulichte Michael Arndt anhand von Zahlen. An dieser Stelle greift das sogenannte Kassengesetz 2020, welches eine Einflussnahme elektronischer Aufzeichnungen mithilfe technischer Mittel verhindern soll. Da es das passende System aber noch gar nicht gibt, räumt der Gesetzgeber eine Fristverlängerung bis zum 30. September 2020.

Der Grund für die Verschiebung ist, dass es die Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für elektronische Aufzeichnungssysteme noch nicht auf dem Markt gibt. TSE arbeitet getrennt vom übrigen Kassensystem, verfügt über eine eigene Zeiterfassung und einem Zeitstempel für alle Geschäftsvorfälle sowie das lückenlose Erfassen von Stornobuchungen. Die Bonpflicht gilt jedoch bereits seit dem 1. Januar 2020 und aus dem Kassenzettel müssen die genaue Bezeichnung der Waren und die Anzahl hervorgehen.

Mit dem Gesetz zur Manipulation der Kassen und der Meldepflicht für elektronische Aufzeichnungssysteme muss sich der Unternehmer schlau machen, ob er eine Kasse in seinem Geschäft hat, die nach dem 25.11.2010 angeschafft wurde. „Hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Kasse nachrüstbar ist“, so der Steuerberater. In bargeldintensiven Unternehmen bleibt dem Chef eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Bis zum Stichtag am 31.12. 2022 muss die Kasse mit der passenden TSE da sein.

Förderung der Elektromobilität
Die steuerliche Förderung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen wird in zwei Stufen über den 31. Dezember 2021 hinaus bis zum 31. Dezember 2030 verlängert. Für die Ermittlung des aus der Privatnutzung des Elektro-Firmenwagens resultierenden geldwerten Vorteils wird weiterhin nur der halbe Listenpreis herangezogen. Der Verlängerungszeitraum gilt für die Regelungen zum Ladestrom entsprechend.
Von links: Die beiden Steuerberater Michael Arndt und Andreas Bartsch, Frank Happe von der Wirtschaftsförderung Harlingerland und Dr. Michael Schuricht von der JadeBay

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