Autor: Ilka Himstedt Seite 1 von 2

Wasserstoffszene mit Fachleuten in Lingen

Learning Journey in Lingen (Ems)

Zweite Learning Journey mit bundesweiten Fachleuten 

Lingen. Mit einem durchweg positiven Fazit ging die zweite Ausgabe der Learning Journey „Meet the Valley“ in Lingen vor der Sommerpause zu Ende. Rund 25 Wasserstoffexpertinnen und -experten aus dem gesamten Bundesgebiet und aus den Niederlanden tauschten sich über aktuelle Entwicklungen, Innovationen und Projekte rund um das Thema Wasserstoff aus. Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an Start-ups, Innovatoren und Tech-Talente aus der Green-Energy-Szene.
Das Format „Meet the Valley“ ist aus einem gemeinsamen Innovationsprozess der Wirtschaftsförderung der Stadt Lingen (Ems) und der H2-Region Emsland mit dem Fraunhofer-Institut (ISI) entstanden. Heute dient die Veranstaltung als Plattform für den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Start-ups und Innovationsnetzwerken. Ziel der Learning Journey war es, exklusive Einblicke in die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft zu ermöglichen und neue Kooperationen anzustoßen. Zugleich zeigte die Veranstaltung, dass Lingen und das Emsland beim Thema Wasserstoff längst eine herausragende Stellung einnehmen. Die Auszeichnungen zum Hydrogen Valley des Jahres 2024 unterstreichen diese Rolle und machen die Alleinstellungsmerkmale der Region deutlich.
Organisiert wurde die Learning Journey von der Wirtschaftsförderung der Stadt Lingen gemeinsam mit der Firma seedfeed GmbH. Auf dem Programm standen Besuche und Unternehmensbesichtigungen bei bp und RWE. Ergänzt wurde der Tag durch Pitch-Präsentationen von drei Start-ups, die ihre Ideen und Geschäftsmodelle vorstellten. Die Learning Journey führte die Teilnehmenden zudem zum Standort von Hy2Gen nach Werlte.

Baustein für Energiewende
Darüber hinaus präsentierten die H2-Region Emsland, das Innovationsnetzwerk der Cornexion GmbH sowie der KI Park Satellit Lingen ihre aktuellen Projekte, Aktivitäten und Netzwerke. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden zahlreiche Möglichkeiten, neue Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und potenzielle Kooperationsmöglichkeiten auszuloten.
„Wasserstoff ist weit mehr als ein Zukunftsträger, er ist ein entscheidender Baustein für das Gelingen der Energiewende. Deshalb sind die Teilnehmenden mit der Learning Journey genau am richtigen Ort: In Lingen passiert Energiewende. Was andernorts noch Vision ist, wird hier bereits umgesetzt“, betonte Oberbürgermeister Dieter Krone.
Dr. Tim Husmann von der H2-Region Emsland ergänzt: „‚Meet the Valley‘ bringt die richtigen Menschen an einen Tisch: Start-ups, Unternehmen, Netzwerke und Fachleute aus der Wasserstoffwirtschaft. Genau dieser Austausch ist wichtig, wenn aus Ideen konkrete Projekte werden sollen. Lingen und das Emsland zeigen, dass dafür hier vieles zusammenkommt.“
Bildunterschrift:
Der Oberbürgermeister der Stadt Lingen, Dieter Krone, begrüßte das Team der Wasserstoffexperten.Foto: Stadt Lingen

Wohnrecht & Nießbrauch

Die sinnvolle Gestaltung mit unerwarteten steuerlichen Risiken

Leer. Wohnrechte und Nießbrauchsrechte gehören zu den wichtigsten Gestaltungsmitteln der vorweggenommenen Erbfolge. Eltern übertragen beispielsweise bereits zu Lebzeiten ihr Eigenheim auf ihre Kinder, behalten sich jedoch ein lebenslanges Wohnrecht oder einen Nießbrauch vor. Auf diese Weise kann Vermögen frühzeitig auf die nächste Generation übertragen werden, ohne dass die Eltern ihre wirtschaftliche Sicherheit verlieren. Gleichzeitig lassen sich häufig steuerliche Freibeträge optimal nutzen.

Ein einfaches Beispiel verdeutlicht den Vorteil: Ein Ehepaar besitzt ein Einfamilienhaus im Wert von 800.000 Euro. Die Immobilie soll bereits zu Lebzeiten auf die Tochter übertragen werden. Die Eltern möchten jedoch weiterhin im Haus wohnen. Deshalb wird im Übertragungsvertrag ein lebenslanges Wohnrecht zugunsten beider Eltern vereinbart. Der Wert dieses Wohnrechts mindert den steuerlichen Wert der Schenkung. Die Tochter erhält zwar bereits das Eigentum, die Eltern behalten aber das Recht, die Immobilie lebenslang zu nutzen. Eine solche Gestaltung verbindet Vermögensübertragung mit finanzieller Sicherheit und gehört zu den Klassikern der Nachfolgeplanung.

Was viele jedoch nicht wissen: Problematisch kann es werden, wenn Jahre später auf ein solches Wohnrecht oder einen Nießbrauch verzichtet wird.

Ein typischer Fall aus der Praxis: Die Eltern ziehen im Alter in eine Seniorenresidenz oder zu ihren Kindern. Das Wohnrecht oder der Nießbrauch wird nicht mehr benötigt. Um den Verkauf der Immobilie zu ermöglichen oder dem Kind die uneingeschränkte Nutzung zu verschaffen, erklären die Eltern den Verzicht auf ihr Recht. Genau in diesem Moment kann eine neue Schenkung entstehen.

Der Grund liegt darin, dass Wohnrecht und Nießbrauch einen erheblichen wirtschaftlichen Wert besitzen. Verzichten die Berechtigten unentgeltlich auf dieses Recht, erhält der Eigentümer einen Vermögensvorteil. Steuerlich wird dieser Vorteil grundsätzlich wie eine Schenkung behandelt. Je nach Alter des Berechtigten und dem Wert der Immobilie können schnell Beträge erreicht werden, die die persönlichen Freibeträge überschreiten und Schenkungsteuer auslösen.

Ein Beispiel: Der Vater hat sich bei der Übertragung eines vermieteten Mehrfamilienhauses einen lebenslangen Nießbrauch vorbehalten. Einige Jahre später möchte das Kind das Objekt verkaufen. Da ein Käufer regelmäßig keinen belasteten Grundbesitz erwerben möchte, verzichtet der Vater auf seinen Nießbrauch. Hat dieses Recht zu diesem Zeitpunkt noch einen Wert von beispielsweise 250.000 Euro, kann genau dieser Betrag als schenkweise Zuwendung an das Kind angesehen werden. Sind die Freibeträge bereits ausgeschöpft oder wurde innerhalb der letzten zehn Jahre bereits weiteres Vermögen übertragen, kann hierauf Schenkungsteuer entstehen – obwohl überhaupt kein Geld geflossen ist.

Besonders ärgerlich ist, dass diese Steuerbelastung häufig vermeidbar gewesen wäre. Wer frühzeitig über die künftige Entwicklung nachdenkt, kann bereits bei der ursprünglichen Gestaltung Regelungen vorsehen oder den späteren Verzicht sorgfältig vorbereiten. Denkbar ist etwa eine entgeltliche Ablösung des Rechts oder die Einbindung weiterer erbrechtlicher und steuerlicher Gestaltungen. Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den familiären Verhältnissen und der Vermögensstruktur ab.

Wohnrechte und Nießbrauch bleiben deshalb hervorragende Instrumente der Vermögensnachfolge. Sie ermöglichen es, Vermögen frühzeitig auf die nächste Generation zu übertragen und gleichzeitig die eigene wirtschaftliche Absicherung zu erhalten. Gerade weil diese Rechte so wertvoll sind, sollte jedoch auch ihre spätere Beendigung sorgfältig geplant werden. Was auf den ersten Blick lediglich wie eine formale Löschung im Grundbuch erscheint, kann erhebliche steuerliche Folgen nach sich ziehen. Eine rechtzeitige rechtliche und steuerliche Beratung hilft, unangenehme Überraschungen zu vermeiden und die Vorteile dieser bewährten Gestaltung dauerhaft zu sichern.

KI geht schneller, dauert aber länger

Service-Beraterin Sabine Hübner aus Düsseldorf zum Thema KI

Künstliche Intelligenz kann Produkte generieren, kann Texte überarbeiten und übersetzen, dient als wundervoller Ideengenerator. Aber: Macht KI nicht auch das Kunden-WOW kaputt? Ich habe da einen Verdacht…

Wir sind umgeben von intelligenten Algorithmen und digitalen Assistenten, die uns in vielen Lebensbereichen unterstützen. Immer wieder reden wir uns die Köpfe heiß darüber, was gut funktioniert, und was nicht. Vor allem: Was wie auf das Kundenerlebnis wirkt. Stört KI das Kunden WOW? Drei Überlegungen:

1. Macht KI blöd?

Hoffentlich nicht! Tools wie ChatGPT oder auch Deepl Write liefern so schnell so gute Ergebnisse, dass es einfacher scheint, darauf zu klicken, als selbst zu denken. Oder Informationen zu suchen. Oder einen Text zu optimieren. Tatsächlich ist es sinnvoll, „dumme“ Arbeiten zu automatisieren, um mehr Zeit für anspruchsvollere Aufgaben und wertvolle Geschäftskontakte freizuschaufeln. Aber KI sucht immer nur die kürzeste, die wahrscheinlichste Antwort. Für exzellente Ergebnisse reicht das nicht: Innovation und WOW leben vom Unwahrscheinlichen.

Fazit: Wenn es dumm läuft, macht KI nicht nur uns blöd, sondern auch unsere Projekte.

 

2. Fördert KI kurze Aufmerksamkeitsspannen?

Vielleicht! Haben Sie einmal daran gedacht, dass ein Tool wie ChatGPT eine viel zu lange Mail auf drei dürre Stichworte eindampfen kann? Dann müssen sie dem Sermon keine lange Aufmerksamkeit widmen und wissen trotzdem, was drinsteht. Gut! Aber was, wenn Ihr Gegenüber vorher drei dürre Stichworte mit KI-Hilfe zu einer lange Mail aufgeblasen hatte? Vielleicht, um Eindruck zu schinden? Ja, das klingt jetzt komisch – perspektivisch ist das aber eine Quelle für teure Fehler, die dann viel Aufmerksamkeit verschlingen, und damit sehr viel Geld…

Also: Vor dem Sparen von Aufmerksamkeit bitte erst mal nachrechnen!

 

3. Schreckt KI Kundinnen und Kunden ab?

Hilfe, ich bin schwanger, kann ich vorbeikommen?“ „Ich habe einen Knoten gefühlt, können Sie sich das mal ansehen?“ Angenommen, Frauenarztpraxen beantworten solche Anrufe per KI: „Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit!“ „Ich biete Ihnen gerne einen Termin in sechs Monaten an!“ Ja, dann schreckt Künstliche Intelligenz Patientinnen ab, denn für sensiblen Anfragen, zum Beispiel Anwalt, Steuerberater oder Hauptlieferant ist KI (noch?) nicht gemacht. Für andere Anfragen aber schon, zum Beispiel für Standardfragen in Online-Shops („Wo ist mein Paket?“).

Hier ist es eher abschreckend, dass es hierzulande kaum Chatbots gibt: Eine aktuelle Studie der Gisma University of Applied Sciences hat den Kundenservice der 50 größten Onlineshops in Deutschland untersucht. Ergebnis: Ganz 9 (!) Unternehmen haben Chatbots im Kundenservice – 82 Prozent nutzen das KI-Potenzial also nicht. https://web.gisma.com/chatbots-ki-im-kundenservice

Am besten erreichbar war übrigens einer der ältesten Versandhändler, der schon seit Jahren eine Kundenservice-KI namens Clara an Bord hat: Otto. https://www.otto.de/clara/

Fazit: Wenn KI genau da arbeiten darf, wo sie hinpasst (und nur da!), steigert sie Produktivität und Serviceglück. Anfangs dauert es zwar, langfristig spart KI aber viel Zeit.

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