Autor: Joachim Teubner

Je größer das Unternehmen, desto wichtiger ist die Beratung

8. Tag der Unternehmensnachfolge fand in Oldenburg statt

Oldenburg. Im kleinen Kreis mit rund einem Dutzend Teilnehmern fand der 8. Tag der Unternehmensnachfolge unter der Leitung von der Mittelstandsberatung Meiners-Hagen GmbH & Co.KG statt. Wegen Corona wurde die Veranstaltung zur Vorbereitung auf die Firmennachfolge im letzten Jahr abgesagt. „Bis zum Jahr 2023 suchen rund 275.000 Unternehmer einen Nachfolger und viele sind jetzt schon älter als 55 Jahre“, sagte Diplom-Kauffrau Gertrud Meiners-Hagen zu Beginn der Veranstaltung.

Bei der Vorbereitung auf die Nachfolge muss aktiv nach einem Nachfolger gesucht und recherchiert werden. Gespräche sind notwendig und es ist eine gründliche Ist-Aufnahme erforderlich, die folgende Frage beantwortet: Was will ich eigentlich alles verkaufen? Wenn das Konzept samt Kaufabsicht vorliegt, geht es mit möglichen Nachfolgern in die Vertragsverhandlungen. „Dazu ist oft auch eine externe Unternehmensprüfung nötig und die rechtlichen Bedingungen im Kaufvertrag werden beim Anwalt geklärt“, erklärte Meiners-Hagen. Erst wenn diese ganzen Aufgaben hundertprozentig erledigt sind, kommt es zur Umsetzung des Unternehmensverkaufs und somit zur Nachfolge.

Je größer das Unternehmen ist, desto weniger sollten sie an einer professionellen Beratung sparen“, hob Rechtsanwalt Helmut Müller von der Kanzlei Vogt und Partner gleich anfangs in seinem Vortrag hervor. Müller kümmert sich auch bundesweit um den Verkauf bzw. die Nachfolge von Apotheken und gilt hier als Fachmann.

So können Einzelgegenstände des Unternehmens (asset deal) sowohl von Einzelunternehmungen als auch von Gesellschaften veräußert werden. „Ein Beteiligungskauf, ein sogenannter share deal, geht nur bei einer bestimmten Gesellschaftsform, zum Beispiel eine GmbH“, erklärte Müller. Über mögliche betriebliche Altlasten oder Altsteuern, die im Zweifelsfall vom Käufer zurückgefordert werden können, Bürgschaften bis hin zu kurzfristigen fälligen Verbindlichkeiten oder die Zusage, Schwerbehinderte zu beschäftigen, bedarf es einer Gesamtübersicht, die lückenlos vorliegen muss. „Erst wenn diese ganzen Punkte geklärt sind, kommt es zur Aufstellung eines unterschriftsreifen Unternehmenskaufvertrages“, erläuterte Helmut Müller.

Außer dem Tag der Nachfolge finden regelmäßig Gespräche zu dem Thema statt. Mehr Informationen dazu auch im Internet unter www.mittelstandsberatung-ol.de.

Förderzusage vom Staatssekretär für Digitalisierung

Raum zum Experimentieren und Gründen im IT-Zentrum Lingen

Lingen. Kleine und mittlere Unternehmen können künftig im Emsland noch intensiver an ihrer digitalen Transformation arbeiten: Im IT-Zentrum Lingen an der Kaiserstraße, den Hallen des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes, entstehen flexibel nutzbare „Co-Working“-Arbeitsplätze, Raum zum Austausch und Netzwerken, Schulungsräume sowie ein Digital-Labor, in dem neueste Technologien ausprobiert werden können.

 

In den kommenden Monaten wird das IT-Zentrum dazu erweitert. Von außen wird davon wenig zu sehen sein, im Inneren jedoch werden Architekten und Handwerker tätig, um einen Teil der Räumlichkeiten technisch aufzurüsten und an die Anforderungen des modernen Arbeitens anzupassen. Am vergangenen Mittwoch fiel der Startschuss für die Erweiterung, die den Namen „Digital Innovation Hub Emsland“ trägt. Der niedersächsische Staatssekretär für Digitalisierung, Stefan Muhle, besuchte das IT-Zentrum Lingen, um die Förderzusage für die Maßnahmen an Michael Schnaider zu überreichen. Schnaider ist Geschäftsführer der it.emsland, die das IT-Zentrum als Tochterunternehmen der Stadt Lingen und des Landkreis Emsland betreibt.

Das Land Niedersachsen fördert die Investition mit 200.000 Euro. Und das aus klaren Gründen, wie Staatssekretär Muhle erläutert: „Wir brauchen den Digital Innovation Hub Emsland, damit unser Ansatz der Digitalisierung in Niedersachsen funktioniert.“ Es sei entscheidend, „junge Ideen“ und die bestehende Unternehmenslandschaft miteinander zu vernetzen. Dafür brauche es Orte wie das IT-Zentrum Lingen.

Michael Schnaider erklärt, wie die emsländischen Unternehmen und Gründer von der Erweiterung profitieren: „Wir schaffen mit dem ‚Digital Innovation Hub Emsland‘ Raum, in dem Unternehmen und Gründer digitale Technologien erproben und digitales Denken trainieren können, um Innovationen voranzubringen. Als it.emsland unterstützen wir dabei mit Fachwissen und Methoden – und sind dank kurzer Wege direkt nebenan.“

Unternehmen und Gründer haben es somit leichter, Technologien wie KI, Cloud Computing oder Blockchain für sich auszuprobieren und sich mit anderen für gemeinsame Projekte oder Geschäftsideen zu vernetzen. Und weil die beste Technik nichts nützt, wenn Kunden sie nicht brauchen oder damit kein Geld verdient wird, gibt die it.emsland als Betreiberin Hilfestellung zu digitalen Strategien mit Veranstaltungen, Seminaren und Coaching-Gesprächen.

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