Interview mit dem Bürgermeister Patrick Kösters von der Insel Spiekeroog

Spiekeroog. Patrick Kösters ist seit vier Jahren Bürgermeister der Inselgemeinde Spiekeroog und wurde jetzt mit fast 90 Prozent am 13.September von den Insulanern wiedergewählt. Auf der Insel mit rund 800 Einwohnern und ohne Autoverkehr muss vieles gemacht und angeschoben werden.

Im folgenden Interview gibt Patrick Kösters dazu einen Einblick ins Inselgeschehen.

Herzlichen Glückwunsch zur gewonnenen Wiederwahl als Bürgermeister bis 2034. Was für Top-Highlights gibt es, die Sie anpacken möchten?

Die offizielle Anerkennung des eingereichten Dorfentwicklungsplans haben wir und die dort festgelegten Maßnahmen sollen jetzt umgesetzt werden. Zusammen mit den Inseln Baltrum, Juist und Wangerooge profitieren wir von den Fördergeldern. Dazu gehört zum Beispiel die Arztpraxis, die nicht mehr zeitgemäß ist, aber auch Straßensanierungsprojekte , das geplante Handwerkszentrum in den Wilbers-Baracken oder unser Projekt „Bio bleibt auf der Insel“ rund um den Komposthof. Also alles Notwendiges, kein Luxus.

Auf Spiekeroog gilt die Regel „klein, aber fein“. Wie sieht es aus mit der Internetverbindung zum Festland aus?

Zusammen mit dem Landkreis Wittmund erhalten wir eine Sonderförderung in Höhe von 90 Prozent für den Breitbandausbau, das sind so circa sieben Millionen Euro. Wir stehen jetzt kurz vor der Vergabe der Glasfaserverbindung zum Festland und sind guter Dinge, dass es dann nächstes Jahr losgeht. Bislang lief das auf Spiekeroog über Funkverkehr.

Trotz stagnierender Gästezahlen gibt es einige Unternehmen und Privatleute, die in Anbauten, Umbauten und Neubauten investieren.Hängt dies auch mit der geänderten Bauverordnung zusammen?

Die Änderung über den B-Plan/ Bauverordnung habe ich in meiner ersten Amtszeit angeschoben, um den ansässigen Gewerbetreibenden die Möglichkeit baulicher Erweiterungen aufzuzeigen. Wir als Kommune möchten Familienunternehmen, die hier schon in zweiter oder in dritter Generation tätig sind, bei der Unternehmensentwicklung unterstützen. Damit soll ja auch der Verkauf an sogenannte `Heuschrecken`, also Investoren und Weiterverkäufer, gar nicht erst eintreten.

Gibt es derzeit ein neues Bauprojekt im idyllischen Ortskern?

Das Areal zwischen Watt´n Koophuus bis zur Apotheke soll zu einem neuen Sanders Quartier umgebaut werden. Das Bauprojekt in Millionenhöhe sieht vor, dass dort Ferienwohnungen, Dauerwohnraum sowie ein Restaurant und kleine Gewerbeflächen entstehen. Das denkmalgeschützte Gebäude wird nicht abgerissen, sondern saniert. Hier soll das Restaurant eröffnet werden. Die Investoren des Sanders Quartiers sind ortsansässige Gewerbetreibende, die diese Gebäude zwischen Süderloog und Norderloog bereits im Jahr 2023 erworben haben. Dazu wird ein dem Vorhaben bezogener Bebauungsplan erstellt.

Eine letzte Frage:

Kommen die Übernachtungsgäste auch aus den anliegenden europäischen Nachbarländern oder überwiegend aus NRW?

Unsere Zielgruppe an Gästen kommt in erster Linie aus Nordrhein-Westfalen und aus Niedersachsen, also lokales Publikum vom Festland bis nach Südniedersachsen. Der Anteil der Urlaubsgäste aus den Niederlanden und der Schweiz ist zwar noch gering, nimmt aber stetig zu.