Zusammenarbeit von BP und Ørsted nehmen Vorreiterrolle ein

 Lingen. Sehr gute Nachrichten für den Wirtschaftsstandort Lingen: Die BP hat zusammen mit dem dänischen Energieunternehmen Ørsted angekündigt bei der Produktion von grünen Wasserstoff in Lingen zusammenarbeiten zu wollen. „Damit gehört Lingen weltweit zu den absoluten Vorreitern in der Produktion von grünem Wasserstoff“, betont Oberbürgermeister Dieter Krone.

„Es ist unser klares Ziel, zum führenden low carbon Standort der bp zu werden. Als hochintegrierte Raffinerie mit einem äußert motivierten Team bieten wir dafür die besten Voraussetzungen“, ergänzt Bernhard Niemeyer-Pilgrim, Raffinerieleiter und Vorstandsmitglied der BP Europe SE. „Wir sind überaus stolz auf die geplante Partnerschaft mit Ørsted und darauf, unsere wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung unseres Landes damit zu untermauern.“ Die Stadt Lingen verstehe diese Ankündigung zugleich als ein Zeichen der aktiven und langfristigen Standortsicherung der Raffinerie, sagte OB Krone. „Ich sehe die BP als starken und verlässlichen Partner auf unserem Weg zur Wasserstoff-Region“, so das Stadtoberhaupt.

Auf dem Gelände der Raffinerie wollen die beiden Unternehmen einen 50 Megawatt Elektrolyseur bauen, der den erneuerbaren Strom der Offshore-Windparks von Ørsted in der Nordsee in grünen Wasserstoff umwandelt. Durch den Elektrolyseur könnte die Raffinerie zunächst eine Tonne Wasserstoff pro Stunde erzeugen und damit 20 Prozent des derzeit aus fossilem Erdgas erzeugten Wasserstoffs ersetzen. Langfristig soll der gesamte fossil erzeugte Wasserstoff der Raffinerie ersetzt werden. Damit will BP zu einer deutlichen Senkung der CO² Emissionen in der Kraftstoffproduktion beitragen, heißt es in einer Pressemitteilung. Bislang wird in Raffinerien so genannter „grauer Wasserstoff“ eingesetzt, der für erhebliche CO2-Emissionen sorgt.

In einem weiteren Projektschritt könnten nach Angaben der beiden Unternehmen Elektrolyse-Kapazitäten von 500 Megawatt entstehen. Damit wäre dann auch die Herstellung synthetischer Kraftstoffe zum Beispiel für die Luftfahrt – so genannter E-Fuels – am Standort Lingen möglich. Das dänische Unternehmen Ørsted betreibt Onshore- und Offshore-Windparks, Solar-Parks und Energiespeicheranlagen sowie Biomasse-Kraftwerke. Alleine in Deutschland versorgen die vier Offshore-Windparks des Unternehmens etwa 1,4 Millionen Haushalte mit grünen Strom. Corporate Knights zeichnete das Unternehmen 2020 als nachhaltigstes Unternehmen der Welt aus.

Weitere innovative Energie-Projekte

Lingen ist bereits seit einigen Jahren auf dem Weg zur Wasserstoff-Region. Erst Anfang November hatte die Wasserstoff-Initiative „Get H2“ gemeldet, Deutschlands erstes Wasserstoff-Netzwerk von Lingen bis nach Gelsenkirchen in Betrieb nehmen zu wollen. RWE plant dafür in Lingen eine 100 Megawatt Elektrolyse-Anlage zu bauen. Durch stillgelegte Erdgasleitungen soll der Wasserstoff zu der Raffinerie der BP in Gelsenkirchen und zum Standort von Evonik in Mark transportiert und dort eingesetzt werden. Auch im Bereich Nahwärme sind die Stadtwerke und die Stadt Lingen Vorreiter. Als Pilotprojekt soll zunächst ein Blockheizkraftwerk an den Emslandhallen errichtet werden. Dieses liefert Strom für die Emslandhallen. Die dabei entstehende Wärme soll dann die Häuser am Alten Hafen heizen. Überall in Lingen sollen darüber hinaus weitere Wärmeinseln entstehen, die die Wärme des Gaskraftwerkes nutzen. „Es ist ökologisch absolut sinnvoll, die Prozesswärme weiter zu nutzen“, so Dieter Krone.

„Lingen zeigt, wie Klimaschutz „Made in Germany“ mit Hilfe von grünem Wasserstoff funktionieren kann. Die Voraussetzungen für den Ausbau und Einsatz von Wasserstoff in Lingen sind ausgezeichnet: Wir haben hier direkten Zugang zu Windstrom, die erforderliche Infrastruktur und potenzielle Abnehmer – für unseren grünen Wasserstoff und sogar für die Abwärme unserer Elektrolyseure“, so OB Krone abschließend. „Bereits seit einigen Jahren setzen wir uns intensiv in Lingen für dieses Thema ein und haben beispielsweise mit der H2-Region Emsland verschiedene Ansätze vorangetrieben und befördert. Nun können wir endlich vermelden, dass die ersten Projekte umgesetzt werden. Die internationalen Unternehmen mit Betriebssitzen in Lingen gehören damit zur Weltspitze beim Einsatz von Wasserstofftechnologien.“