
Interview mit Inge Meyer, Herausgeberin der Zeitung WIRTSCHAFTSCHAFTSECHO
Moormerland-Warsingsfehn. Nach vier Jahren Berufserfahrung machte sich Inge Meyer im Dezember 2002 selbstständig und die erste Ausgabe WIRTSCHAFTSECHO erschien im Januar 2003. Nun liegt die 225. Ausgabe vor und im folgenden Interview schildert sie die Berg- und Talfahrt.
Liebe Inge Meyer, die 225. Ausgabe der Zeitung WIRTSCHAFTSECHO liegt vor uns. Haben Sie mit so vielen Ausgaben gerechnet?
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Zum Zeitpunkt der Gründung war nicht abzusehen, wohin sich der gesamte Markt entwickelt. Hinzu kam, dass der Online-Markt anzog, die ersten Zeitungsprodukte online gingen. Da waren die Online-Zeitungen interessanter als Print-Produkte, was der Sache eine gewisse Skepsis beigemischt hat. Und dann die vielen Krisenjahre: Wirtschaftskrise, Flüchtlingskrise, Corona und die jetzigen Kriege waren nicht vorauszusehen.
Sie sind immer beim Printprodukt geblieben. Soll das so bleiben?
Ja! Einmal Print, immer print! (lacht) Im Aufbaustudium Kommunikation an der jetzigen Hochschule Lingen von 1996-98 habe ich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, also Print, gewählt, nicht Radio oder Theaterpädagogik. Parallel schrieb ich als freie Journalistin einige Artikel für die Lingener Tagespost, auch die allererste Reportage. Im August 1998 startete ich dann als Journalistin beim Handelsforum in Aurich. Insofern lag die einschlägige Erfahrung im Printbereich vor, worin ich auch erfolgreich war.
Was macht für Sie eine gute Ausgabe WIRTSCHAFTSECHO aus?
Zu einer guten Ausgabe gehören guter Journalismus, eine gute Titelseite, ein gutes Seitenlayout, gute Bilder und eine gute Farbgebung. Mehrfach haben wir im Team das Layout überarbeitet, also ein Relaunch, und zuletzt auch das Zeitungsformat überarbeitet. Das Gesamtkonzept muss stimmen!
Aber zu einer guten Ausgabe gehört auch die Pflege von Kontakten zu den jeweiligen Ansprechpartnern. Und manche Kontakte gibt es schon sehr lange. So begegnete ich z.B. kürzlich bei einem Termin dem Papenburger Bürgermeister i.R. Ulrich Nehe. Wir haben uns kurz ausgetauscht, auch über seinen verstorbenen Bruder, den ehemaligen Wirtschaftsförderer Winfried Nehe. Zu dem Wirtschaftsförderer hatte ich beispielsweise einen sehr langen Kontakt.
Gab es denn diese Kontakte schon vor der Zeitungsgründung?
Ja, die gab es. Während meines Aufbaustudiums „Kommunikation“ waren wir mit mehreren Studierenden an einem Hochschul-Projekt beteiligt. Dazu gehörte, dass wir an der Filmproduktion von Hape Kerkelings „Willi und die Windsors“ in Papenburg teilgenommen haben. Begleitend an der Seite der Filmcrew wurden Dokumentationen, Pressemitteilungen oder Interviews mit den Schauspielern, z.B. Isabell Varell, Brigitte Mira, Charles Brauer oder Katharina Schubert, erstellt. Dies war ein tolles Erlebnis und gehört zu meinen ersten Erfahrungen mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auch in Zusammenarbeit mit der Stadt Papenburg. Danach haben sich zahlreiche andere Kontakte ergeben.
Dann möchten Sie sicherlich noch weitere 225 Ausgaben der Zeitung herausbringen?
Das ist eine gute Frage. Einerseits wäre ich dann über 70 Jahre alt! Ob man gesundheitlich dann noch fit ist, kann ich nicht sagen. Andererseits hängt dies von technischer Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und ob es genügend sprudelnde Ideen ab, um die Ausgaben zu gestalten. Denn so eine Zeitung ist ein kreativer Prozess. Das lässt sich nicht auf Knopfdruck gestalten.
Sprudelt es denn noch?
Ja (lacht)! Es sprudelt noch! Und wenn ich heute nochmal wählen müsste, wäre es wieder eine gedruckte Wirtschaftszeitung!





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