AWV-Präsident Tom Nietiedt stellte die Zahlen in der Krise vor

Stabile Verhältnisse im Jade-Wirtschaftsraum

Jever. Die meisten Unternehmen in Wilhelmshaven und den Landkreisen Wittmund und Friesland haben die Corona-Krise bisher gut überstanden. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Gemeinschaft des Wirtschaftsförderkreises Harlingerland e.V., der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Varel e.V. und des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbandes (AWV) Jade e.V., an der sich 172 Unternehmen beteiligt haben.

53 % der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 33 % als befriedigend. Deshalb konnte AWV-Präsident Tom Nietiedt zufrieden feststellen: „Wir brauchen wegen der künftigen Entwicklung nicht pessimistisch zu sein.“ Das sieht die Mehrheit der befragten Unternehmen ebenso.

Diese positive Lage spiegelt sich auch in der Kapazitätsauslastung wider. Mit 83 % ist sie bei den befragten Unternehmen etwa so hoch wie vor der Corona-Krise. 79 % der Unternehmen mussten gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg ihrer Kosten hinnehmen. Einen erheblichen Unterschied gab es bei den Kostenarten. Die Lohnkosten sind im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr um 6,6 % gestiegen, die Materialkosten dagegen um 14,8!

Die Corona-Krise hat natürlich Einfluss auf die Entwicklung der Unternehmen gehabt. Nur 37 % der befragten Unternehmen haben dadurch bislang keine Nachteile erlitten. Die Krise hat auch positive Effekte gehabt. 73 % der befragten Unternehmen haben neue Erfahrungen im Bereich der Digitalisierung, 53 % mit dem Homeoffice sammeln können. Etwa zwei Drittel der Befragten werden ihren Mitarbeitern auch künftig eine vollständige oder teilweise Heimarbeit ermöglichen.

Bei der Beurteilung des Auftragsbestandes haben sich gegenüber dem Vorjahr bemerkenswerte Veränderungen ergeben. Der Anteil der Unternehmen, die einerseits ihren Auftragsbestand als relativ hoch bezeichnen, ist von 33 % auf 40 % gestiegen. Andererseits ist der Anteil der Unternehmen, die ihren Auftragsbestand als zu gering ansehen, in einem ähnlichen Umfang gestiegen.

Auch bei der Einschätzung ihrer Umsatzentwicklung liegen die Unternehmen weit auseinander. 20 % der Befragten erwarten eine Umsatzsteigerung in den nächsten sechs Monaten von mehr als 10 %. 34 % gehen von einem Umsatzplus von bis zu 10 % aus, dagegen befürchten 13 % der befragten Unternehmen einen Umsatzrückgang.

80 % der befragten Unternehmen erwarten für die nächsten sechs Monate eine Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, aber angesichts des schwierigen Umfeldes dennoch ein beachtlich hoher Anteil. 44 % der befragten Unternehmen werden die Preise für ihre Leistungen in den nächsten sechs Monaten voraussichtlich erhöhen. Dies halten sie insbesondere wegen der stark gestiegenen Materialkosten für unumgänglich. 39 % der Unternehmen gehen davon aus, dass sie die Preise für ihre Leistungen voraussichtlich konstant halten werden.

Bei den Wünschen an die politischen Entscheidungsgremien führt mit großem Abstand der Wunsch nach einem Bürokratieabbau. Als Fazit der Ergebnisse aus der Umfrage ist festzustellen: Die große Mehrzahl der Unternehmen hat sich trotz mancher Probleme, die sich aus der aktuellen Corona-Krise ergeben haben, bisher erstaunlich gut entwickelt, so dass ihre Eigentümer mit Zuversicht in die Zukunft sehen.