Autor: Ilka Himstedt Seite 2 von 3

Energiewende mit Bürgerbeteiligung & innovativer Technik

Vorstand der Borkum Energiewelle eG ist mit dem ersten Jahr zufrieden

Borkum. Die Borkum Energiewelle eG wurde am 7. Mai 2025 gegründet und ist am 23.Juli in das Genossenschaftsregister eingetragen worden. Die PV-Anlage verfügt über eine Leistung von 70.000 kWh und erzielte im Startjahr rund 14.500 kWh „grünen Strom“.

Bei der Gründung der Borkum Energiewelle hat uns Ulli Mitterer vom Genossenschaftsverband Weser-Ems geholfen. Da waren es 12 Personen, mittlerweile sind wir insgesamt 86 Genossinnen und Genossen. In diesem ersten vollem Wirtschaftsjahr möchten wir 100 anpeilen“, sagt Markus Stanggassinger, Aufsichtsratsvorsitzender der neuen Genossenschaft. Das sind überwiegend Borkumer, aber auch Anwohner vom Festland und Gäste.

Die PV-Anlage wurde von der Firma Nordwell Solar aus Moormerland geliefert. „Die Energiewelle eG ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Energiewende lokal, gemeinschaftlich organisiert und technisch auf dem neuesten Stand umgesetzt werden kann“, so Jan Lindemann, Geschäftsführer der Nordwell Vertrieb GmbH. „Die installierte PV-Anlage bei der Kläranlage hat 85.0000 Euro gekostet und das Geld war vorhanden“, erzählt Helmut Heine, Vorstandsvorsitzender der Borkum Energiewelle eG. Jedes Genossenschaftsmitglied kann Anteile in Höhe von 250 Euro erwerben, aber maximal nur 20 Anteile. „Die Grenze haben wir bei 20 Anteilen gesetzt. wenn ein Mitglieder kurzfristig austreten möchten und ausgezahlt werden muss“, fließt nicht zuviel Kapital ab“, erklärt Heine.

Bei der Genossenschaft geht es um die Erzeugung des grünen Stroms und nicht um Gewinnerzielung. „In dem ersten angebrochenem Rumpfjahr 2025 haben wir 14.500 kWh erzeugt, damit sind wir sehr zufrieden“, informiert Peter Stukenborg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Die erwartete Menge an Grünstrom ist auf maximal 70.000 kWh in diesem Jahr veranschlagt worden. „Generell ist die Amortisationsdauer besser bei kommunalen Objekten“, betonen Heine und Stukenborg.

Auch eine Kombination mit Elektromobilität ist auf der Insel mit rund 5.000 Einwohnern zukunftsweisend. „Was dieses Projekt besonders macht, ist die Kombination aus innovativer Technik und echter Bürgerbeteiligung. Die Wertschöpfung bleibt auf der Insel, und die Menschen können aktiv Teil der Energiewende werden“, betont Jan Linnemann von der Firma Nordwell.

Mehr Informationen auch unter www.energiewelleborkum.de.

 

Von links:

Aufsichtsratsvorsitzender Markus Stanggassinger und die Vorstandsmitglieder der Energiewelle eG, Helmut Heine und Peter Stukenborg, sind mit dem Jahr 2025 zufrieden.

Foto: Inge Meyer

Foto: dreisp. Oben

     

Mit Garden Girls in die Zukunft

Bei Gartenbau de Vries findet der 17. Business Netzwerkabend in Tange statt

Apen-Tange. Sie sind rosa, weiß oder violett, sie heißen zum Beispiel Betty oder Hilda und zusammen sind sie die „Garden Girls“ aus der bunten Heidewelt mit über 90 verschiedenen Sorten. Auch in Apen werden die Garden Girls gezüchtet, und zwar bei Gartenbau de Vries im Ortsteil Tange der Gemeinde Apen.

Erst im Januar letzten Jahres hat Jan de Vries den renommierten Heidespezialbetrieb Marohn & Häger übernommen und das Traditionsunternehmen fit für die Zukunft gemacht. Besonderen Fokus hat der ambitionierte Jungunternehmer zum einen auf neue Sorten und zum andern auf optimierte Haltbarkeit und verbesserte Pflanzengesundheit gelegt. Dafür wurde die Betriebsfläche vergrößert, modernisiert und zusätzlich in Automatisierung investiert.

Welche Herausforderungen dafür angenommen wurden und welche Pläne noch geschmiedet werden, darüber referiert Jungunternehmer und Nachfolger Jan de Vries am 28. April zwischen 19 und 21 Uhr beim 17. Business Netzwerkabend.

Dazu hat Apens Bürgermeister Matthias Huber wieder alle eingeladen, was in der Wirtschaftswelt Rang und Namen hat. In den Räumlichkeiten des Gartenbaubetriebes in Tange verspricht Huber unter dem Motto „Mit den Garden Girls in die Zukunft“ einen spannenden Rundgang, innovative Perspektiven und einen inspirierenden Vortrag über Unternehmergeist, Fortschritt und nachhaltiges Wachstum. Im Anschluss steht dann ein gemeinsames Abendbrot mit regem Austausch aller Teilnehmer auf der Tagesordnung.

Mit dem Netzwerk wurde eine Plattform für Akteure in der Geschäftswelt und der heimischen Wirtschaft geschaffen. „Die Fachleute aus der Wirtschaft und ihr Wissen sollen damit zu einem lockeren Zusammenschluss gebündelt werden“, erklärt Huber „Es geht auch darum, neuen Betrieben oder z.B. Jungunternehmern die Chance zu eröffnen, hier mit den Betriebsinhabern der traditionellen, seit Jahren ortsansässigen Firmen, ins Gespräch zu kommen.“ Das Business Netzwerk besteht aus Verwaltungsvertretern der Gemeinde Apen und den ortsansässigen Unternehmen.

 

In diesem Jahr findet der Unternehmerabend bei Gartenbau de Vries in Apen-Tange statt. Foto: Inge Meyer

KI geht schneller, dauert aber länger

Service-Beraterin Sabine Hübner aus Düsseldorf zum Thema KI

Künstliche Intelligenz kann Produkte generieren, kann Texte überarbeiten und übersetzen, dient als wundervoller Ideengenerator. Aber: Macht KI nicht auch das Kunden-WOW kaputt? Ich habe da einen Verdacht…

Wir sind umgeben von intelligenten Algorithmen und digitalen Assistenten, die uns in vielen Lebensbereichen unterstützen. Immer wieder reden wir uns die Köpfe heiß darüber, was gut funktioniert, und was nicht. Vor allem: Was wie auf das Kundenerlebnis wirkt. Stört KI das Kunden WOW? Drei Überlegungen:

1. Macht KI blöd?

Hoffentlich nicht! Tools wie ChatGPT oder auch Deepl Write liefern so schnell so gute Ergebnisse, dass es einfacher scheint, darauf zu klicken, als selbst zu denken. Oder Informationen zu suchen. Oder einen Text zu optimieren. Tatsächlich ist es sinnvoll, „dumme“ Arbeiten zu automatisieren, um mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben und wertvolle Geschäftskontakte freizuschaufeln. Aber KI sucht immer nur die kürzeste, die wahrscheinlichste Antwort. Für exzellente Ergebnisse reicht das nicht: Innovation und WOW leben vom Unwahrscheinlichen.

Fazit: Wenn es dumm läuft, macht KI nicht nur uns blöd, sondern auch unsere Projekte.

 

2. Fördert KI kurze Aufmerksamkeitsspannen?

Vielleicht! Haben Sie einmal daran gedacht, dass ein Tool wie ChatGPT eine viel zu lange Mail auf drei dürre Stichworte eindampfen kann? Dann müssen sie dem Sermon keine lange Aufmerksamkeit widmen und wissen trotzdem, was drinsteht. Gut! Aber was, wenn Ihr Gegenüber vorher drei dürre Stichworte mit KI-Hilfe zu einer lange Mail aufgeblasen hatte? Vielleicht, um Eindruck zu schinden? Ja, das klingt jetzt komisch – perspektivisch ist das aber eine Quelle für teure Fehler, die dann viel Aufmerksamkeit verschlingen, und damit sehr viel Geld…

Also: Vor dem Sparen von Aufmerksamkeit bitte erst mal nachrechnen!

 

3. Schreckt KI Kundinnen und Kunden ab?

Hilfe, ich bin schwanger, kann ich vorbeikommen?“ „Ich habe einen Knoten gefühlt, können Sie sich das mal ansehen?“ Angenommen, Frauenarztpraxen beantworten solche Anrufe per KI: „Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit!“ „Ich biete Ihnen gerne einen Termin in sechs Monaten an!“ Ja, dann schreckt Künstliche Intelligenz Patientinnen ab, denn für sensiblen Anfragen, zum Beispiel Anwalt, Steuerberater oder Hauptlieferant ist KI (noch?) nicht gemacht. Für andere Anfragen aber schon, zum Beispiel für Standardfragen in Online-Shops („Wo ist mein Paket?“).

Hier ist es eher abschreckend, dass es hierzulande kaum Chatbots gibt: Eine aktuelle Studie der Gisma University of Applied Sciences hat den Kundenservice der 50 größten Onlineshops in Deutschland untersucht. Ergebnis: Ganz 9 (!) Unternehmen haben Chatbots im Kundenservice – 82 Prozent nutzen das KI-Potenzial also nicht. https://web.gisma.com/chatbots-ki-im-kundenservice

Am besten erreichbar war übrigens einer der ältesten Versandhändler, der schon seit Jahren eine Kundenservice-KI namens Clara an Bord hat: Otto. https://www.otto.de/clara/

Fazit: Wenn KI genau da arbeiten darf, wo sie hinpasst (und nur da!), steigert sie Produktivität und Serviceglück. Anfangs dauert es zwar, langfristig spart KI aber viel Zeit.

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