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Erben wird teurer

Erben wird teurer? Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für Vermögensübertragungen sein könnte

Leer. Die Diskussion um eine Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt aufgenommen. Auch wenn bislang noch keine konkreten Gesetzesänderungen beschlossen sind, zeichnet sich bereits ab: Die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Vermögensnachfolge könnten sich in Zukunft spürbar verschlechtern. Für viele Familien stellt sich daher die Frage, ob sie jetzt handeln sollten, solange die aktuelle Rechtslage noch gilt.

Reformpläne: Mehr Belastung für große Vermögen

Im Zentrum der politischen Debatte stehen Vorschläge, die vor allem auf eine stärkere Besteuerung größerer Vermögen abzielen. Diskutiert wird unter anderem die Einführung eines sogenannten „Lebensfreibetrags“, der die bisherigen, alle zehn Jahre neu nutzbaren Freibeträge ersetzen könnte. Damit würde ein zentrales Gestaltungselement entfallen, das bislang insbesondere bei lebzeitigen Schenkungen erhebliche steuerliche Vorteile ermöglicht.

Zudem wird darüber nachgedacht, bestehende Privilegien – etwa für Betriebsvermögen – einzuschränken. Auch bei Immobilien könnten sich künftig höhere steuerliche Belastungen ergeben, insbesondere wenn Bewertungsmaßstäbe weiter verschärft werden. Insgesamt zielen die Reformüberlegungen darauf ab, das Steueraufkommen zu erhöhen und eine gleichmäßigere Belastung zu erreichen.

Unsicherheit als zentrales Problem

Noch ist offen, ob und in welcher Form die Reform tatsächlich umgesetzt wird. Genau hierin liegt jedoch das zentrale Risiko: Wer seine Vermögensnachfolge aufschiebt, setzt sich der Unsicherheit aus, künftig unter deutlich ungünstigeren Bedingungen handeln zu müssen.

Das derzeitige Recht bietet vergleichsweise großzügige Gestaltungsmöglichkeiten. So können etwa persönliche Freibeträge – beispielsweise 400.000 Euro pro Kind – alle zehn Jahre erneut genutzt werden. Durch eine geschickte, langfristige Planung lassen sich so erhebliche Vermögenswerte steuerfrei übertragen. Sollte dieses System durch einen einmaligen Lebensfreibetrag ersetzt werden, würde dieser Vorteil weitgehend entfallen.

Auch bei der Übertragung von Immobilien bestehen aktuell bewährte Modelle, etwa unter Vorbehalt von Nießbrauchsrechten. Diese ermöglichen es, Vermögen zu übertragen und gleichzeitig die eigene wirtschaftliche Absicherung zu erhalten. Ob und in welchem Umfang solche Gestaltungen künftig noch steuerlich anerkannt werden, ist ungewiss.

Frühzeitige Gestaltung schafft Sicherheit

Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt die lebzeitige Vermögensübertragung an Bedeutung. Wer frühzeitig handelt, kann sich die bestehenden steuerlichen Rahmenbedingungen sichern und langfristig planen. Dies betrifft nicht nur steuerliche Aspekte, sondern auch die rechtssichere Gestaltung innerhalb der Familie.

Durch Schenkungen können Vermögensverhältnisse klar geregelt, Streitigkeiten vermieden und individuelle Lösungen umgesetzt werden. Gleichzeitig lässt sich durch entsprechende vertragliche Gestaltung – etwa durch Nießbrauch, Wohnrechte oder Rückforderungsrechte – ein hohes Maß an Absicherung für den Schenker erreichen.

Ein weiterer Vorteil: Bereits vollzogene Schenkungen genießen grundsätzlich Bestandsschutz. Selbst wenn sich die Gesetzeslage künftig verschlechtert, bleiben frühere Übertragungen in der Regel von nachträglichen steuerlichen Belastungen verschont.

Risiken nicht ausblenden

So sinnvoll eine frühzeitige Gestaltung sein kann, sollte sie jedoch nicht vorschnell erfolgen. Eine Schenkung bedeutet stets auch, Vermögen aus der Hand zu geben. Trotz rechtlicher Sicherungsmechanismen kann dies langfristig zu einem Verlust an Flexibilität führen.

Zudem sind individuelle familiäre und wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. Nicht jede Gestaltung passt zu jeder Lebenssituation. Eine sorgfältige Planung und rechtliche Beratung sind daher unerlässlich.

Fazit: Handlungsfenster nutzen

Die Reform der Erbschaft- und Schenkungsteuer ist derzeit zwar noch Zukunftsmusik, doch die Richtung der politischen Diskussion ist klar. Für Vermögensinhaber bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit. Gerade in solchen Phasen kann es sinnvoll sein, bestehende Gestaltungsmöglichkeiten aktiv zu nutzen, anstatt abzuwarten. Wer frühzeitig handelt, kann sich steuerliche Vorteile sichern und die Vermögensnachfolge planbar gestalten. Oder anders gesagt: Noch gilt das aktuelle Recht. Wie lange noch, ist offen.

Emder Flugplatz im Aufwind

Neue Logistikhalle von EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Emden. Die neue rund 1.350 Quadratmeter große Logistikhalle der EnBW Energie Baden-Württemberg AG am Flugplatz Emden ist weitgehend fertiggestellt und soll zur Jahresmitte bezogen werden. Von der neuen Lagerhalle aus werden drei EnBW-Windparks in der Nordsee mit Material und Ersatzteile beliefert.

Der Spatenstich für die neue Halle auf Erbbaurecht war bereits im Frühjahr letzten Jahres. Im Mai letzten Jahres startete auch der Bau des größten Offshore-Windparks He Dreiht, etwa 85 km von Borkum entfernt. Somit stieg die Anzahl der Material und Geräte-Flüge ebenfalls an. „Bislang wurden die EnBW-Windparks von Baden-Württemberg aus beliefert. Mit der Fertigstellung der neuen Logistikhalle erfolgt das dann von hier aus“, sagt Diplom-Ingenieur Olaf Schmidt, Geschäftsführer der Flugplatz Emden GmbH, dessen Vertrag bis 2031 um fünf Jahre verlängert wurde.

Der Neubau befindet sich fast direkt gegenüber der Flugplatz-Verwaltung und ist mit einem Hochregallager ausgestattet. Derzeit erfolgen die restlichen Innenausbauarbeiten in der Logistikhalle. Rund 30 Fachkräfte arbeiten für EnBW am Emder Flugplatz. Das Energieunternehmen ist bereits seit dem Jahr 2019 dort mit einem Büro- und Servicegebäude ansässig.

Parkhaus mit 190 Stellplätzen

Wir haben zwar schon Schotter-Parkplätze zusätzlich ausgewiesen, aber es sind insgesamt zu wenig Parkplätze am Flugplatz. Deshalb bauen wir ein neues dreistöckiges Parkhaus mit 190 Stellplätzen“, informiert der Geschäftsführer Olaf Schmidt. Die Pfahlgründung für den Neubau mit Investitionskosten in Höhe von rund drei Millionen Euro ist bereits abgeschlossen und voraussichtlich im Oktober soll das Parkhaus in Betrieb genommen werden.

Mittlerweile gibt es rund 300 Beschäftigte, überwiegend aus der Offshore-Branche, am Flugplatz. Mit dem Neubau des Parkhauses gibt es dann rund 250 Parkplätze. Und darüber hinaus befindet sich der Flugplatz weiterhin „im Aufwind“. „Es gibt konkrete Anfragen von Firmen nach Gewerbeflächen. Mit der rechtskräftigen Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung Süden und Westen können wir dann dementsprechend Lösungen anbieten.“ Mit der Erweiterung soll es auch in der zweiten Jahreshälfte losgehen.

Bildunterschrift: Olaf Schmidt hier vor der neuen EnBW-Halle

Bildunterschrift:

Von links: Olaf Schmidt erkundigt sich beim Bauleiter Goran Lucic von der Firma dip

Volle Fahrt voraus zur Endausrüstung

Endausstattung der Luxuskreuzer ab dem Jahr 2027 in Emden

Papenburg/ Emden. Nach langen Gesprächen der Verantwortlichen von Werft, Stadt, Land und Maritimer Wirtschaft steht es fest: Die nächsten vier Kreuzfahrtschiffe der Meyer-Werft in Papenburg werden im Emder Hafen ausgestattet.

Voraussichtlich sollen 2027 auch zwei Kreuzfahrtriesen aus Papenburg auf Reise gehen: Die Carnival Festivale im Frühjahr und die Disney Believe im Herbst. Bis 2033 sind dann die Auftragsbücher der Werft mit weiteren Schiffe vor allem für die Disney Cruise Line und MSC Cruises gefüllt. Dabei wird es einige Neuerungen geben.

So setzt Disney ab 2029 auf eine kleinere Schiffsklasse mit je rund 100.000 Bruttoraumzahlen (BRZ), während MSC seine New-Frontier-Klasse mit 180.000 BRZ startet. Voraussichtlich ebenfalls im Jahr 2029 wird die Meyer-Werft dann ganz neue Wege gehen und für Ulyssia Residences kein klassisches Kreuzfahrtschiff, sondern ein Wohnschiff für Langzeit-Bewohner bauen.

Außerdem wurde bei der Meyer-Werft ein neues Kapitel aufgeschlagen: Auf der Messe Seatrade Cruise Global in Miami/USA wurde das Projekt „Vision“ vorgestellt. Es ist das weltweit erste zu 100 % batterieelektrisch betriebene Kreuzfahrtschiff mit einer Größe von mehr als 80.000 BRZ. Die Konzeptstudie zeigt, wie nachhaltige Innovationen die Zukunft der Kreuzfahrt neu definieren können. Foto: Archiv

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