Erstes Webinar für Selbstständige in Moormerland

Moormerland. Erstmals veranstaltete die Gemeinde Moormerland Anfang November ein Webinar zu dem Thema „Weiche Faktoren in Krisenzeiten“ mit der Referentin Christine Warnke aus Oldenburg. Rund 16 Selbstständige nahmen an dem Vortrag teil, in dem zahlreiche Hilfestellungen in Corona-Zeiten gegeben wurden.

Zum einen setzt sich die Identität als Arbeitgeber und auch als Arbeitnehmer wie folgt zusammen: über meine Arbeitsleistung, Körper & Gesundheit, materielle Sicherheit sowie soziale Beziehungen und Werte & Normen. Wenn ich nun an Corona erkranke, geht es mit der Gesundheit bergab, ich kann nicht arbeiten, die materielle Sicherheit bröckelt auch und soziale Beziehungen bleiben ohnehin mit dieser Krankheit auf der Strecke. „Wenn beispielsweise meine Gesundheit eingeschränkt ist, ich aber ein gutes finanzielles Polster habe, kann sich das ausgleichen“, machte die Organisationsberaterin klar.

Zum andern kann ich die Krise als Chef meistern, in dem diese vier Phasen durchlaufen werden: Erst kommt der Schock, dass es jetzt diese Krankheit gibt, dann kommt die Realisation, denn Corona bleibt und wir müssen damit leben und arbeiten und dann geht es ganz schnell an die Bearbeitung. „Wenn sie als Kapitän den Kurs nicht wissen, laufen sie nicht in den richtigen Hafen ein und erst recht nicht ihre Beschäftigten“, brachte es Warnke auf den Punkt. Es muss ein Krisenplan her, in diesem Fall oft ein Hygieneplan und Mitarbeiter-Notfallplan, und es muss in der vierten Phase dingfest gemacht werden, ob ich mich als Chef mit meiner Firma neu orientieren muss. Klassisches Beispiel hier: Ein Internetshop als Alternative zum stationären Handel.

Die Referentin beantwortete einige Fragen: Wie kann ich mit den übertriebenen Ängsten meiner Beschäftigten umgehen, die Angst vor Kurzarbeit, Jobverlust und Überschuldung haben sowie vor der Erkrankung überhaupt? „Wichtig ist, dass sie als Arbeitgeber Sicherheit und Besonnenheit ausstrahlen. Denn wenn sie nicht sicher sind, sind es ihre Beschäftigten auch nicht.“ Um diese Sicherheit zu finden, sollte man sich externe Hilfe holen, da der Zeitfaktor eine Rolle spielt, und nicht beratungsresistent sein. Wenn es beispielsweis zur Neuorientierung in einem Unternehmen kommt, haben die Mitarbeiter davor in der Regel auch Angst, denn Veränderungen sind nicht immer gemütlich. Ein Tipp hier: „Nehmen sie diejenigen gut mit, die mitgehen möchten!“