Kategorie: Thema

Ein starkes Signal für die Region

Meyer-Schiffe zukünftig nach Emden statt Eemshaven

Papenburg/Emden. Die Preise steigen, die Wirtschaft schwächelt… eine schlechte Nachricht jagt die nächste. Doch Ende März gab es mal eine Schlagzeile, die Auftrieb gab: Die Papenburger Meyer-Werft plant in den Jahren 2027 und 2028 vier Kreuzfahrtschiffe in Emden statt im niederländischen Eemshaven ausstatten zu lassen.

Zusätzlich besteht eine Option für drei weitere Schiffe. So werde der maritime Sektor im eigenen Bundesland gestärkt und die Wertschöpfung bleibe im Land, erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies. Diese Entscheidung freut nicht nur Emdens Bürgermeister Tim Kruithoff, sondern auch die Emder Hafenförderungsgesellschaft e.V. (EHFG). Diese sieht darin einen Beweis, dass der Emder Hafen einen ausgezeichneten Job gemacht hat. Denn im vergangenen Jahr wurde bereits die Endausstattung des Luxuskreuzers ASUK III der Meyer-Werft in Emden von A bis Z erledigt. Ein Test, den die beteiligten Unternehmen mit Bravour bestanden haben.

Auch die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachen Ports (N-Ports) wird zukünftig mit „an Bord“ sein. N-Ports soll nämlich im Vorfeld für die nötige Infrastruktur am Kai sorgen und den Emder Außenhafen hinter der Borkumfähre für die bis zu 350 Meter langen Kreuzfahrtriesen ausbaggern. Auch die Liegewanne im Außenhafen muss noch erweitert werden.

Und apropos Kreuzfahrtriesen: In 2026 ist keine Überfahrt auf der Ems geplant. Stattdessen arbeitet die Papenburger Werft an einem Spezialschiff für die Marine – einem Betriebsstoffversorger der Klasse 707 und an Konverterplattformen. Wann das Marineschiff jedoch über die Ems zum Meer überführt wird, ist noch nicht klar.

Volle Fahrt voraus zur Endausrüstung

Endausstattung der Luxuskreuzer ab dem Jahr 2027 in Emden

Papenburg/ Emden. Nach langen Gesprächen der Verantwortlichen von Werft, Stadt, Land und Maritimer Wirtschaft steht es fest: Die nächsten vier Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft in Papenburg werden im Emder Hafen ausgestattet.

Voraussichtlich sollen 2027 auch zwei Kreuzfahrtriesen aus Papenburg auf Reise gehen: Die Carnival Festivale im Frühjahr und die Disney Believe im Herbst. Bis 2033 sind dann die Auftragsbücher der Werft mit weiteren Schiffe vor allem für die Disney Cruise Line und MSC Cruises gefüllt. Dabei wird es einige Neuerungen geben.

So setzt Disney ab 2029 auf eine kleinere Schiffsklasse mit je rund 100.000 Bruttoraumzahlen (BRZ), während MSC seine New-Frontier-Klasse mit 180.000 BRZ startet. Voraussichtlich ebenfalls im Jahr 2029 wird die Meyer-Werft dann ganz neue Wege gehen und für Ulyssia Residences kein klassisches Kreuzfahrtschiff, sondern ein Wohnschiff für Langzeit-Bewohner bauen.

Außerdem wurde bei der Meyer-Werft ein neues Kapitel aufgeschlagen: Auf der Messe Seatrade Cruise Global in Miami/USA wurde das Projekt „Vision“ vorgestellt. Es ist das weltweit erste zu 100 % batterieelektrisch betriebene Kreuzfahrtschiff mit einer Größe von mehr als 80.000 BRZ. Die Konzeptstudie zeigt, wie nachhaltige Innovationen die Zukunft der Kreuzfahrt neu definieren können. Foto: Archiv

„Das ist ein echtes Highlight“

Beim Nautischen Essen war Gitta Connemann aus Hesel

Emden. Mit 283 Gästen war das Nautische Essen im Klub zum guten Endzweck am 6. März gut besucht. Die Hauptrednerin war Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die eine beeindruckende Rede hielt.

Ich freue mich, dass Emden den Hafen-Dialog mit Dörpen seit Jahresbeginn fördert. Das war in der Vergangenheit so mit der Lieferung von Zellulose und das soll auch zukünftig so bleiben“, sagte die CDU-Politikerin Gitta Connemann aus Hesel. Zum einen ging sie damit auf Rohstofflieferungen für die Nordland Papierfabrik ein. Zum anderen betonte sie auch, dass die 14. Nationale Maritime Konferenz für die drittgrößte Seehafenstadt im Norden in der Zeit vom 29.-30. April 2026 großartig sei.

Im Seehafen Emden werden nicht nur Autos und Militärgut umgeschlagen, sondern demnächst auch wieder Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft ausgerüstet. Gitta Connemann begrüßte Jan Meyer von der Papenburger Meyer Werft, der zu den Gästen zählte und sagte: „Das ist ein echtes Highlight, dass die Schiffe ab dem kommenden Jahr 2027 wieder in Emden ausgestattet werden und nicht in Eemshaven.“ Damit werden viele Arbeitsplätze in Emden und im nördlichen Emsland erhalten bleiben und über 500 Mitarbeitende sind in der Regel an Bord eines Luxuskreuzers, wenn ein neues Meyer-Schiff ausgerüstet wird.

Connemann betonte, dass das Großbürgschaftsprogramm im Werftensektor aufgenommen wurde. „Damit steht ein dreistelliger Millionenbetrag zur Verfügung. Bund und Länder werden bis zu 80 Prozent einer Finanzierung leisten können“, sagte Connemann vor der maritimen Verbundwirtschaft.

Auch die 14. Nationale Maritime Konferenz sei ein Highlight für die Seehafenstadt Emden unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers Friedrich Merz. „Das ist eine riesige Chance, die Infrastrukturprojekte in Emden anzuschieben und umzusetzen. Wenn uns das nicht gelingt, Gelder auf die Straße zu bringen, geht auch ein Stück Vertrauen verloren“, mahnte die Heselerin, die sich Jahrzehnten als Politikerin für die Region engagiert.

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