Autor: Inge Meyer Seite 1 von 2

Neubau mit Blick bis zur Evenburg

Sparkasse LeerWittmund eröffnet neue Filiale in Loga mit 12 Wohnungen

Leer-Loga. Die Grundsteinlegung der Sparkassen-Filiale im Stadtteil Loga war 1961. Das Gebäude erfüllte weder den heutigen Kundenanforderungen noch die aktuellen Energiestandards. „Die Bausubstanz war abgängig, deshalb haben wir das Gebäude im August 2022 abgerissen. Anfang letzten Jahres sind wir dann mit dem Neubau gestartet, der fast innerhalb der geplanten Zeit fertig gestellt werden konnte“, informiert Frank Fastenau, Vorstandsvertreter bei der Sparkasse LeerWittmund bei einem Besichtigungstermin vor Ort in der neuen Filiale in Loga.

Diese Filiale hat einen Eingang zum SB-Bereich mit einem SB-Serviceterminal, Geldautomat und Kontoauszugsdrucker. Wir haben hier den höchsten Sicherheitsstandard mit Gittern vor den Fenstern und um 23 Uhr wird automatisch die Tresorabdeckung am Geldautomat runtergefahren“, erklärt Frank Fastenau. Durch den zweiten Eingang gelangt der Kunde in die Empfangshalle der neuen Filiale, die mit bis zu drei Personen nach Terminabsprache besetzt ist. Hier stehen für die individuellen Kundentermine zwei rund 27 Quadratmeter große Beratungszimmer zur Verfügung.

Die neue Filiale ist hell und freundlich gestaltet, teils mit bodentiefen Fenstern und nur 1,5 Kilometer von der Hauptstelle in der Fußgängerzone entfernt, so dass die Bankberater- und Beraterinnen innerhalb weniger Minuten vor Ort sind. Zur Filiale gehört auch ein Aufenthaltsraum mit Küche, Technikraum und Toiletten.

Im Erdgeschoss befindet sich die neue Filiale. Im Erdgeschoss sowie im ersten und im zweiten Obergeschoss sind insgesamt 12 hochwertige Wohnungen entstanden, wovon fünf bereits verkauft sind. Für die anderen Wohnungen befinden wir uns mit Interessenten im Gespräch“, so Fastenau weiter. Insgesamt umfasst der barrierefreie Neubau rund 1.572 Quadratmeter Bruttogesamtfläche mit kleiner Grünanlage und 24 Parkplätzen.

Jede Wohnung verfügt über eine Terrasse oder einen Balkon, und im Obergeschoss hat man einen Blick fast über ganz Loga“, fügt Bauingenieur Nanno Ahrends hinzu, Projektmanager bei der Grundstücks- und Projektmanagement Gesellschaft LeerWittmund mbH (GPL). Die Wohnungen sind zwischen 70 und 130 Quadratmeter groß und gehen von der energetischen Anforderung über den KW-55 Standard hinaus. Alle Wohnungen verfügen über ein großes Wohnzimmer mit vorgeplanter Küchenzeile, Schlafzimmer und teils mit Hauswirtschaftsraum und Gäste-WC. Ein Fahrstuhl ist im Neubau eingebaut. Das neue Gebäude ist mit einer Luftwärmepumpe ausgestattet. Darüber hinaus gibt es einen Lärmschutz wegen der Hauptstraße im Stadtteil Loga. Zudem ist es möglich, an jedem Parkplatz eine E-Ladesäule zu installieren. „Alle Parkplätze sind mit einem Stromanschluss ausgestattet.“

Die neue Filiale wurde am 15.April eröffnet. Mehr auch im Internet unter www.sparkasse-leerwittmund.de

Vorstandsvertreter Frank Fastenau (rechts) und Bauingenieur Nanno Ahrends machen noch einmal vor der Eröffnung einen Rundgang im Neubau.

Direkt an der Hauptstraße in Leer-Loga eröffnete die neue Filiale Mitte April.

Im zweiten Obergeschoss verfügen die Wohnungen über einen schönen Ausblick.

Wenn Schaufenster- und Schlafbutzen-Scheiben zu Bruch gehen

Lightroom (6Q1A9988.CR2 und 28 andere)

100 Jahre Glasversicherungsverein a.G. für den Kreis Leer (außer Borkum)

Leer-Moormerland. Zum 100-jährigen Jubiläum des Glasversicherungsvereins a.G. für den Kreis Leer ist die druckfrische Jubiläumsschrift mit den schwierigen Anfängen im Jahr 1924, einigen Anekdoten und einem Ausblick in die Zukunft erschienen. Bereits im letzten Jahr hat sich der 1.Vorsitzende des Glasversicherungsvereins a.G., Gerhard Becker, mit dem Inhalt der 30-seitigen Festschrift befasst. In dem folgenden Interview gibt der Warsingsfehntjer einen Einblick in das Jubiläumsjahr.

Wie kam es zur Gründung des Glasversicherungsvereins am 22.April 1924?

Auf Anregung von Carl Fesenfeld hatte sich die Ortsgruppe Leer des Handelsverbunds „Ostfriesischer Einzelhändler“ schon längere Zeit mit der Gründung einer eigenen Glasversicherung auf Gegenseitigkeit befasst. Für die Leeraner Kaufmannschaft war die Schaufensterverglasung mit Kitt eingefasst und Holzrahmen sehr teuer, es gab ja keine Dreifachverglasung wie heute. Rund 50 Ladeninhaber und Mitglieder waren bei der Gründung vor 100 Jahren dabei, heute sind es über 300 Mitglieder. Der Start war zufriedenstellend. Trotz teilweisem Misstrauen sind im ersten Geschäftsjahr 117 Mitglieder beigetreten und es wurden rund 250 Scheiben versichert.

War nach dem Ersten Weltkrieg vieles kaputt?

1924 war die Zeit des Aufbruchs, das Kriegsende lag sechs Jahre zurück, und auch deshalb waren die Glasscheiben sehr teuer. Vieles war zerbombt. Aus dem Gründungsprotokoll, welches in altdeutscher Schrift abgefasst wurde, ging das auch hervor. Von den teilweise mehr als 1.000 verbandsmäßig organisierten kleinen Versicherungsgesellschaften auf Gegenseitigkeit gibt es heute noch 16, eine davon sind wir.

Gab es anfangs viele Glasschäden?

Ja, die Schadenshöhe war anfangs höher als das Beitragsaufkommen der Mitglieder. Nur im Jahr 1934 gab es einen einzigen Schaden. Wenn die Scheiben zu Bruch gegangen waren, ob nun Schaufensterscheiben oder Schlafbutzen-Scheiben, gingen die Bruchscheiben immer zurück zum Glaser. Auf Bruchscheiben hatte die Versicherungsgesellschaft auch Anspruch.

Im Jahr 2000 mussten wir einen Gesamtschaden in Höhe von 126.560,31 DM regulieren. In dem Geschäftsjahr überstieg die Schadensumme die Beitragseinnahmen deutlich. Aber aufgrund der guten Rücklagen mussten die Mitglieder trotzdem keine Nachschüsse leisten.

Fallen Ihnen einige Anekdoten aus der Vereinshistorie ein?

Ja, in den Jahren 1969 und im Jahr 1977 kam es wegen Tiefflug und Überschall von Bundeswehr-Flugkörpern zum Glasbruch. Da sind dann nachweislich Regreßansprüche an die Bundeswehr herangetragen worden. Und von 1984-2004 war der ehemalige Kriminalbeamte Hermann Janssen in der Geschäftsführung tätig, der oftmals durch seinen Spürsinn den Grund des Vandalismus meistens offenlegen konnte.

Wo steht der Glasversicherungsverein a.G. heute?

Mit dem Jubiläum möchten wir mehr in die Öffentlichkeit gehen und werden auch am 27.April im Zollhaus eine kleine Feier haben. Es heißt zwar „Scherben bringen Glück“, aber Glasschäden können sehr teuer werden und oftmals ist die Glasversicherung auch nicht in der üblichen Police enthalten.

Unser Vorteil ist auch, dass wir immer Mitglied im Verband der Versicherungsvereine in Kiel gewesen sind. Außer Türen, Fenster und Schaufenster, versichern wir auch Wintergärten, Duschkabinen und vieles mehr – alles was zur Immobilie gehört und auch das Mobilar – und das bei konstanten Beiträgen. Erwähnenswert ist, dass wir seit dem Jahr 2015 erstmals eine Frau, Goldschmiedemeisterin Susanne Kroemer, im Vorstand haben.

 

Milliardenschwere Investitionen sind notwendig

Mehr Ertragskraft bei den Genossenschaftsbanken in Weser-Ems

Rastede. Die 49 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems bleiben auf der Erfolgsspur. 2023 konnten sie trotz herausfordernden Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Digitalisierung, Fachkräftemangel und Energiewende ihre Ertragskraft deutlich stärken und ihre Marktposition festigen.

Mit einem Jahresergebnis vor Steuern von rund 483 Millionen Euro blicken die genossenschaftlichen Institute auf ein Rekordjahr. „Angesichts der aktuell großen Herausforderungen brauchen unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken aber eine entsprechende Kapitaldecke, um ein verlässlicher Finanzpartner in der Region zu sein, die nötigen Investitionen in Digitalisierung und Fachkräftegewinnung und -entwicklung
vornehmen und sich zukunftsfähig aufstellen zu können“, betonten die Verbandsdirektoren des Genossenschaftsverband Weser-Ems (GVWE), Johannes Freundlieb und Axel Schwengels in Rastede.

Zudem erforderten die regulatorischen Auflagen eine zunehmende Eigenkapitalunterlegung bei der Kreditvergabe. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen mit einer lahmenden Konjunktur und einem starken Preisauftrieb hätten die Genossenschaftsbanken in allen Bereichen Zuwächse verzeichnet. Die addierte Bilanzsumme sei moderat um knapp 2 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro gestiegen. Für das laufende Jahr erwartet der Genossenschaftsverband Weser-Ems einen stabilen Verlauf.

Allerdings seien die anhaltende Wirtschaftsflaute, die erhöhten Zinsaufwendungen und zunehmende regulatorischen Auflagen belastende Faktoren. Die Kreditvergabe blieb nach Verbandsangaben mit einem Zuwachs von 4,8 Prozent auf insgesamt 29,65 Milliarden Euro der Motor des Wachstums. Die Wohnungswirtschaft – die vor allem auch den Handel und Dienstleistungen rund um Immobilien erfasst – sei mit einem Plus von 15,6 Prozent nach wie vor der wichtigste Bereich.Jedoch gibt es beim Wohnungsbau einen Rückgang um rund 20 Prozent zu verzeichnen.

Ein „Warnsignal an die Politik“ sei auch die zurückhaltende Investitionsbereitschaft des Agrarbereichs. „Im zweiten Jahr in Folge verzeichnen wir hier einen leichten, aber dennoch spürbaren Rückgang der Kreditnachfrage“, sagte Freundlieb. So sei die auf land- und forstwirtschaftliche Betriebe zurückgehende Kreditsumme um 1,1 Prozent auf 4,19 Milliarden Euro gesunken.

Bei den Einlagen gab es laut Freundlieb ein kleines Plus von 0,4 Prozent auf rund 25,6 Milliarden Euro: „Damit kann man angesichts der Rahmenbedingungen sehr zufrieden sein.“ So liege der Zuwachs über dem Durchschnitt der knapp 700 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland von 0,2 Prozent. Die Kundinnen und Kunden hätten ihr Geld umgeschichtet von Girokonten und Sparbüchern in Termin- und Festgeldern, für die Genossenschaftsbanken nach Ende der Null-Zinsphase wieder attraktive Angebote gemacht hätten. Zudem sei die Wertpapieranlage gefragt gewesen. Mit einem Plus von 18,5 Prozent stiegen die Depotvolumen der Anlegerinnen und Anleger auf etwas mehr als 13 Milliarden Euro.

Das Anlagevolumen von 38,66 Milliarden Euro sei ein Beleg, dass die Kundschaft bei der Altersvorsorge und Vermögensbildung auf die genossenschaftliche Beratung und Angebote vertrauten.Die Ertragsseite sei vor allem aufgrund eines erhöhten Zinsüberschusses gestärkt worden, der im Vorjahresvergleich von 1,69 Prozent auf 2,02 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS) gestiegen sei. Das Provisionsergebnis habe mit 0,62 Prozent nur leicht unter dem Vorjahr gelegen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung sei auf 1,2 Prozent gestiegen. Das Betriebsergebnis nach Bewertung betrage 1,25 Prozent. „Das ist ein Spitzenwert und zeigt, dass das genossenschaftliche Geschäftsmodell intakt ist und die Menschen in der Region unseren Banken vertrauen“, betonte Freundlieb.

Kernaufgabe ist Fachkräftegewinnung

Die Fachkräftegewinnung bezeichneten die Verbandsdirektoren als eine der wichtigsten Kernaufgaben der Genossenschaftsbanken in Weser-Ems. „Dies sieht man auch an den hohen Anstrengungen und Investitionen unserer Mitgliedsbanken“, so Freundlieb. In den kommenden zehn Jahren würde rund ein Viertel der Beschäftigten der Genossenschaftsbanken altersbedingt ausscheiden. Bereits heute müsse man damit beginnen, diese Lücke zu schließen. Mit neuen Arbeitszeitmodellen, einem modernen Recruiting, ausgeweiteten Benefits, einer veränderten Unternehmenskultur und verstärkten Aus- und Weiterbildungsangeboten sei man innovativ unterwegs.

In der Energiewende sieht der Genossenschaftsverband eine große Chance für die Region. Es seien jährlich milliardenschwere Investitionen nötig, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Dies könne der Staat nicht allein tragen, sondern es müsse in erheblichen Umfang privates Kapital dazu genutzt werden, betonte Verbandsdirektor Schwengels: „Unsere Volksbanken und Raiffeisenbanken sind in der Finanzierung und auch der Projektierung im Bereich der erneuerbaren Energien gut aufgestellt und ein verlässlicher Partner.“ Diese Position gelte es, weiter auszubauen.

So könnten Wind- und Solarparks, Biogasanlagen oder auch Wärmenetze nachhaltig finanziert werden und gleichzeitig würden die Bürger daran direkt teilhaben und mitbestimmen. „Das würde auch die Akzeptanz für die Energiewende erheblich stärken“, sagte Schwengels. Aber auch die vielen Immobilieneigentümer müssten in den kommenden Jahren erheblich investieren und benötigen intelligente Lösungen und verlässliche Finanzpartner. Um diese Potenziale nutzen zu können, müsse der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen verbessern. Unter anderem forderte er, dass endlich das Energy Sharing in Deutschland – also die vergünstige Nutzung von in lokalen Gebieten selbst erzeugtem Strom über das öffentliche Versorgungsnetz – umgesetzt werden müsse.

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén