Anker gelichtet, Segel gesetzt

7. Niedersächsischer Bädertag des Heilbäderverbandes Niedersachsen e.V. auf Norderney

Von Peter Klossek

Norderney. Schauplatz Kurtheater Norderney: Am 2. November diskutierten die Mitglieder des Niedersächsischen Heilbäderverbandes im Rahmen des 40-jährigen Bestehens des Verbandes über Ziele und Strukturen, die Qualitäten der einzigartigen Heilbäderlandschaft Niedersachsens mit ihren authentischen Standortfaktoren ins Licht der bundesweiten Öffentlichkeit zu rücken.

Dr. Norbert Hemken begrüßte das aus circa. 90 Teilnehmern zusammengesetzte Fachpublikum und motivierte die TeilnehmerInnen, mit Mut und Zuversicht trotz aller Hindernisse und den damit verbundenen Verwerfungen nach vorn zu schauen und mit qualitativ hochwertigen Angeboten potenzielle Kurgäste zu überzeugen und zu begeistern. „Wir warten nicht darauf, bestehende Krankheiten zu lindern. Wir möchten, dass die Beschwerden gar nicht erst auftreten“, sagte der Vorsitzende des Heilbäderverbandes Niedersachsens.

Die Veranstaltung bestand aus vier Themenblöcken. Ein Thema behandelte die Behandlungsmethode Thalasso. Die immunstärkende Anwendung wird seit vielen Jahren erfolgreich auf Norderney angeboten. Es referierte Univ.-Doz. Dr. Friethart Raschke, Norderney. „Kernkompetenzen erkennen-Thalasso ist Meer“ lautete sein Vortrag über die Kraft des Meeres und seine unterstützende Heilwirkung bzw. Linderung bei chronischen Atemwegs- und Hauterkrankungen.

Wilhelm Loth, Geschäftsführer der Staatsbad Norderney GmbH, möchte das Thalasso-Angebot auf der Insel qualitativ mit der Schaffung eines Qualitätssiegels prädikatisieren. Dazu gehört auch die Entstehung der Thalasso-Heilbäder an Nord- und Ostsee. „Gerade bei uns auf Norderney das Thema Nummer 1“, sagt Wilhelm Loth. Geplant sei durch eine Initiative aus Niedersachen, mit Unterstützung der Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die Initiierung des Thalasso-Prädikats. Außerdem diskutierten mit: May-Britt Pürschel, Leiterin des Referates Tourismus beim niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Marlies Sobczak, Leiterin der Arbeitsgruppe Thalasso der ESPA, Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes e. V.

Dr. Thomas Hildebrandt, vormals Hauptgeschäftsführer der IHK Oldenburg, behandelte das leidige Thema Arbeitskräftemangel und forderte die Mitglieder auf zu handeln anstatt zu jammern. Obenan stünde die Attraktivierung von Berufsbildern und Arbeitsplätzen in Kurgebieten, die ohnehin schon einen besonderen Standortvorteil böten. „Meine deutliche Forderung an die Politik ist, bürokratische Hürden schnellstmöglich abzubauen“, ergänzt Dr. Norbert Hemken. Weitere Diskussionsteilnehmer auf dem Podium waren Ulrich Kruthaup, Geschäftsführer der Hasselmann-Gruppe, Rainer Balke, Hauptgeschäftsführer Dehoga Niedersachsen, Kurt-Josef Michels, Geschäftsführer der Michels Unternehmensgruppe und Silvia Selinger-Hugen, Prokuristin des Caritas Sozialverbandes Norderney.

Die aerosolhaltige Nordseeluft, Moor, Sole und Schwefel sind Niedersachsens die Heilung unterstützenden „natürlichen Gesundmacher“. Wurden sie bislang therapeutisch eingesetzt, können sie nun auch präventiv genutzt werden, um Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Nun hat die Zentrale Prüfstelle Prävention aller Krankenkassen diese heilunterstützenden Mittel erstmals als Präventionsmaßnahme zugelassen. Das Land Niedersachsen hat hier die Vorreiterrolle übernommen und arbeitet nun nicht nur in diesem Bereich auf die Schaffung der erforderlichen Strukturen hin.

Kreativ präventiv – Entwicklung von Präventionsangeboten und -konzepten“ lautete das zielführende Thema auf dem Podium. Damit dieser Bedarf bewältigt werden kann, hat der Niedersächsische Heilbäderverband seine Mitglieder durch ein Profilierungsprojekt entsprechend vorbereitet. „Jetzt sind die Kurorte gefordert, die erarbeiteten Ergebnisse vor Ort anzugehen und umzusetzen“, sagte Ilka Lemkemeyer, Geschäftsstellenleiterin Heilbäderverband Niedersachsen e. V. Die Aufgabe der Kur- und Heilbäder in Niedersachsen sei es, mit ihrer hohen medizinischen Kompetenz und einer ausgezeichneten Infrastruktur, die Angebote einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht bekannt zu machen, und auch den Ärzten außerhalb der Kurorte zu zeigen, was Kurortmedizin bei modernen Zivilisationskrankheiten zu leisten vermag. Es diskutierten Silvia Buchweitz, Inhaberin des LebensSinne Zentrums in Varel und Wiefelstede, Annette Ludzay, ehemalige Geschäftsführerin der Tourist-Info Bad Essen, Heiko Wenzig, Leiter Badehaus Norderney und Ilka Lemkemeyer.

Der vierte Themenblock behandelte die ambulante Vorsorgeleistung. Die früheren „Badekuren“ werden von den Krankenkassen seit dem Sommer 2021 wieder als Pflichtleistung erbracht. Eine langjährige Forderung des Heilbäderverbandes Niedersachsen wurde damit aufgegriffen. Innerhalb der kommenden fünf Jahre werden jährlich ca. 300.000 Maßnahmen und anteilig mindestens 40.000 ambulante Vorsorgemaßnahmen in den Heilbädern und Kurorten in Niedersachsen angestrebt mit entsprechenden vorteilhaften Auswirkungen auf folgende Bereiche: höhere Übernachtungszahlen, mehr Arbeitsplätze, Erhöhung des touristischen Umsatzes und Vermeidung von kostenträchtigen Therapien durch entsprechende Präventionsmaßnahmen.

Detlef Jarosch, Project M, überzeugte die Teilnehmer durch die thematische Erlebnispräsentation „Gut aufgestellt in die Zukunft – Die Profilierung der Niedersächsischen Heilbäder und Kurorte“. Auf der Agenda des Bädertages stand ebenso die Vorstandswahl des Niedersächsischen Heilbäderverbandes. Dr. Norbert Hemken wurde in seiner Funktion als 1. Vorsitzender für die nächsten drei Jahre wiedergewählt. Ebenso bestätigt wurden seine Stellvertreter, Wilhelm Loth, und Dr. Maik Fischer, Staatsbad Pyrmont.

Der Heilbäderverband Niedersachsen e. V. mit Sitz in Bad Zwischenahn, ein Zusammenschluss von 36 staatlich anerkannten Heilbädern, Kurorten, Küstenbadeorten und Erholungsorten, ist weiter auf Wachstumskurs. Mittlerweile gehören auch das Nordseebad Carolinensiel und Bad Lauterberg dazu. Die prädikatisierten Heilbäder und Kurorte gehören mit rund 45 % aller Übernachtungen zu den tragenden touristischen Säulen in Niedersachsen mit Übernachtungszahlen von ca. 43,5 Millionen pro Jahr.

BU: 2

BU: Wurden im Vorstand des Niedersächsischen Heilbäderverbandes e. V. (HBV) bestätigt (v.l.):

Wilhelm Loth, Norderney, Martin Kaune, Bad Salzdetfurth, Bettina Beimel, Altenau, Dr. Maik Fischer, Bad Pyrmont und Dr. Norbert Hemken, Bad Zwischenahn sowie (nicht im Bild) Gerhard Kreutz, Bad Bevensen

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