Autor: Dieter Nannen Seite 1 von 2

Wie werden sich die Preise entwickeln?

Lohnt sich der Kauf von Aktien?

Für eine Geldanlage gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Sie reichen von einem Sparkonto mit einer kurzen Kündigungsfrist bei einer Bank bis zu individuellen Käufen von Aktien. Entscheidend für die Auswahl sind insbesondere die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Anlegers und seine Risikobereitschaft.

Die Renditen der meisten Einlagen bei einem Kreditinstitut ergeben sich aus dem

Zinssatz, der zu Beginn der Anlage vereinbart wird und allenfalls im Laufe der Zeit

verändert werden kann. Dagegen steht bei einer Anlage in Aktien der Ertrag erst fest, wenn sie verkauft worden sind. Dabei ist keineswegs sicher, dass sich bis zum Verkauf überhaupt ein Ertrag ergeben hat, sei es ein über dem Einkaufspreis liegender Verkaufserlös oder während der Anlagedauer gezahlte Dividenden oder beides. Die in der Zeit vor dem Erwerb von Aktien bereits beschlossenen und bekannten Einflussfaktoren haben sich längst auf die Höhe des Kurses, also des Einkaufspreises, ausgewirkt. Die weitere Entwicklung des Kurses hängt von vielen Einflüssen ab, deren Art und Umfang sich erst im Laufe der Anlagedauer ergeben. Sie betreffen sowohl bestimmte Eigenschaften des Unternehmens wie die Ertrags- und Risikolage, die Wettbewerbssituation und die Entwicklung in der Branche des betreffenden Unternehmens als auch Entwicklungen der gesamten Wirtschaftslage.

Sowohl Erhöhungen als auch Reduzierungen von Aktienkursen können eine Eigendynamik auslösen. Steigen die Kurse einer Aktiengesellschaft innerhalb von wenigen Tagen, ohne dass dafür ein deutlicher Grund erkennbar ist, so schließen sich in der Regel zahlreiche Aktionäre dem Kauf dieser Aktie an und bewirken somit eine weitere Erhöhung der Kurse. Auch ein gegenteiliger Trend ist möglich. Ein Rückgang der Kurse ohne einen

erkennbaren Grund kann einen weiteren Rückgang auslösen.

Vorhersagen über Kursentwicklungen sind nicht mit ausreichender Sicherheit möglich. Die Entwicklung in den vergangenen Monaten ist dafür ein Beispiel. Die Wirtschaft lahmt und die Aktienkurse erreichen Jahreshöchststände. Diese Entwicklung beweist: Die Kurse richten sich in erster Linie nicht nach der aktuellen Lage der Wirtschaft oder des Unternehmens, sondern nach den erwarteten Entwicklungen. Das bedeutet aktuell: Die Mehrzahl der Aktionäre erwartet eine wesentliche Verbesserung der Wirtschaftsentwicklung und besonders der Ertragslage der Unternehmen.

Ja, der Kauf von Aktien kann sich lohnen. Eine Garantie für eine angemessene Rendite gibt es jedoch nicht. Trotz der positiven Ertragsaussichten in der Wirtschaft und damit der Hoffnung auf weitere Kursteigerungen sind die Aktionäre im Kreis der Kapitalanleger nach wie vor in der Minderheit. Die meisten Anleger ziehen die Anlage bei einem Kreditinstitut vor, weil sie somit die Garantie für den Erhalt ihres Geldes bekommen. Dafür müssen sie auf die Chance für eine erhebliche Vergrößerung ihres Kapitals verzichten.

Wie werden sich die Preise entwickeln?

Viele Jahre lang galt der Euro als eine relativ stabile Währung. Doch dann stieg die Inflation in den Jahren 2022 und 2023 in einem ungewohnten Tempo an. Diese Entwicklung löste eine große Besorgnis aus, denn eine hohe Geldentwertung führt zu erheblichen Problemen, weil sie die Strukturen bei den Einkommen- und Vermögensverhältnissen völlig verändert.

Die Europäische Zentralbank, deren oberste Aufgabe der Erhalt der Währungsstabilität ist, hat diese Entwicklung mit zahlreichen Erhöhungen ihrer Leitzinsen erfolgreich bekämpft. Die Zinssätze der Kreditinstitute sind zwar nicht per Gesetz unmittelbar an den Leitzinssatz der Europäischen Zentralbank gekoppelt, dennoch hat dieser Zinssatz einen großen Einfluss auf das allgemeine Zinsniveau, da die Kreditinstitute ihre Zinssätze insbesondere davon abhängig machen, die sie ihrerseits an die Zentralbank zahlen müssen.

Die Inflationsrate ging ähnlich schnell zurück wie sie zuvor gestiegen war. Im März lag sie in den Ländern der Europäischen Währungsunion nur noch bei 2,4 %. Damit ist das Ziel von 2,0 % fast erreicht worden. Der Rückgang ist vor allem auf die gesunkenen Energiepreise zurückzuführen. Sie lagen im März um 1,8 % unter dem Vorjahresniveau. Die Entwicklungen waren in den EU-Ländern sehr unterschiedlich. In Spanien stiegen die Preise um 3,2 %, in Italien nur um 1,3%. In Frankreich gingen sie sogar um 2,4 % zurück. In Deutschland lag die Preiserhöhung mit 2,2 % im Mittelfeld. Diese unterschiedlichen Entwicklungen zeigen, dass die Wirtschaftspolitik in den EU-Ländern noch sehr verschieden ist.

Jetzt stellen sich bange Fragen: Wie stabil muss unsere Währung sein? Wird der Trend zu einem Rückgang der Preise anhalten und damit zu einer Reduzierung des Leitzinssatzes der EZB führen? Diese Fragen haben sowohl für die Unternehmen als auch für Privatpersonen eine große Bedeutung. Auf viele Entscheidungen hat die Zinshöhe einen wesentlichen Einfluss. Das gilt besonders für Investitionen der Unternehmen und für Entscheidungen der Privatpersonen über ihr Sparverhalten und den Erwerb von Konsumartikeln.

Durch eine erhebliche Geldentwertung verliert die Währung ihre Funktion als Wertaufbewahrungsmittel. Deshalb strebten Politiker und Notenbanken früher ein absolut gleichbleibendes Preisniveau an. Diese Einstellung hat sich gewandelt. Grund ist die Erkenntnis, dass eine geringfügige Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus durchaus Vorteile haben kann. Eine geringe Geldentwertung fördert die Nachfrage. Die Konsumenten möchten ihr Geld wegen der zu erwartenden Wertminderung in Waren umtauschen, um von der Wertminderung verschont zu bleiben. Deshalb strebt sie die Europäische Zentralbank eine Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus von 2 % an. Mit diesem auf dem ersten Blick als „fauler Kompromiss“ betrachteten Ziel soll ein Kompromiss zwischen einer absoluten Preisstabilität und dem Anreiz der Preiserhöhungen für ein Wachstum der Wirtschaft erreicht werden.

Die meisten Konjunkturforscher erwarten für die nächsten Monate einen weiteren Rückgang der Preissteigerungen. Nach ihrer Einschätzung wird die Rate in den Euro-Ländern im Laufe des Sommers die angestrebte Höhe von nur noch 2 % erreichen. Dann wäre eine Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank vertretbar.

Steuern März

Rechnung, ja aber bitte elektronisch!

Ab 2025 sollen elektronische Rechnungen im B2B-Bereich verpflichtend sein. Eine ERechnung stellt Rechnungsinhalte in einem strukturierten maschinenlesbaren Datensatz dar. Eine Bilddatei, ein PDF Format oder eine eingescannte Papierrechnung erfüllen diese gesetzlichen Anforderungen nicht. Dies gewährleistet, dass Rechnungen, die in dieser Form vom Rechnungssteller ausgestellt werden, elektronisch übermittelt, elektronisch empfangen.

Elektronische Rechnungen und Belege müssen zwingend elektronisch archiviert werden. Es genügt nicht, die Unterlagen auszudrucken und in Papierform aufzubewahren. Die elektronische Archivierung muss auf einem Datenträger erfolgen, der eine Änderung nicht mehr zulässt.

1.Rechtlicher Hintergrund der elektronischen Rechnungsstellung in der Bundesverwaltung

Mit dem Beschluss der ERechnungsverordnung des Bundes (ERechV) vom 6. September 2017 hat das Bundeskabinett die Vorgaben des ERechnungsgesetzes des Bundes konkretisiert und die legislative Umsetzung der EU-Richtlinie auf Bundesebene abgeschlossen. Hierdurch wurden auch Rechnungssteller in die Pflicht genommen, ab dem 27. November 2020 E-Rechnungen an die öffentlichen Auftraggeber des Bundes zu übermitteln.

Die Verordnung formuliert Anforderungen an das Rechnungsdatenmodell, das grundsätzlich dem Datenaustauschstandard XRechnung oder einem anderen zur Europäischen Norm EN 16931 konformen Standard entsprechen muss.

E-Rechnungen können über die „Zentrale Rechnungseingangsplattform des Bundes“ (ZRE) an die unmittelbare Bundesverwaltung oder über die Plattform „OZG-konformer Rechnungseingang“ (OZG-RE) an die über 130 mittelbaren Bundesverwaltungen/betroffenen Zuwendungsempfänger und die fünf Bundesländer gesendet werden. Die Rechnungseingangsplattformen sind zukünftig ebenfalls über das Verwaltungsportal des Bundes erreichbar.

2.PDF-Datei ist keine ERechnung

Eine E-Rechnung im Sinne der EU-Richtlinie 2014/55/EU und im Sinne der ERechV ist eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird. Dieses Format ermöglicht eine automatische und elektronische Verarbeitung. Eine E-Rechnung stellt Rechnungsinhalte in einem strukturierten maschinenlesbaren Datensatz dar.

Eine Bilddatei, ein PDF oder eine eingescannte Papierrechnung erfüllen diese gesetzlichen Anforderungen nicht.

3. E-Rechnungen ermöglichen die medienbruchfreie Rechnungsverarbeitung.

Die E-Rechnung trägt zur Digitalisierung der Bundesverwaltung bei. Eine an den Bund übermittelte E-Rechnung soll von der Rechnungserzeugung über die Rechnungsverarbeitung bis zur abschließenden Zahlung und Archivierung vollständig elektronisch verarbeitet werden. Auf diese Weise fallen bspw. Aufwände für eine manuelle Erfassung weg und Medienbrüche können vermieden werden. Die E-Rechnung ist damit ein wichtiger Baustein in der Digitalisierung öffentlicher Rechnungsbearbeitungs- und Einkaufsprozesse. Durch die aktuellen Entwicklungen werden die Vorteile digitaler Geschäftsprozesse besonders deutlich: Die Digitalisierung erleichtert insbesondere die ortsunabhängige Erledigung sowie Vertretung von Aufgaben und beschleunigt Abläufe. So leistet die E-Rechnung einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Verwaltungs- und Geschäftsprozesse und ermöglicht dezentrales Arbeiten.

4.Für die Ausstellung von ERechnungen ist grundsätzlich der Standard XRechnung zu verwenden

Für die Ausstellung von elektronischen Rechnungen an die Bundesverwaltung ist grundsätzlich der Standard XRechnung in der jeweils aktuell gültigen Version zu verwenden. Darüber hinaus kann jeder andere Standard verwendet werden, wenn dieser den Anforderungen der Europäischen Norm für die elektronische Rechnungsstellung (EN 16931), der E-RechV und den Nutzungsbedingungen der Rechnungseingangsplattformen des Bundes entspricht (z. B. ZUGFeRD Version 2.2.0 im Profil XRECHNUNG).

Der im Rahmen eines Steuerungsprojekts zwischen Bund und Ländern entwickelte Standard XRechnung ist eine nationale Ausgestaltung der Europäischen Norm EN 16931 und wird sowohl vom Bund als auch von den Ländern getragen. Als reines Datenformat konzipiert, ermöglicht XRechnung, dass Rechnungsdaten direkt und ohne Medienbruch in die verarbeitenden Systeme importiert werden können. Der strukturierte XML-Datensatz dient in erster Linie der maschinellen Lesbarkeit. XRechnung soll den Umgang mit elektronischen Rechnungen in der öffentlichen Verwaltung vereinheitlichen. Es handelt sich um einen offenen, unentgeltlichen und zukunftssicheren Standard, der durch die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) betrieben wird. Alle Informationen über den Standard XRechnung sind auf der Website der KoSIT abrufbar.

5.Einrichtungen der unmittelbaren Bundesverwaltung empfangen ERechnungen über die ZRE

ZRE steht für Zentrale Rechnungseingangsplattform des Bundes und ist die Plattform, über die Rechnungssteller E-Rechnungen an die unmittelbare Bundesverwaltung senden können.

Die ZRE übernimmt im Übermittlungsprozess der E-Rechnungen drei Aufgaben:

-die Entgegennahme von E-Rechnungen über verschiedene Übertragungskanäle

-die technische Prüfung von E-Rechnungen (u. a. Rechnungsgröße, Anzahl und Typ der Anhänge, Virenprüfung, Eingabe aller Pflichtangaben)

-die Übermittlung der E-Rechnungen an den jeweiligen Rechnungsempfänger mittels der Leitweg-ID

Für die Nutzung der ZRE ist eine einmalige Registrierung zur Erstellung eines Nutzerkontos notwendig. Eine Registrierung ist sowohl für natürliche voll geschäftsfähige sowie für juristische Personen zulässig. Die Registrierung ist kostenfrei und muss unabhängig vom genutzten Übertragungsweg durchgeführt werden. Neben der Registrierung ist der ausgewählte Übertragungskanal (bspw. E-Mail oder Peppol) auf der Rechnungseingangsplattform freizuschalten.

6.Einrichtungen der mittelbaren Bundesverwaltung können E-Rechnungen über die OZG-RE empfangen

Zum Empfang von E-Rechnungen stellt der Bund den Einrichtungen bei Erfüllung aller vergaberechtlichen Voraussetzungen der mittelbaren Bundesverwaltung die Onlinezugangsgesetz-konforme Rechnungseingangsplattform – kurz OZG-RE – zur Mitnutzung bereit. Eine Nutzung der Plattform ist für die mittelbare Bundesverwaltung jedoch nicht verpflichtend, sodass sie auch Eigenlösungen nutzen kann.

Die OZG-RE übernimmt zur Übermittlung der ERechnungen im Kern drei Aufgaben:

-die Entgegennahme von E-Rechnungen über verschiedene Übertragungskanäle

-die technische Prüfung von E-Rechnungen (u. a. Rechnungsgröße, Anzahl und Typ der Anhänge, Virenprüfung, Eingabe aller Pflichtangaben)

-die Übermittlung der E-Rechnungen an den jeweiligen Rechnungsempfänger mittels Leitweg-ID

Für die Nutzung der OZG-RE ist eine einmalige Registrierung zur Erstellung eines Nutzerkontos notwendig. Eine Registrierung ist sowohl für natürliche voll geschäftsfähige sowie für juristische Personen zulässig. Die Registrierung ist kostenfrei und muss unabhängig vom genutzten Übertragungsweg durchgeführt werden. Neben der Registrierung ist der ausgewählte Übertragungskanal, zum Beispiel E-Mail oder Peppol, auf der Rechnungseingangsplattform freizuschalten. Mehr auch unter www.e-rechnung-bund.de.

Schaffen wir die kleinen Münzen ab?

Bargeld lacht! – Doch gilt das noch uneingeschränkt? Vielleicht wird den Ein- und Zwei-Cent-Münzen das Lachen bald vergehen. In jüngster Zeit werden Überlegungen über ihre Zukunft angestellt. Benötigen wir sie noch oder sollten wir besser auf sie verzichten? Die EU-Kommission hat schon 2013 wegen der gestiegenen Herstellungskosten eine Abschaffung der kleinen Münzen ins Gespräch gebracht. Sie kann allerdings nur durch eine für alle Euro-Länder einheitliche Entscheidung erfolgen. Deshalb ist der Vorschlag bisher nicht realisiert worden. Ein einheitliches Vorgehen aller Euro-Länder in dieser Frage ist derzeit nicht erkennbar.

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