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„Das ist ein echtes Highlight“

Beim Nautischen Essen war Gitta Connemann aus Hesel

Emden. Mit 283 Gästen war das Nautische Essen im Klub zum guten Endzweck am 6. März gut besucht. Die Hauptrednerin war Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die eine beeindruckende Rede hielt.

Ich freue mich, dass Emden den Hafen-Dialog mit Dörpen seit Jahresbeginn fördert. Das war in der Vergangenheit so mit der Lieferung von Zellulose und das soll auch zukünftig so bleiben“, sagte die CDU-Politikerin Gitta Connemann aus Hesel. Zum einen ging sie damit auf Rohstofflieferungen für die Nordland Papierfabrik ein. Zum anderen betonte sie auch, dass die 14. Nationale Maritime Konferenz für die drittgrößte Seehafenstadt im Norden in der Zeit vom 29.-30. April 2026 großartig sei.

Im Seehafen Emden werden nicht nur Autos und Militärgut umgeschlagen, sondern demnächst auch wieder Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft ausgerüstet. Gitta Connemann begrüßte Jan Meyer von der Papenburger Meyer Werft, der zu den Gästen zählte und sagte: „Das ist ein echtes Highlight, dass die Schiffe ab dem kommenden Jahr 2027 wieder in Emden ausgestattet werden und nicht in Eemshaven.“ Damit werden viele Arbeitsplätze in Emden und im nördlichen Emsland erhalten bleiben und über 500 Mitarbeitende sind in der Regel an Bord eines Luxuskreuzers, wenn ein neues Meyer-Schiff ausgerüstet wird.

Connemann betonte, dass das Großbürgschaftsprogramm im Werftensektor aufgenommen wurde. „Damit steht ein dreistelliger Millionenbetrag zur Verfügung. Bund und Länder werden bis zu 80 Prozent einer Finanzierung leisten können“, sagte Connemann vor der maritimen Verbundwirtschaft.

Auch die 14. Nationale Maritime Konferenz sei ein Highlight für die Seehafenstadt Emden unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzlers Friedrich Merz. „Das ist eine riesige Chance, die Infrastrukturprojekte in Emden anzuschieben und umzusetzen. Wenn uns das nicht gelingt, Gelder auf die Straße zu bringen, geht auch ein Stück Vertrauen verloren“, mahnte die Heselerin, die sich Jahrzehnten als Politikerin für die Region engagiert.

Betriebliche Gesundheitsförderung BGF

Fehlzeiten und Präsentismus sind teuer!

Für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in Unternehmen gibt es viele gute Gründe. So stärkt sie die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Gleichzeitig reduziert sie Belastungen, die Unternehmen teuer zu stehen kommen können. Schließlich zählen Fehlzeiten und Präsentismus (Arbeiten trotz Krankheit) zu den größten versteckten Kostenfaktoren.

BGF setzt hier an. Sie hilft beim deutlichen Reduzieren von Fehlzeiten, schafft weniger Fluktuation durch mehr empfundene Wertschätzung und erreicht eine höhere Produktivität. Unternehmen, die BGF ernst nehmen, senden somit ein klares Signal: „Wir kümmern uns um die Menschen, die unsere Wertschöpfung tragen.“

Wichtig für Entscheidungsträger sind auch: BGF ist zusätzlich ein Organisationsentwicklungsinstrument, indem sie zum Beispiel als Frühwarnsystem für Belastungen, Konflikte und Überforderung dient. Sie fungiert also ein Baustein moderner Unternehmensführung. Und eine weitere Erkenntnis: Der größte Effekt entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen wie etwa Rückenschule, Obstkorb oder Yoga, sondern durch eine systematische Verankerung: Belastungen müssen klar analysiert, zum Arbeitsalltag tatsächlich passende Maßnahmen entwickelt, Führungskräfte eingebunden sowie Erfolge und Fortschritte sorgfältig und kontinuierlich evaluiert werden.

Folglich ist BGF unverzichtbar, weil sie Gesundheit schützt, Kosten senkt, Kultur stärkt und Unternehmen zukunftsfähig macht. Sie ist ein strategischer Hebel, der sowohl wirtschaftliche als auch menschliche Vorteile schafft – und damit zu den wirksamsten Investitionen moderner Organisationen zählt.

BGF ist allerdings nur ein Aspekt, mit dem sich Unternehmen als gute Arbeitgeber profilieren können. Die Liste möglicher Punkte ist lang. Auf ihr stehen neben fairer und transparenter Vergütung, Weiterbildungsangeboten und partizipativen Entscheidungsprozessen unter anderem flexible, moderne Arbeitszeitmodelle anstelle starrer Präsenzkultur, die sich an den unterschiedlichen Lebensphasen der Beschäftigten orientieren.

Es darf aber nicht völlig aus dem Blick geraten, dass die Volkswirtschaft durch hohe Krankenstände auch deshalb belastet wird, weil manche Arbeitnehmer ihrer Firma nicht genügend Loyalität entgegen bringen. Sie lassen sich zum Beispiel zu schnell oder sogar anlasslos krankschreiben. Der Krankenstand in Deutschland liegt seit mehreren Jahren auf einem ungewöhnlich hohen Niveau und hat sich – laut den aktuellsten verfügbaren Analysen – auf einem Plateau von rund 5,4 Prozent eingependelt. Das bedeutet: An jedem Tag des Jahres 2025 waren durchschnittlich 54 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben, so Zahlen des IGES-Institutes.

Arbeitgeber können einen großen Teil dazu leisten, dass sich diese Situation entschärft, wie eben durch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung. Hier darf nicht immer damit gerechnet werden, dass alle Beschäftigten eine solche Haltung der Arbeitgeber-Seite zu schätzen wissen. Missbrauch der Arbeitnehmerrechte und Illoyalität trotz aller Mühe, die sich Unternehmen machen – das alles gibt es und das gehört zur Wahrheit dazu. Eine Diskussion darüber ist legitim, weil entsprechend handelnde Mitarbeiter den Interessen ihrer Firma ebenso schaden wie denen ihrer Kollegen.

„In Wellenbewegung muss es immer wieder nach oben gehen“

Interview mit dem Zehnkämpfer Frank Busemann über Leistungssport

Emden/Dortmund. Frank Busemann war ein erfolgreicher Zehnkämpfer in der Weltklasse Leichtathletik, gewann die Silbermedaille bei der Olympiade 1996 in Atlanta und holte Bronze bei der Weltmeisterschaft im Jahr 1997 in Athen. Aufgrund chronischer Beschwerden im Fuß, in der Leiste und im Ellenbogen, beendete der heute 51-jährige Medaillengewinner seine Karriere im Jahr 2003.

Im folgenden Interview gibt der Sohn eines Hauptschullehrers, der gebürtig aus Recklinghausen kommt, einen Einblick, wie Sport, Gesundheitsförderung und immer wieder neue Anreize in fast jede Firmenphilosophie inkludiert werden kann.

Als Zehnkämpfer haben Sie einige Wettbewerbe gewonnen.

Welche Spiele waren am herausfordernsten und wie haben Sie sich vorbereitet?

1998 habe ich mich bei der Meisterschaft in Ratingen (Westfalen) verletzt und trotzdem weitergemacht. Das war sehr herausfordernd. Bei der WM 1999 habe ich mir direkt vor dem Start einen Faszienriss zugezogen und habe in der dritten Disziplin aufgeben müssen. Grundsätzlich wurde ich immer von meinem Vater trainiert, bis auf die letzten zwei Jahren. Das ging dann im Oktober in der Regel los und die Saison war im darauf folgenden Jahr in den Sommermonaten.

Bei welcher Niederlage ging es Ihnen richtig schlecht und wie kann man gegenlenken, um nicht in ein Loch zu fallen?

Nach den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 landete ich auf dem 7. Platz und dann kam schon die Frage: Warum tue ich mir und meiner Gesundheit das an? Aus diesem Loch kam ich wieder heraus, weil ich wusste, dass die Karriere endlich ist. 2003 musste ich aufgrund diverser Verletzungen diese aber beenden.

Nun hat Sport oder körperliche Betätigung nicht mehr den Stellenwert im Alltag wie vor 30 Jahren, das Handy mit unzähligen Nutzungsstunden kamen dazwischen, Krankheiten wie Adipositas stehen auf der Tagesordnung und der Stand der Suchtkranken stieg auf Rekordhöhe in Deutschland. Wie kann jede Frau und jeder Mann Eigenvorsorge betreiben und inwieweit haben Unternehmen das ebenfalls erkannt, dass betriebliche Gesundheitsvorsorge wichtig ist?

Wer früh anfängt, um die Gesundheit zu erhalten, muss später nicht kostenintensiv gegenlenken. Als ehemaliger Sportprofi berate ich die Barmer Ersatzkasse seit einigen Jahren, um Arbeitnehmer und Arbeitgeber für Gesundheitsvorsorge und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Ähnlich wie im Leistungssport, wo immer neue Ziele gesetzt werden, muss auch ein Unternehmen immer wieder Anreize geben, damit es in Wellenbewegung immer wieder nach oben geht und Leistungsfähigkeit und Motivation gefördert werden.

Sport fördert auch die Demokratie, ist ein Raum für soziale Teilhabe, ein Austausch, Werte und Regeln einzuhalten, egal welche Herkunft, Kultur oder soziale Schicht. Dennoch gibt es Demos oder Boybotts, zuletzt bei den Olympischen Winterspielen in Cortina/Italien, es gibt Anschläge, Bomben- und Morddrohungen. Sie selber waren bei den Anschlägen in Atlanta dabei, als zwei Menschen starben und 111 Personen verletzt wurden.

Wie kann es sein, dass der Demokratie-Gedanke und die Gemeinschaft so sehr in den Schatten rücken?

Da wir in einer Demokratie leben, haben die Menschen natürlich immer ein Mitspracherecht, was ja auch gut ist. Leider ist es mit den Olympischen Spielen in Deutschland derzeit etwas schwierig, weil viele Bedenken geäußert werden. Aber Frankreich hat im letzten Jahr gezeigt, dass Spiele in einem demokratischen Europa sinnvoll und begeisternd sind. Und Deutschland ist mit Politik und Bevölkerung derzeit wieder offener dafür und das ist schön und wichtig.

Eine letzte Frage:

Was würden Sie einer Krankenkasse oder einem Arbeitgeber raten, um die Balance zwischen physischer und psychischer Gesundheit in diesen Zeiten zu stabilieren?

Dazu könnte man locker eine Diplomarbeit schreiben (grinst). Im Fokus steht die Work-Life Balance und das Ziel eine Gesellschaft zu schaffen, die Bock auf Leistung hat, aber mit regelmäßigen Ruhepausen. Nur so kriegen wir es hin, dass unser Wohlstand gerettet wird und an die nächste Generation übergeht. Sich auf den Leistungen der Eltern auszuruhen, ist der falsche Weg. Und dabei müssen Krankheitsbilder früh erkannt werden! Bildunterschrift: Frank Busemann (links) hier im Gespräch mit Tim Schulz von der Barmer Ersatzkasse. Foto: Inge Meyer

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