Ostfriesische Volksbank eG stellte Geschäftsbericht vor

Leer. Direkt zum Start des neuen Jahres lud die Ostfriesische Volksbank e.G. (OVB) ein, um ein kurzes Stimmungsbild des letzten Geschäftsjahres zu vermitteln. Vorstandsvorsitzender Georg Alder stellte zunächst seine neuen Kollegen Thomas Lüken und Marie-Luise Lücht (Prokuristin) vor, die beide seit dem 01.07.2025 neu im Vorstandsstab sind.

Wir befinden uns in herausfordernden Zeiten“, sagte Alder. Trotzdem sei der Kreditbestand gestiegen. Dies liege auch daran, dass man auf Chancen reagiert habe und in den letzten Jahren neue Spezialbereiche aufgebaut habe.

Im Firmenkundenbereich, der ein Kreditvolumen von 992 Mio. Euro umfasst und den Thomas Lüken verantwortet, „wurde jeder zweite Euro in Erneuerbare Energien investiert“, so Lüken. Dabei gehe es Windkraftanlagen, Batteriespeicherprojekte, aber auch um Wasserstofftankstellen. Dieser Bereich sei hochgradig komplex, da z.B. Windkraftanlagen heutzutage „echte Kraftwerke“ seien, die beispielsweise auf eine Gesamthöhe von 245 Meter kommen und ein Investitionsvolumen von 10 Mio. Euro umfassen. In diesem Bereich habe man ein Spezialteam aus 5-6 Mitarbeitern aufgebaut, die sich nur um die Bearbeitung dieses Bereichs kümmern.

Das maritime Porfolio umfasst die Bereiche Seeschifffahrt (464 Mio. Euro), Binnenschifffahrt (301 Mio. Euro) und nun auch Spezialschifffahrt (120 Mio. Euro). Der gesamte Schifffahrtsbereich ist um 10,9 % auf 884 Mio. Euro gestiegen. Während der Bereich der Binnenschifffahrt beispielsweise stagniere, konnte der Bereich Spezialschifffahrt ausgeweitet werden. Hierzu zählen u.a. Offshore Schiffe für die Errichtung von Windparks, Schleppschiffe, Fahrgastschiffe oder Ausflugsschiffe (Weiße Flotte). Den maritimen Bereich verantwortet Guido Mülder im Vorstand.

Das Einlagevolumen der Kunden sei unverändert. Der Wechselkurs des Dollars und sein Kursverfall habe sich jedoch bemerkbar gemacht. Der Kursverfall würde circa 12% ausmachen, und Einlagen insbesondere im Schifffahrtsbereich würden in Dollar getätigt. Die Handelsbilanz und Abrechnung müsse jedoch später immer in Euro erfolgen.

Im Privatkundenbereich sei durch die Reallohnsteigerung bei den Kunden ein Immobilienkauf wieder erschwinglicher geworden. Dadurch sei das Kreditvolumen auf 712 Mio. Euro erhöht, bei einem Wachstum von 8,5%. Die Immobilienabteilung habe im vergangenen Jahr 202 Objekte vermittelt und ihren bisherigen Rekordwert mit 46,1 Mio. Euro erzielt.

Das vorläufige Betriebsergebnis liege bei 80 Mio. Euro, bei einer Bilanzsumme von 4,1 Millarden Euro. Unterstützt wurden im letzten Jahr Projekte, Veranstaltungen und Vereine mit einer Summe in Höhe von 275.000 Euro.

Trotz Sprengung – Standort bleibt

Das Netz der Geldautomaten solle auch weiterhin wie bisher bestehen bleiben. Hierbei teile man sich die Automaten mit der Sparkasse, so dass die Sparkassen- und OVB-Kunden die Automaten wechselseitig nutzen können. Auch der Geldautomat bei WIRO in Papenburg, der einer Automatensprengung zum Opfer fiel, soll als Standort erhalten bleiben.

Außerdem sei man durch eine „European Payment Initiative“ dabei, das Netzwerk für „WERO“ einer europäischen Zahlungsmöglichkeit, weiterhin auszubauen. Aktuell hat die OVB 343 Beschäftigte, davon 33 Auszubildende.

Bildunterschift von links: 

 Stellten die Jahreszahlen der OVB und bilden seit 2025 den Vorstand: Guido Mülder, Georg Alder, Thomas Lüken Foto: Ute Müller