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Die unterschätzte Chance der Digitalisierung

Warum viele Unternehmen auf erhebliche Effizienzgewinne verzichten

Wiesmoor. Wenn über Digitalisierung gesprochen wird, denken viele Unternehmer zunächst an künstliche Intelligenz, neue Softwarelösungen oder umfangreiche IT-Projekte. Dabei wird häufig übersehen, dass in vielen kleinen und mittleren Unternehmen bereits heute erhebliche Potenziale vorhanden sind, die ohne große Investitionen genutzt werden könnten.

Die eigentliche Herausforderung besteht oftmals nicht darin, neue Technologien einzuführen. Vielmehr werden bestehende digitale Möglichkeiten nicht konsequent genutzt. Besonders deutlich wird dies im Bereich der kaufmännischen Prozesse – von der Rechnungserstellung über die Buchhaltung bis hin zur Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Dabei bietet gerade dieser Bereich erhebliche Chancen für mehr Effizienz, geringere Kosten und schnellere Unternehmensabläufe.

 

Die E-Rechnung ist weit mehr als eine gesetzliche Pflicht

Seit der Einführung der verpflichtenden E-Rechnung konzentriert sich die öffentliche Diskussion häufig auf die gesetzlichen Anforderungen. Viele Unternehmen betrachten die E-Rechnung daher vor allem als weitere bürokratische Vorgabe. Tatsächlich liegt ihr größter Nutzen jedoch an anderer Stelle. Eine E-Rechnung ist nicht einfach eine Rechnung im PDF-Format. Sie enthält strukturierte Daten, die von Computersystemen automatisiert verarbeitet werden können. Genau hierin liegt das enorme Potenzial.

Wer Eingangsrechnungen digital erhält und verarbeitet, reduziert manuelle Erfassungstätigkeiten erheblich. Rechnungsdaten können automatisch erkannt, geprüft und den richtigen Kostenstellen oder Projekten zugeordnet werden. Medienbrüche entfallen. Fehlerquellen werden reduziert. Noch größer wird der Nutzen, wenn Unternehmen auch ihre Lieferanten aktiv zur Übermittlung von E-Rechnungen auffordern. Dann entsteht eine durchgängige digitale Prozesskette, die vom Lieferanten bis zur Buchhaltung reicht.

Vom Rechnungseingang direkt in den Zahlungsverkehr

In vielen Unternehmen werden Rechnungen heute zwar digital empfangen, anschließend jedoch wieder manuell bearbeitet. Mitarbeitende erfassen Zahlungsdaten, prüfen Rechnungen und übertragen Informationen in Bankprogramme oder ERP-Systeme.

Dabei lassen sich zahlreiche Arbeitsschritte automatisieren. Moderne Buchhaltungs- und ERP-Lösungen können Rechnungsdaten direkt übernehmen, Zahlungsfreigaben digital steuern und Zahlungsaufträge automatisiert vorbereiten. Mitarbeitende müssen nicht mehr jede Rechnung einzeln bearbeiten, sondern kontrollieren lediglich Ausnahmen oder besondere Sachverhalte. Die Folge sind kürzere Bearbeitungszeiten, weniger Fehler und eine deutlich höhere Transparenz über offene Verbindlichkeiten und Liquidität. Gerade in Zeiten steigender Personalkosten wird dieser Effizienzgewinn zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor.

Digitalisierung endet nicht bei der Buchhaltung

Viele Unternehmer verbinden Digitalisierung noch immer ausschließlich mit der Finanzbuchhaltung. Tatsächlich betrifft sie jedoch nahezu alle kaufmännischen Prozesse. Digitale Rechnungen können automatisch Projekten zugeordnet werden. Freigabeprozesse lassen sich elektronisch abbilden. Informationen stehen verschiedenen Abteilungen gleichzeitig zur Verfügung. Rückfragen und Suchvorgänge werden reduziert. Dadurch entstehen nicht nur Zeitvorteile in der Verwaltung. Auch operative Entscheidungen können schneller getroffen werden, weil aktuelle Informationen jederzeit verfügbar sind.

Unternehmen erhalten einen deutlich besseren Überblick über Kostenentwicklungen, Projektstände und Liquidität. Die Buchhaltung wird damit von einer reinen Dokumentationsfunktion zu einem wertvollen Steuerungsinstrument.

Die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater wird einfacher

Besonders deutlich zeigen sich die Vorteile bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Steuerberater. Noch immer werden Belege häufig gesammelt, sortiert und anschließend übermittelt. Rückfragen entstehen, weil Unterlagen fehlen oder Informationen nicht vollständig vorliegen.

Digitale Prozesse verändern diesen Ablauf grundlegend. Wer Belege unmittelbar digital verarbeitet, stellt die erforderlichen Informationen praktisch in Echtzeit zur Verfügung. Buchungen können zeitnah erfolgen. Auswertungen stehen schneller bereit. Unternehmer erhalten aktuellere Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung ihres Betriebs. Der Steuerberater wird dadurch zunehmend vom reinen Vergangenheitsbearbeiter zum betriebswirtschaftlichen Ansprechpartner. Statt Belege zu sortieren, können beide Seiten ihre Zeit stärker für Analyse, Planung und Beratung nutzen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen eröffnet dies neue Möglichkeiten, die bislang häufig nur größeren Unternehmen vorbehalten waren.

Das Archiv wird vom Aktenlager zur Informationsquelle

Ein weiterer oft unterschätzter Vorteil liegt in der digitalen Archivierung. Papierarchive verursachen Kosten, benötigen Platz und erschweren die Recherche. Das Wiederfinden einzelner Unterlagen kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Digitale Archivsysteme lösen diese Probleme weitgehend.

Dokumente werden automatisiert archiviert, revisionssicher gespeichert und können innerhalb weniger Sekunden gefunden werden. Suchfunktionen ermöglichen den Zugriff auf Rechnungen, Verträge oder andere Unterlagen unabhängig von Ablageort oder Aufbewahrungsstruktur. Besonders bei Betriebsprüfungen, Finanzierungsanfragen oder internen Auswertungen zeigt sich der Nutzen einer strukturierten digitalen Dokumentenverwaltung.

Viele Potenziale bleiben ungenutzt

Erstaunlicherweise nutzen zahlreiche Unternehmen diese Möglichkeiten bislang nur teilweise. Oft werden digitale Dokumente zwar erstellt oder empfangen, anschließend jedoch in traditionelle Arbeitsabläufe eingebunden. Dadurch gehen wesentliche Vorteile verloren. Die größte Chance der Digitalisierung liegt nicht darin, Papier durch Bildschirme zu ersetzen. Sie liegt darin, Prozesse neu zu denken und Informationen automatisiert weiterzuverarbeiten. Genau hier bieten moderne Buchhaltungs- und Unternehmenssysteme heute Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren nur großen Konzernen zur Verfügung standen.

Fazit

Die Digitalisierung kaufmännischer Prozesse ist längst kein Zukunftsthema mehr. Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden durch die E-Rechnung zusätzlich gefördert und die wirtschaftlichen Vorteile sind vielfach nachweisbar. Unternehmen, die digitale Prozesse konsequent nutzen, profitieren von schnelleren Abläufen, geringeren Fehlerquoten, besserer Transparenz und einer effizienteren Zusammenarbeit mit ihrem Steuerberater. Die eigentliche Frage lautet daher nicht mehr, ob Digitalisierung sinnvoll ist. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, warum viele Unternehmen die vorhandenen Möglichkeiten noch immer nicht vollständig nutzen.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) liegt hier eine der größten Chancen, ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken – und zwar mit Technologien, die bereits heute verfügbar sind.

 

Tipps & Termine

Am Strand von Harlesiel…

Wittmund-Harlesiel. Arbeiten, wo andere Urlaub machen – so lautet der Slogan der Jobmesse am Strand von Harlesiel am 30. Juli. In der Zeit von 14- 18 Uhr findet auf Einladung des Wirtschaftsförderkreis Harlingerkries und deren Mitgliedsunternehmen modernes Recruiting mit echter Lebensqualität statt. In entspannter Atmosphäre treffen Unternehmen auf Fachkräfte, Jobinteressierte, Urlaubsgäste und Menschen, die sich vorstellen können, dauerhaft in der attraktiven Küstenregion zu leben und zu arbeiten.

Statt Messehallen erwartet den Besuchern ein besonderes Event direkt am Meer – mit Strandkörben, lockeren Gesprächen auf Augenhöhe, Live-Musik und echtem Beach-Feeling. Nach der erfolgreichen Premiere im August 2025 geht die „Strandpartie – Karriere am Meer“ in die zweite Runde und zwar größer, attraktiver und mit noch mehr Reichweite.

Besonderes Highlight: Abends findet das große Strand-Open-Air-Kino am selben Ort statt. Der Wirtschaftsförderkreis vergibt einen Strandkorb als Ausstellerfläche mit 20 Getränkegutscheine inklusive.

Für die Mitgliedsbetriebe des Wirtschaftsförderkreis Harlingerland e. V. kostet die Teilnahme einmalig 249 Euro und für Nichtmitglieder 299 Euro. Mehr Informationen unter der Rufnummer 04462/ 50 31 oder im Internet unter www.wirtschaftsfoerderkreis.de.

Taglilien im Park – mit Versteigerung & Verkauf

Bad Zwischenahn-Rostrup. Das Taglilienrondell im Park der Gärten ist zur sommerlichen Blütezeit nicht nur für Hemerocallis-Freunde und -Kenner ein Anziehungspunkt. Der von der Amerikanischen Tagliliengesellschaft sowohl als „vorbildlicher Schaugarten“ als auch als „historischer Garten“ ausgezeichnete Beitrag ist ein pflanzliches Highlight des Parks. Am 12. Juli findet ab 9.30 Uhr ein besonderer „Taglilien-Eventtag“ mit Versteigerung von Park-Geschäftsführer Christian Wandscher und Verkauf statt. Um 12 und um 14 Uhr sind Führungen durch die beeindruckende Taglilien-Sammlung geplant. Danach von 13 – 16 Uhr können die Besucher Fragen stellen und erhalten Rat bei allen Gartenfragen.

Mehr Informationen auch unter der Internetadresse www.park-der-gaerten.de.

Bohrtechnik- & Brunnenbauertage

Bad Zwischenahn-Rostrup. In der Zeit vom 16.-17. September finden wieder die Bohrtechnik- und Brunnenbauertage im Bau ABC in Rostrup statt. Weit über 1.000 Besucher werden im Ammerland erwartet, wenn es heißt: Bohren.Bilden und Begeistern!

Das Aus- und Fortbildungsinstitut spielt eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung in der Branche. Es finden Referate, Fachausstellungen sowie begleitende Kurzvorträge im Bau ABC statt, die von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet werden. Weitere Informationen zu den Bohrtechnik- und Brunnenbauertagen im Bau ABC sowie Anmeldung zu der Fachtagung unter www.bohrtechniktage.de

Frauen zurück im Beruf!

Seit über 30 Jahren kümmert sich der Überbetriebliche Verbund, der bei den Landkreisen Aurich und Leer angesiedelt ist, um das Thema „Frauen zurück in den Beruf!“. Die nächste Mitgliederversammlung ist am 3.September um voraussichtlich 16 Uhr im Telematikzentrum in Norden-Bargebur.

Nichtmitglieder sind zu der Veranstaltung herzlich willkommen, aber nur nach telefonischer Anmeldung unter der Rufnummer 04941/ 168099 oder per Mail an: hwientjes@landkreis-aurich.de.

 

Tag

Was können Sie tun?

Verkäufer agieren zu weich in Preisverhandlungen!

Was können Sie tun?

Lingen. Viele mittelständische Geschäftsführer und Vertriebsleiter beobachten das gleiche Phänomen: Ihre Verkäufer geben zu schnell Rabatte, treten in Preisverhandlungen zu zögerlich auf oder reagieren zu defensiv, sobald der Kunde den Preis in Frage stellt. Diese Unsicherheit kostet nicht nur wertvolle Marge, sondern schwächt auch die Position Ihres Unternehmens im Wettbewerb. Denn wer Preise senkt, signalisiert dem Kunden häufig, dass noch weiterer Spielraum besteht – und öffnet damit der Preisspirale nach unten Tür und Tor. Vergessen Sie nie: Rabatte sind wie Tattoos – die werden Sie nie wieder los!

Typische Ursachen für Preisnachgiebigkeit

-Unsicherheit oder Angst vor Ablehnung: Viele Verkäufer fürchten, den Auftrag zu verlieren, wenn sie nun keinen Rabatt geben – und geben alleine deswegen nach.

-Fehlende Argumentationssicherheit: Wer den eigenen Preis nicht mit dem Mehrwert und individuellen Nutzen für den Kunden verknüpfen kann, verliert.

-Unklare Spielräume: Ohne klare Preisgrenzen und Verhandlungsalternativen wird zu oft ohne böse Absicht spontan und weich verhandelt.

-Der Wunsch nach Sympathie: Viele wollen ihren Kunden gefallen und schnell den Auftrag als Arbeitsnachweis erhalten. Dadurch sind sie häufig zu nachgiebig.

Drei pragmatische Lösungen

-Stärken Sie das Preis-Selbstbewusstsein: Vermitteln Sie Ihren Verkäufern, dass sie wertvolle Lösungen verkaufen, die ihren Preis wert sind.

-Trainieren Sie praxisnah und nicht theoretisch: Üben Sie realistische Preisgespräche mit klaren Formulierungen, Limits und Ausweichstrategien.

-Schaffen Sie Strukturen statt Bauchgefühl: Klare Preisgrenzen, Argumentationshilfen und konkrete Übungen geben Sicherheit und Haltung.

Verkäufer, die strukturiert und selbstbewusst in Preisverhandlungen gehen, erzielen bessere Margen, werden ernster genommen und steigern ihre Abschlussquote. Sie wollen Veränderung? Dann investieren Sie in ein Vertriebstraining, das auf Ihr Unternehmen zugeschnitten ist.

Ihr Oliver Schumacher

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