Neueste Entwicklungen aus dem Rohrleitungsbau

Fachleute kommen aus der ganzen Bundesrepublik

Oldenburg. Das iro-Rohrleitungsforum findet wieder vom 05.-06. Februar in der Weser-Ems-Halle statt. MehrereTausend Besucher aus der ganzen Bundesrepublik sowie den angrenzenden europäischen Nachbarländern werden dazu erwartet.

In insgesamt 36 Vorträgen zum Beispiel über innovative Bau- und Sanierungsverfahren, Strategien für klimaresiliente Netze oder dem Aufbau neuer Versorgungsstrukturen, werden die Themen „Strategien für die Netze von morgen“ erörtert.

Offiziell eröffnet wird das 38. Oldenburger Rohrleitungsforum bereits am 4.Februar im Sitzungssaal des ehemaligen Landtagsgebäudes, letztmalig durch Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, der zur Wiederwahl als Oberbürgermeister nicht wieder antritt. Der Präsident der Jade Hochschule Wilhelmshaven /Oldenburg /Elsfleth, Prof. Dr.-Ing. Manfred Weissensee sowie Mike Böge von der iro-Geschäftsführung eröffnen die Veranstaltung.

Alle notwendigen Informationen zur Teilnahme und zum Programm finden interessierte Leserinnen und Leser im Internet unter www.iro-online.de.

Von links: Eric Trüün, Hendrik Jans, Jan-Heinz Meyerink und Ralf Oudehinkel von der Firma Jan Kwade & Sohn präsentieren sich wieder auf dem Freigelände. Foto: Archiv

Von Friedeburg bis Limburg an der Lahn…

PflegeButler verfügt über 32 Cluster-Standorte in vier Bundesländern

Friedeburg. Die Erfolgsgeschichte zum 20-jährigen Jubiläum der Unternehmensgruppe PflegeButler kann sich sehen lassen: Startete das Unternehmen mit wenigen Beschäftigten vor 20 Jahren, arbeiten heute rund 2.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 1.700 Pflegekräfte in Niedersachsen, bei den konzernzugehörigen Unternehmen.

Den Ursprung hat die „Unternehmensgruppe PflegeButler“ aus den beiden Firmen: „Pflegebutler Häusliche Pflege mit Stil GmbH“, gegründet im Jahr 2006/2007 und „Onesta Holding GmbH“, gegründet im Jahr 2013. Im Jahr 2021 erfolgte dann der Kauf von Armira Beteiligungen GmbH, die unter der Dachmarke PflegeButler vereint wurde.

Die Marke Tempo steht für Taschentücher und die Marke PflegeButler hat sich in 20 Jahren einen guten Markennamen für Ambulant Betreutes Wohnen erarbeitet, daran arbeiten wir jeden Tag weiter“, betonen Alexander Cito Aufenacker und Yvonne Ewert. Von den nördlichsten Standorten in Esens-Bensersiel und in Dornum bis hin zum südlichsten Standort in Koblenz in Rheinland-Pfalz, gibt es auch Standorte in Hessen und in Schleswig-Holstein. Die beiden Hauptstandorte der Verwaltung sind für den Nordwesten in Friedeburg im Kreis Wittmund und in Limburg an der Lahn in Hessen.

2012 Wohnpark Freborg in Friedeburg

2012 Wohnpark Concordia in Emden, Erweiterungsbau im Jahr 2017

2015 Wohnpark Wangerland in Hohenkirchen

2015 Seniorenheim „Gleiberger Land“ in Gießen/Hessen

2016 Seniorenzentrum „Obstgarten“ in Dieblich/ Rheinland

2016 Seniorenzentrum KK Haus in Mengerskirchen/ Hessen

2017 Haus „Wohnstadt“ in Limburg eröffnet, Erweitungsbau im Jahr 2024

2017 Wohnpark Bockhorn in Bockhorn

2017 Seniorenheim „Lahnbrücke“ in Wetzlar/Hessen

2018 Wohnpark Neuenburg in Neuenburg

2019 Wohnpark Jever in Jever

2020 Wohnpark Dornum in Dornum

2020 Seniorenzentrum „Schönblick“ in Dietz/ Rheinland-Pfalz

2020 Seniorenzentrum „Rheinaue“ in Bendorf/ Rheinland-Pfalz

2020 Wohnpark Apen in Apen, Erweiterungsbau im Jahr 2022

2021 Wohnpark Varel in Varel, Erweiterungsbau im Jahr 2022

2021 Wohnpark Hesel in Hesel

2021 Seniorenzentrum Solms in Solms/ Hessen

2021 Seniorenzentrum „Am Limes“ in Hungen/ Hessen

2021 Wohnpark Timmel in Timmel, Erweiterungsbau im Jahr 2022

2021 Wohnpark Schortens in Schortens, Erweiterungsbau im Jahr 2022

2022 Wohnpark Zetel in Zetel

2022 Ambulanter Pflegedienst PflegeButler in Hildesheim

2022 Seniorenzentrum Heuchelheim in Heuchelheim/ Hessen

2022 Ambulanter Pflegedienst Haus Deul in Dietz/ Rheinland-Pfalz

2023 Wohnpark Esens in Esens-Bensersiel

2024 Seniorenzentrum „Lindenring“ in Weilburg/ Hessen

2024 Wohnpark Strackholt in Strackholt

2024 Wohnpark Sande in Sande

2025 Seniorenzentrum Westerwald in Betzdorf/ Rheinland-Pfalz

2025 Ambulanter Pflegedienst HDU von 1987 in Kiel/ Schleswig-Holstein

2026 Ambulanter Pflegedienst PflegeButler aktiv in Limburg/ Rheinland-Pfalz

In allen Einrichtungen finden die Menschen ein neues Zuhause und zwar geprägt von Geborgenheit, Lebensqualität und einem würdevollen Begleitung. Unser Pflegekonzept schafft Nähe, Sicherheit und Lebensqualität, das haben wir geschafft“, so der Geschäftsführer Cito Alexander Aufenacker abschließend.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Inge Meyer

Neue KÜS Prüfstelle in Schirum

Erfahrene Prüfingenieure arbeiten in der neuen Halle

Aurich-Schirum. Die beiden Geschäftsführer Johannes Bley und Juri Breise eröffneten die neue KÜS-Prüfstelle im Gewerbegebiet Aurich-Schirum am 1. Dezember letzten Jahres. „Nach gut einem Jahr Bauzeit konnten wir die neue Halle mit Bürotrakt in Betrieb nehmen. In der Eröffnungswoche lief die Prüfstelle von Anfang an gut an“, sagt Johannes Bley, der kürzlich auf sein 30-jähriges Jubiläum mit dem Kfz-Sachverständigenbüro Bley zurückblickte.

Gewerbliche und private Fahrzeugbesitzer finden nun ein komplettes Prüfangebot vor, das mit einem umfangreichen Service einhergeht. „In der Halle ist die technische Ausstattung auf dem neuesten Stand für Pkw, Lkw, Busse, Zweiräder, Kleintransporter sowie für große Wohnmobile, Wohnwagen und Anhänger“, erläutert Geschäftsführer Juri Breise.

In der zentral gelegenen KÜS-Prüfstelle Aurich – direkt an der Ampelkreuzung in Schirum – werden die Kunden von den erfahrenen Prüfingenieuren Gerwin Weerts und Thomas Ahrens betreut. Terminreservierungen sind online oder nach telefonischer Absprache möglich. Weiterhin besteht die Möglichkeit auch ohne Termin vorbeizukommen, die Papiere samt Schlüssel abzugeben oder einzuwerfen und das Fahrzeug dann am Abend wieder abzuholen. „Der Kunde kann alternativ auch im Servicecenter bei Kaffee oder einem Kaltgetränk warten.“ Und: „Vom Wartebereich aus ist die Prüfhalle zudem einsehbar, so dass die Kunden die Durchführung der Abnahme verfolgen können“, so Juri Breise weiter.

Mehr Informationen erhalten Sie im Internet unter www.kues-aurich.de oder unter der Rufnummer 04941/66619. Terminvereinbarungen sind hierüber ebenfalls möglich.

Bildunterschrift:

Von links: Johannes Bley und Juri Breise waren mit dem Start der neuen KÜS Prüfstelle sehr zufrieden. Foto: Inge Meyer

Das Licht ging an im Rathauspark…

Specken Illumination lieferte Weihnachtsbaum & Wasserturm

Langeoog. Advent, Advent – (k)ein Lichtlein brennt! Das wurmte die Inselbewohner der Gemeinde Langeoog schon lange, denn bis Weihnachten 2023 war diese stark verbesserungsfähig. Um neue Weihnachtsbeleuchtung zu kaufen, wurden eifrig Spenden bei verschiedensten Events gesammelt. „Der Langeooger Sportverein TSV hat bei Public-Viewing-Abenden Getränke und Snacks verkauft. Da ist viel Geld zusammengekommen“, teilt Thomas Pree von der Kurverwaltung Langeoog mit.

Eine eigene TSV-Kultursparte wurde gegründet und es kamen weitere Geldmittel von Spendern, Sponsoren und Unterstützern zusammen, so dass die Planung für die Investition eine neue Weihnachtsbeleuchtung an den Start ging. „Im Internet sind wir dann auf Familie Specken gestoßen, die Weihnachtsbeleuchtung seit über 45 Jahren verkauft“, so der Marketingleiter Thomas Pree weiter. In der Adventszeit 2024 erleuchtete der schöne Weihnachtsbaum von der Firma Specken Illumination „Made aus Bollingen“ erstmals auf Langeoog.

Auf den Geschmack gekommen, ging es dann in die „zweite Weihnachtsrunde“: Das Wahrzeichen von Langeoog, der Wasserturm, wurde bei den Saterländern als weitere Weihnachtsbeleuchtung in Einzelanfertigung in Auftrag gegeben. Per Laternenumzug, Musik, Glühwein und Bratwurst ging es dann von der Lale-Andersen-Statue quer durch den Ort zum Festplatz und per Countdown mit Knopfschaltung erleuchtet der wunderschöne Wasserturm. „Das hat alles gut geklappt, viele Vereine von der Inselgemeinde haben sich beteiligt. Für Einheimische und Touristen war der Advent-Event im letzten Jahr etwas Besonderes“, betont Thomas Pree, der den Nachmittag moderierte.

Im Rathauspark angekommen, gab es einen musikalischen Empfang mit dem Langeoog-Chor „de Likedeeler“. Durch den Nachmittag führte Thomas Pree von der TSV-Kultursparte als Moderator. Das leibliche Wohl war mit Kinderpunsch (für Kinder kostenlos), Glühwein und Bratwurst sichergestellt- Mehr Informationen auch im Internet unter www.langeoog.de. Mehr Informationen auch auf der Internetseite www.weihnachtsbeleuchtung.com.

Energiestandort an der Ems

Rund 2.000 Gäste beim Bürgerempfang in der EmslandArena

Lingen. Grüner Wasserstoff, der IT-Campus und die digitale Entwicklung der Stadt, Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur sowie die positive Finanzlage: Diese Themen standen im Mittelpunkt der Rede von Oberbürgermeister Dieter Krone beim Bürgerempfang der Stadt Lingen (Ems) in der EmslandArena. Rund 2.000 Gäste begrüßte das Stadtoberhaupt am 11.Januar. Musikalisch begleitet wurde der Empfang von RoMeO – Rock meets Orchestra – der Musikschule des Emslandes unter der Leitung von Musikdirektor Martin Nieswandt.

Krone betonte die Bedeutung demokratischer Stabilität und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Gleichzeitig dankte er den vielen Engagierten in Lingen, die sich in Vereinen, Verbänden und Institutionen für das Gemeinwohl einsetzen. Lingen stehe wirtschaftlich sehr solide da und könne daher wichtige Entwicklungen konsequent vorantreiben.

Ein Schwerpunkt der Rede lag auf der Transformation des Energiestandortes. Krone verwies auf die Konverterstation von Amprion, die in diesem Jahr fertiggestellt werden soll. Dadurch würden in wenigen Monaten 1,8 Gigawatt grüner Strom nach Lingen geführt. Dieser CO-freie Strom sei die Grundlage für die Produktion von Grünem Wasserstoff durch die Elektrolyseanlagen von RWE und BP. Insgesamt lösten die Vorhaben am Standort Investitionen von über drei Milliarden Euro aus. „Wir bauen hier nicht nur eine Anlage – wir bauen eine komplette Wasserstoff-Wertschöpfungskette: von der Produktion über die Speicherung bis hin zur Anwendung“, so Krone.

In der Entscheidungsphase befinde sich zudem ein Batteriegroßspeicher, der zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen könne. Eine Investorenentscheidung werde in Kürze erwartet. Auch die Strategie zur Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur hob der Oberbürgermeister hervor. Lingen verfüge heute über mehr als 4.000 Betriebe und rund 30.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Erweiterungen und Neuansiedlungen in verschiedenen Gewerbegebieten stärkten den Standort an der Ems und machten ihn widerstandsfähiger gegenüber Konjunkturschwankungen.

Ein weiteres Zukunftsprojekt sei der Aufbau eines innovativen Forschungs- und Entwicklungsstandortes – insbesondere durch den IT-Campus Lingen. Der Stadtrat habe den Bebauungsplan einstimmig beschlossen, der erste Baustein „Vision Dock“ nehme bereits Form an. Umgesetzt werde das „Vision Dock“ durch ein Projektteam um Frank Exeler, das rund 40 Millionen Euro investieren wolle. „Der IT-Campus ist für mich ein Zukunftsversprechen – an Fachkräfte, an Studierende, an Start-ups und an unsere mittelständischen Unternehmen“, betonte der Oberbürgermeister. Doch Digitalisierung dürfe niemals ausgrenzen, deshalb werde ein neuer Digitallotse als Ansprechpartner für Hilfestellungen und Beratungen im Rathaus eingeführt.

Der Haushalt 2026 sei mit Blick bis 2029 nahezu ausgeglichen beziehungsweise mit Überschüssen geplant, bei der Gewerbesteuer seien aktuell rund 50 Millionen Euro erzielt worden. Gleichzeitig mahnte er zur Umsicht und erinnerte an die schwierige Haushaltslage 2010. Die gute Finanzlage ermögliche wichtige Investitionen in Lebensqualität: unter anderem in Kitas und Schulen, Sportanlagen und Jugendangebote. Auch die Innenstadtentwicklung bewertete Krone positiv. Eine Belegungsquote von 97 Prozent und ein Rekordergebnis von über 12,2 Millionen Passanten in der Innenstadt unterstrichen die Attraktivität. Weitere Veränderungen seien am Alten Hafen mit neuer Gastronomie und einer Marina sichtbar. Beim Thema Wohnen berichtete Krone von 620 neuen Wohneinheiten im Stadtgebiet sowie weiteren 1.700 Bauvoranfragen oder -anträgen.

„Walt Disney wäre stolz darauf gewesen“

12. Gründerpreisverleihung fand in Halle IV am Campus in Lingen statt

Lingen. Insgesamt 85 Unternehmen aus der Region Weser-Ems und drei Schulen reichten ihre Bewerbungsunterlagen für den Gründerpreis Nordwest ein. „Von 85 Bewerbungen kamen 47 aus dem Landkreis Emsland und darunter viele aus Lingen“, fügte Jürgen Brüna, Initiator des Gründerpreis Nordwest, in der Begrüßung vor Weihnachten hinzu.

Zwölf Firmen – darunter zwei Kleingründungen und zwei Unternehmensnachfolgen – sowie zwei Schulgründungen kamen in die engere Auswahl, darunter sechs Lingener Startups. Diese Betriebe besuchte die Jury vor Ort. „Das Lingener Gründerzentrum existiert schon seit 2002. Es ist tatsächlich immer wieder erstaunlich, wieviel Mut Gründerinnen und Gründer haben, etwas Neues auszuprobieren“, sagte Dieter Krone, Oberbürgermeister der Stadt Lingen, in seinem Grusswort vor den rund 150 Gästen aus Wirtschaft und Politik.

Laudator Felix Hapig würdigte den Top-Gewinner des Gründerpreises Nordwest: Die Firma Space Magic GmbH, die im Obergeschoss des Caro-Einkaufscenters in Aurich ansässig ist, erhielt den 1. Preis in Höhe von 2.500 Euro. „Mit Space Magic, Weltraum-Entertainment, ist einer der größten Indoor-Freizeitparks im Nordwesten geschaffen worden, und rund 100 Beschäftigte haben dort einen Job gefunden“, sagte Rechtsanwalt Felix Hapig. Er selber besuchte den Freizeitpark mit seinen Kindern, aß im „Walt Disney“-Restaurant und testeten die doch sportlich anspruchsvollen Einrichtungen der Galaxie. „Walt Disney wäre stolz darauf gewesen“, fügte Hapig hinzu. Seit der Eröffnung im März 2024 verbucht Space Magic schon 10.000 Besucher nach einem Jahr. Bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen ist „Space Magic“ richtig angesagt.

Den 2.Preis erhielt die Werbeagentur saftladen content & design GmbH & Co.KG aus Lingen. Das Preisgeld betrug 1.000 Euro. „Ich selber habe mich im Jahr 2010 mit einer Werbeagentur in Aurich selbstständig gemacht und freue mich umso mehr, die Lautdatio für die beiden Gründerinnen Anna Wilmes und Lea Wintermann von der Agentur saftladen zu halten“, sagte Katrin de Buhr von DESIGNSTUUV Werbeagentur. Das achtköpfige Team habe Mut bewiesen, gründete sich in Corona-Zeiten und bildet zum Mediengestalter aus.

Den dritten Platz mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro erhielt das Team von der Firma OM Stuhr GmbH & Co.KG mit Sitz in Cloppenburg. Der Sonderpreis für Unternehmensnachfolge erhielt die „Filmpalast Cine-World GmbH & Co.KG“ in Lingen und ein weiterer Sonderpreis erhiet die „Northern German Barbecue GmbH“ in Wilhelmshaven. Der Sonderpreis ging an die „Schülergenossenschaft DruckFest“ von der BBS Lingen Wirtschaft.

Von links:

Laudator Felix Hapig gratulierte den Gründern Steve Schröder und Christoph Vogels von der Firma Space Magic GmbH, die auf den 1. Platz landeten. Rechts im Bild ist Jürgen Brüna. Foto: Inge Meyer

Gesellschaftsformen für GründerInnen

Gesellschaftsformen für Startups: Ein Überblick über Vor- und Nachteile

Leer. Die Wahl der richtigen Rechtsform ist eine der ersten und wichtigsten Entscheidungen bei der Gründung eines Startups. Sie beeinflusst unter anderem die Haftung, den Kapitalbedarf, steuerliche Aspekte sowie die Außenwirkung gegenüber Investoren, Kunden und Geschäftspartnern. In Deutschland stehen Gründerinnen und Gründern verschiedene Gesellschaftsformen zur Verfügung. Besonders häufig kommen für Startups die GbR, GmbH, KG, UG (haftungsbeschränkt) und das Einzelunternehmen in Betracht. Im Folgenden werden diese Rechtsformen vorgestellt und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile erläutert.

1. Einzelunternehmen

Das Einzelunternehmen ist die einfachste und häufig auch schnellste Form der Unternehmensgründung. Es wird von einer einzelnen natürlichen Person geführt und erfordert kein Mindestkapital.

Vorteile: Ein großer Vorteil des Einzelunternehmens ist die unkomplizierte Gründung. Es fallen geringe Kosten an, da kein Gesellschaftsvertrag oder Notar erforderlich ist. Der Unternehmer trifft alle Entscheidungen selbst und kann flexibel agieren. Auch die Buchführung ist – zumindest bei kleineren Umsätzen – vergleichsweise einfach.

Nachteile: Der größte Nachteil liegt in der unbeschränkten Haftung. Der Inhaber haftet mit seinem gesamten Privatvermögen für Verbindlichkeiten des Unternehmens. Zudem kann es schwieriger sein, Investoren zu gewinnen, da keine Gesellschaftsanteile vergeben werden können. Für stark wachstumsorientierte Startups ist diese Rechtsform daher oft nur bedingt geeignet.

 

2. Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Die GbR ist eine Personengesellschaft und eignet sich besonders für Gründungen mit mindestens zwei Personen, etwa bei kleinen Startups oder Projektgemeinschaften.

Vorteile: Die Gründung einer GbR ist sehr einfach und kostengünstig, da kein Mindestkapital vorgeschrieben ist und kein Notar benötigt wird. Eine Ausnahme gilt bei Immobiliengeschäften. Dann ist eine Eintragung der sogenannten eGbR in das Register durch den Notar erforderlich. Dies ist allerdings schnell und günstig erledigt. Die Gesellschafter können den Gesellschaftsvertrag flexibel gestalten. Steuerlich wird die GbR transparent behandelt, das heißt Gewinne werden direkt den Gesellschaftern zugerechnet.

Nachteile: Alle Gesellschafter haften unbeschränkt, persönlich und gesamtschuldnerisch. Das bedeutet, dass jeder Gesellschafter für die gesamten Schulden der GbR einstehen muss. Für risikoreiche Geschäftsmodelle oder starkes Wachstum ist dies problematisch. Außerdem wirkt die GbR auf Investoren oft wenig professionell.

3. Unternehmergesellschaft (UG haftungsbeschränkt)

Die UG ist eine Sonderform der GmbH und wurde speziell geschaffen, um Gründern mit wenig Startkapital den Einstieg zu erleichtern.

Vorteile: Ein wesentlicher Vorteil ist das geringe Stammkapital, das bereits ab 1 Euro möglich ist. Die Haftung ist – wie bei der GmbH – auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. Dadurch ist das private Vermögen der Gründer geschützt. Die UG eignet sich gut als „Einstiegs-GmbH“ für Startups in der Frühphase.

Nachteile: Die UG unterliegt einer gesetzlichen Rücklagenpflicht: Ein Teil des Gewinns muss angespart werden, bis das Stammkapital einer GmbH (25.000 Euro) erreicht ist. Zudem leidet die UG teilweise unter einem geringeren Ansehen, da sie als „Mini-GmbH“ wahrgenommen wird. Der Verwaltungsaufwand ist höher als bei Personengesellschaften.

4. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die GmbH ist eine der beliebtesten Rechtsformen für Startups in Deutschland, insbesondere wenn Wachstum und externe Finanzierung geplant sind.

Vorteile: Die Haftung ist auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt, was ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Die GmbH genießt ein gutes Ansehen bei Investoren, Banken und Geschäftspartnern. Geschäftsanteile lassen sich klar regeln und übertragen, was Beteiligungen erleichtert. Zudem ist die GmbH gut skalierbar.

Nachteile: Das erforderliche Stammkapital von 25.000 Euro (wobei 12.500 Euro bei Gründung eingezahlt werden müssen) stellt für manche Gründer eine Hürde dar. Die Gründung ist formeller und teurer, da ein Notar erforderlich ist. Auch die laufenden Pflichten, etwa Buchhaltung und Jahresabschluss, sind aufwendiger.

5. Kommanditgesellschaft (KG)

Die KG ist eine Personengesellschaft mit mindestens einem voll haftenden Gesellschafter (Komplementär) und einem beschränkt haftenden Gesellschafter (Kommanditist).

Vorteile: Die KG erlaubt eine klare Trennung zwischen operativer Führung und Kapitalbeteiligung. Kommanditisten haften nur in Höhe ihrer Einlage, was für Investoren attraktiv sein kann. Gleichzeitig bleibt die Geschäftsführung in der Hand der Komplementäre. Die KG bietet damit flexible Gestaltungsmöglichkeiten.

Nachteile: Mindestens ein Gesellschafter haftet unbeschränkt mit seinem Privatvermögen. Die Struktur ist komplexer als bei einer GbR, und der Verwaltungsaufwand ist höher. Für viele Startups wird die KG erst in Kombination mit einer GmbH als Komplementär (GmbH & Co. KG) wirklich interessant, was die Gründung zusätzlich verkompliziert.

Fazit: Welche Gesellschaftsform für ein Startup die richtige ist, hängt stark von den individuellen Zielen, dem Risikoprofil, dem Kapitalbedarf und der Anzahl der Gründer ab. Während Einzelunternehmen und GbR vor allem durch Einfachheit überzeugen, bieten UG und GmbH eine Haftungsbeschränkung und bessere Voraussetzungen für Wachstum und Investoren. Die KG kann bei speziellen Anforderungen sinnvoll sein, ist jedoch komplexer. Eine sorgfältige Abwägung – idealerweise mit rechtlicher und steuerlicher Beratung – ist daher unerlässlich, um langfristig erfolgreich zu starten.

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