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Aussichtsplattform mit Weitblick

Alter Leuchtturm von 1576 wird für eine Mio. Euro saniert

Borkum. „Am 26.September gibt esam Alten Leuchtturm rund um das Toorn-Haus ein Fest mit Umtrunk und Musik. Es ist der 450. Geburtstag“, informiert Markus Stanggassinger vom Bauamt der Stadt Borkum. Seit dem letzten Jahr wird das Denkmal für gut eine Million Euro mit Fördergeldern saniert, davon trägt der Heimatverein der Insel Borkum rund 260.000 Euro Eigenanteil.

Wegen des strengen Winters können wir den Fertigstellungstermin noch nicht sagen. Zum Leuchtturm-Fest wird es nicht klappen. Ob es überhaupt noch vor Weihnachten klappt, wissen wir nicht“, sagt Klaas Bakker, Vorstandsmitglied im Heimatverein der Insel Borkum. Der ehemalige Elektroingenieur unterstützt auf der Baustelle wo er kann, da es für den Heimatverein auch ein großes unter Denkmalschutz stehendes Projekt ist. Rund 600 Mitglieder zählt der Heimatverein auf der Insel.

Eine historische Treppe mit 175 Stufen, rund 33 Meter Durchmesser, knapp 40 Quadratmeter Fläche auf der Aussichtsplattform, eine alte Glockenläutenanlage, Schallluken und Holzfenster – wurden bereits entfernt, auf Statik oder Schimmelbefalls geprüft, um das dann wieder in filigraner Handwerkskunst allen Borkumern und Urlaubern zugängig zu machen. Noch heute befindet sich im Eingangsbereich ein Tor, welches den direkten Übergang in die gegenüberliegende Kirche möglich machte.

Auf beide oberen Etagen kommt eine Klimaanlage“, erklärt Bakker. Von der knapp 40 Quadratmeter großen Aussichtsplattform haben die Besucher dann zukünftig einen wunderschönen Ausblick. Laut Bakker und Stanggassinger wird es nur geführte Rundgänge nach der Komplettfertigstellung geben, und die Karten sind dann zukünftig in der Kurverwaltung oder Online zu kaufen. Zum 450-jährigen werden ab 11 Uhr zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik erwarten. Mehr Informationen auch unter www.borkum.de.

Bildunterschrift:

Von links: Markus Stanggassinger und Klaas Bakker testen die historische Treppe im Alten Leuchtturm. Foto: Inge Meyer

 

Beginn einer Kreuzfahrtschiffbau-Ära

Am 6. Mai 1986 wurde das erste Kreuzfahrtschiff Homeric übergeben

Papenburg.Die Geschichte des ersten Kreuzfahrtschiffes der MEYER WERFT, die Homeric, bot sogar Stoff für die Geschichtsbücher. Zur, von der Reederei geforderten Probefahrt, ging es vor 40 Jahren über die Ems hin und zurück. Eine neue Ära war angebrochen.

Nur zwei Jahre später kehrte das Schiff der Reederei Home Lines zurück über die Ems nach Papenburg zur MEYER WERFT. Die Homeric wurde um 40 Meter verlängert. „Das war eine fantastische Aufgabe. Wir sind natürlich auf die Kundenwünsche eingegangen. Was ganz wichtig war, die Demonstration, dass wir diesen Umbau, also Schiffschneiden, 40 Meter dazwischen bauen und das Ganze noch vier Tage vor dem Termin abzuliefern, zu schaffen. Das war auch wieder ein Erfolgserlebnis, ein Signal für die ganzen anderen Kunden, die sehen konnten, dass wir mit solchen Problemen fertig werden konnten“, so Jochen Zerrahn, damals Leiter der Produktion auf der MEYER WERFT.

Die Werft verbuchte das gewonnene Know-how, das Wissen um die eigenen Stärken, aber auch negative Erfahrungen aus dem Bau als Gewinn und erreichte die Spitze der Kreuzfahrtschiffbauer. „Das ist es, was von unseren Bestandskunden geschätzt wird. Aber auch bei Neukunden ist dies immer wieder ein Argument, hier in Deutschland bei der MEYER WERFT ein Kreuzfahrtschiff zu bestellen. Werthaltige Arbeit, Qualität und Zuverlässigkeit. Natürlich wir haben in den letzten Jahren Schwierigkeiten gehabt, die auch alle ihre Gründe hatten. Aber ich denke, da werden wir mit vereinter Kraft gestärkt daraus hervorgehen und auch in den nächsten 30 oder 40 Jahren weiterhin Kreuzfahrtschiffe hier bauen“, so die Werft-Crew der ersten Stunde des Kreuzfahrtschiffbaus.

Die Homeric war bis zur Ausmusterung 2020 auf den Weltmeeren unterwegs, zuletzt unter den Namen Marella Dream. Der erste Luxuskreuzer ging im Sommer 2022 ging sie auf ihre letzte Reise zum Abwracken in die Türkei.

Foto: Die Homeric war 204 Meter lang und 29 Meter breit und 1.132 Passagiere passten an Bord.

Hape for President?

Kerkeling kein Spaßkandidat

Geestland. Ende September will die CDU/CSU als stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag einen Kandidatenvorschlag für das Amt des Bundespräsidenten vorlegen. Das nächste Staatsoberhaupt wird am 30. Januar 2027 gewählt. Die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier endet am 18. März des kommenden Jahres.

Wenn sich die Union mit dem Koalitionspartner SPD auf einen gemeinsamen Kandidaten (oder eine Kandidatin) verständigen sollte, könnte die Sache schon gelaufen und mal wieder nach parteipolitischer Arithmetik entschieden sein.

Doch wäre das wirklich so gut? Oder wäre es nicht Zeit für einen Bundespräsidenten von außerhalb des Parteienlagers?

Im Sommer 2026 drehte sich das Kandidatenkarussell noch langsam. Auf ihm sitzt Ilse Aigner, die Präsidentin des Bayrischen Landtages. Markus Söder, Ministerpräsident des Freistaates und CSU-Vorsitzender, hatte die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin und spätere Landesministerin aus seinem Kabinett vorgeschlagen. Manche politische Beobachter mutmaßen, dass Söder so auf charmante Weise eine innerparteiliche Rivalin loswerden will.

Nicht von Parteien Gnaden, aber aufgrund einer Online-Petition sitzt ebenfalls der Entertainer und Komiker Hape Kerkeling auf diesem Karussell. Besagte Petition trug Ende Juli immerhin rund 143.000 Unterschriften. Die Initiatoren der Petition meinen es ernst. Der Künstler sei „kein Spaßkandidat“. Vielmehr könne er Menschen auf Augenhöhe mitnehmen und „Brückenbauer für eine verunsicherte Gesellschaft“ sein. Ein Bundespräsident müsse die Herzen erreichen. Gleichzeitig müsse er eine moralische Instanz sein, argumentieren die Organisatoren. Kerkeling könne das gewährleisten, wie er zum Beispiel mit seiner ergreifenden Rede in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald im April 2026 sowie seinem sozialen Engagement bewiesen habe. Der Haken: Kerkeling fühlt sich nach eigenen Worten geehrt, möchte jedoch nicht antreten. Zumindest nach dem derzeitigen Stand.

Worte & Taten gegen die Spaltung

Nichtsdestotrotz ist das Nachdenken über einen Kandidaten oder eine Kandidatin ohne Verflechtung mit dem Parteienbetrieb, der von einer möglichst breiten Mehrheit in der Bundesversammlung gewählt werden sollte, nicht abwegig. Zumal Quereinsteiger im höchsten Amt des Staates wie Roman Herzog oder Joachim Gauck bisher eine gute Figur gemacht haben.

Für einen Kandidaten von außerhalb des parteipolitischen Lagers spricht auch, dass sich die Aufgaben des Bundespräsidenten – vom Repräsentieren abgesehen – in Grenzen halten. Dem Grundgesetz zufolge vertritt der Bundespräsident den Bund völkerrechtlich. Er beglaubigt und empfängt die Gesandten, ernennt und entlässt den Bundeskanzler, die Bundesminister, Bundesrichter sowie hohe Bundesbeamte und Offiziere. Außerdem unterschreibt der Bundespräsident die Gesetze.

Der Bundespräsident kann zwar theoretisch den Bundestag auflösen. Das ist in der Geschichte der Bundesrepublik bisher aber lediglich dreimal (1972, 1983 und 2005) vorgekommen.

Um so wichtiger ist das Repräsentieren im „Jobprofil“ eines Bundespräsidenten. Er muss die richtigen Worte finden, die die Menschen und die Gesellschaft ein Stück weit zusammenführen und die Spaltung des Landes verringern können, ohne dass ihm parteipolitische Hintergedanken vorgeworfen werden. Und er muss mit den richtigen Taten Akzente für eine offene und solidarische, tolerante und respektvoll miteinander umgehende Gesellschaft setzen. Menschen wie Hape Kerkeling ist das zuzutrauen.

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