Interview mit Engelbert M. Kuhmann von der Saterländer Schinkenmanufaktur

Saterland-Bollingen. Insbesondere zur Weihnachtszeit werden gerne Leckereien mit regionalem Bezug an Firmenkunden überreicht. Die Saterländer Schinkenmanufaktur gibt es bereits seit Jahrzehnten in Bollingen und verbucht eine steigende Nachfrage gerade in der kalten Jahreszeit.

In dem folgenden Interview gibt Engelbert M. Kuhmann einen Einblick in die Manufaktur, die Schinken in den unterschiedlichsten Geschmackssorten vertreibt.

1)Herr Kuhmann, seit wann gibt es die Firma Saterländer Schinkenmanufaktur und wie kam es dazu?

1979 gründete August Blömer die Schinkenfabrikation an diesem Standort, die ich im Jahr 2008 übernommen habe. Zu dem Zeitpunkt verfügte ich als Fleischermeister über eine knapp 30-jährige Berufserfahrung als Geschäftsführer und Prokurist in einem Großbetrieb. Wir haben diesen Standort am Kanal dann mehrfach erweitert, einmal im Jahr 2000 und zuletzt haben wir die neue Halle im Jahr 2015 bezogen.

2) Wie viele unterschiedliche Premium-Produkte bieten Sie an und wie groß ist Ihr Einzugsgebiet?

Wir haben fast 30 verschiedene Produkte im Sortiment, ob nun zum Beispiel Bauernschinken, Kernschinken, Knochenschinken, Lachsschinken oder Nußschinken, die es jeweils in luftgetrocknet, geräuchert oder schwarzgeräuchert gibt. Dabei werden die Premium-Produkte nach alter Tradition und mit einer hauseigenen Gewürz-Salz-Mischung hergestellt. Unsere Schinkensorten sind mehrfach mit der Gold-Medaille von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet worden.

Die Produkte werden bundesweit und in den Niederlanden verkauft. Zum Beispiel bevorzugen die Ostfriesen und die Emsländer den luftgetrockneten Schinken und im Bremer Raum wird mehr geräucherter Schinken verzehrt.

3)Wo kaufen Sie Ihre Fleischwaren ein und wie lange dauert es bis zur kompletten Herstellung eines Premium-Schinkens?

Die Produkte kaufen wir von Schlachthöfen mit dem Qualitätssiegel (QS). Diese QS-Ware garantiert, dass die Tiere in Deutschland geboren, gemästet und geschlachtet wurden. Nach sechs beziehungsweise maximal zehn Monaten werden die Waren an den Groß- und Einzelhandel, an Fleischereien sowie die regionalen DEHOGA-Betriebe und Privatkunden ausgeliefert.

4)Wie verlief das Geschäft während der Corona-Zeit?

Die Gastronomiebranche hat in der Corona-Zeit teils gar nicht eingekauft, da die Betriebe ja geschlossen waren. Zwar zieht der Gastro-Bereich zwar wieder an, aber hier haben wir nur knapp 50 Prozent der Umsätze im Vergleich zum Vor-Coronastatus erreicht. Dafür ordert der Handel umso mehr, da verstärkt Zuhause gegessen wird. Außer Schinken bieten wir noch ein erweitertes Produktsortiment an, das beispielsweise aus Grillspezialitäten, Haxen und Wurstwaren besteht.

5) Das Hauptgeschäft ist zum einen zur Spargelzeit und zum anderen in der Advents- und Weihnachtszeit.

Welchen Präsentservice bieten Sie zur Weihnachtszeit an?

Schon seit Anfang Oktober steigen die Bestellungen und zwar per Internet sowie durch Mundpropaganda gleichermaßen. Wir sind auch immer bemüht Neuprodukte in neuen Geschmacksvariationen anzubieten, was von Privat- und Firmenkunden gut angenommen wird. Die Firmenkundenpräsente werden nach Kundenwunsch zusammengestellt, verpackt und direkt zugestellt – auch in großen Stückzahlen. Hier wäre es gerade in der Vorweihnachtszeit besser, die Präsente frühzeitig zu bestellen. Als Beispiel kaufen die Niederländer das ganze Jahr keinen Schinken, aber in diesen Monaten wird fast täglich bestellt.