Interview mit Johannes Aderholz von der Borkum Hafen Immobilien GmbH

Von Inge Meyer

Borkum/Bremen. Genau 1.469 Offshore-Windenergieanlagen sind im Jahr 2019 installiert worden, dies entspricht rund 7.500 Megawatt Windstrom. Nun einigten sich die Küstenländer im Mai darauf, dass der in Nord- und Ostsee erzeugte Strom bis zum Jahr 2030 deutlich erhöht werden soll – auf 20 Gigawatt. In dem folgenden Interview gibt Johannes Aderholz, Geschäftsführer der Borkum Hafen Immobilien GmbH, einen Einblick in das Bauprojekt „Offshore Quartier“ mit Investitionskosten in Höhe von knapp 20 Millionen Euro.

1)Seit wann engagiert sich die Borkum Hafen Immobilien im Offshore-Hafen Borkum?

Wir sind seit Mitte 2018 auf der Insel aktiv. Mittelbar durch unsere Schwestergesellschaft, der Deutschen Windtechnik AG (DWT), jedoch bereits seit Januar 2016. Die DWT ist seinerzeit mit der Wartung von den Senvion-Turbinen im Offshore-Windpark (OWP) Alpha Ventus angefangen. Heute ist sie dort komplett verantwortlich. Darüber hinaus ist sie seit dem letzten Jahr für die Wartung und Instandhaltung im OWP Riffgat und TWB2 zuständig. Aktuell sind von der Deutschen Windtechnik rund 40 Techniker auf Borkum. So kam auch der Impuls zu unserem Engagement auf Borkum.

2)Haben Sie die Fläche gekauft oder gepachtet?

Die Fläche wurde per Erbpacht von den Wirtschaftsbetrieben der Nordseeheilbad Borkum GmbH erworben, mit einer Größe von rund 50.000 Quadratmeter.

3)Wann sind Sie mit dem Neubau des Offshore Quartiers angefangen und wie groß werden die verschiedenen Gebäudeteile mit direktem Wasserzugang sein?

Mit dem Neubau des Offshore-Quartiers im Borkumer Hafen sind wir im September 2019 angefangen. Bei diesem Bauvorhaben mit einer Investitionssummer in Höhe von rund 20 Millionen Euro ohne Erbbaukosten handelt es sich um 115 Betriebswohnungen mit Gemeinschaftsräumen- und Küchen, sowie Sport- und Fitnessgelegenheiten für die Offshore Mitarbeiter, die im ersten Bauabschnitt errichtet werden. Weitere 125 Einheiten können in einem zweiten Bauabschnitt entstehen. Ergänzt wird das Wohnquartier durch einen gastronomisch orientierten Nahversorger, angepasst an die speziellen Bedürfnisse der Betriebe vor Ort. Die Ausschreibung an regionale und überregionale Betreiber ist in der Vorbereitung.

4)Wie kommen Sie mir dem Bauvorhaben voran, wird die Fertigstellung planmäßig verlaufen?

Wir sind in der glücklichen Lage, dass die aktuelle Situation mit Corona zu keinen Verzögerungen am Bauvorhaben geführt hat, so dass wir mit der geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2021 rechnen. Der Hochbau ist weitgehend abgeschlossen worden und das Dach ist drauf. In der zweiten Jahreshälfte starten wir mit den Innenausbauarbeiten.

5)Nun befindet sich die Windenergie seit längerer Zeit in schwerem Fahrwasser…Mit  wie vielen Personen aus der Branche und Übernachtungen rechnen Sie pro Jahr? Und wie vermarkten Sie die Offshore-Betriebswohnungen?

quasi im Internet wie eine Hotelplattforum oder wie?

Geplant ist, dass die Wohnungen grundsätzlich zur mittel- und langfristigen Vermietung an die Offshore-Firmen für geplante Wartungs-, Instandsetzungs- und Aufbauarbeiten von derzeit über 500 Windenergieanlagen in der Nordsee vor Borkum vermietet werden. Wir rechnen hier mit einer Auslastung von 95-98 Prozent des Offshore-Quartiers.

6)Wie groß sind die einzelnen Offshore-Wohnungen und sind auch Konferenz- und Tagungsräume vorgesehen?

Die Wohnungen sind circa  30 Quadratmeter groß und komfortabel eingerichtet, zum Beispiel mit HIGH SPEED WLAN. Die Gemeinschaftsräume können multifunktionell auch für Tagungen und Konferenzen genutzt werden. Die Appartements sind mit einem Wohn- und Schlafzimmer sowie Kochzeile und Dusche/WC ausgestattet. Die größeren Wohnungen verfügen jeweils über ein Schlafzimmer und einen Wohnraum. Außerdem stehen für die Offshore-Beschäftigten Gemeinschaftsräume für Fahrräder, Waschmaschinen und Schutzausrüstungen sowie Spintschränke zur Verfügung.

Mehr Informationen auch im Internet unter https://borkum-hafen-immobilien.de/